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Freilandhaltung

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Haltung & Pflege > Unterbringung – allgemein

Definition & Überblick

Unter Freilandhaltung versteht man eine Form der Tierhaltung, bei der den Tieren dauerhaft oder über weite Teile des Tages Zugang zu einem nicht überdachten Außenbereich gewährt wird. Die Tiere bewegen sich dabei auf einer natürlichen oder naturnahen Fläche, die ihnen Auslauf, Nahrungssuche und artgemäßes Verhalten ermöglicht. Der Begriff wird sowohl in der Nutztierhaltung – etwa bei Hühnern, Gänsen, Schafen oder Rindern – als auch bei der Haltung von Heim- und Kleintieren wie Kaninchen, Schildkröten oder Meerschweinchen verwendet.

Im Unterschied zur reinen Stallhaltung oder Innenhaltung steht bei der Freilandhaltung das Prinzip im Vordergrund, den Tieren einen möglichst großen Bewegungsradius auf natürlichem Untergrund zu bieten. Gegenüber der Weidehaltung, die speziell auf Grünlandflächen für Wiederkäuer abzielt, ist Freilandhaltung der weiter gefasste Oberbegriff. Von einer bloßen Auslaufhaltung unterscheidet sie sich dadurch, dass die Tiere nicht nur stundenweise, sondern regelmäßig und über ausgedehnte Zeiträume im Freien leben.

Die Freilandhaltung gilt in vielen Bereichen als besonders artgerecht, weil sie den natürlichen Bedürfnissen der Tiere nach Bewegung, Sonnenlicht, frischer Luft und Sozialkontakten weit besser gerecht wird als geschlossene Haltungssysteme. Gleichzeitig stellt sie höhere Anforderungen an Planung, Sicherheit und Gesundheitsvorsorge.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor eine Freilandhaltung eingerichtet wird, müssen mehrere Grundvoraussetzungen erfüllt sein:

  • Ausreichend Fläche: Jede Tierart hat einen spezifischen Platzbedarf. Legehennen benötigen nach EU-Verordnung mindestens 4 m² Auslauffläche pro Tier, Kaninchen sollten im Freigehege über mindestens 6 m² pro Paar verfügen. Grundsätzlich gilt: Mehr Platz bedeutet weniger Stress, weniger Parasitendruck und gesündere Tiere.
  • Sicheres Gehege: Das Freigelände muss gegen Ausbruch und gegen Eindringen von Raubtieren gesichert sein. Je nach Tierart kommen stabile Zäune, Volierendraht, Untergrabschutz oder Elektrozäune zum Einsatz.
  • Witterungsschutz: Auch bei Freilandhaltung brauchen Tiere Rückzugsmöglichkeiten. Ein isolierter Stall, eine Schutzhütte oder zumindest ein überdachter Bereich schützt vor extremer Kälte, Hitze, Nässe und Wind.
  • Geeigneter Untergrund: Naturböden mit Grasbewuchs sind ideal. Bei hoher Besatzdichte verwandeln sich Flächen schnell in Matschfelder, was Krankheiten begünstigt. Wechselweiden oder Drainagesysteme können Abhilfe schaffen.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Lokale Bauordnungen, Nachbarschaftsrecht und das Tierschutzgesetz setzen den Rahmen. Bei Nutztieren sind zusätzlich Meldepflichten beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse zu beachten.

Praktische Umsetzung

Die konkrete Gestaltung des Freilandbereichs hängt stark von der gehaltenen Tierart ab, folgt aber einigen übergreifenden Prinzipien:

Strukturierung der Fläche: Ein monotones, leeres Gelände bietet wenig Anreize. Büsche, Baumstämme, Sandbadebereiche, Steine und Erhöhungen dienen der Beschäftigung und schaffen natürliche Sichtbarrieren, die rangniederen Tieren Ausweichmöglichkeiten geben. Bei Hühnern erhöhen Unterstände und Deckung die Nutzung der gesamten Auslauffläche, da die Tiere sich unter freiem Himmel vor Greifvögeln unsicher fühlen.

Futter- und Wasserversorgung: Futter- und Tränkestellen sollten sowohl im geschützten Stallbereich als auch im Auslauf vorhanden sein. Im Winter muss verhindert werden, dass Wasser einfriert – beheizte Tränken oder regelmäßiger Wasserwechsel sind dann notwendig.

Gesundheitsvorsorge: Freilandhaltung bedeutet erhöhten Kontakt mit Wildtieren und damit ein gesteigertes Risiko für Parasiten, Infektionskrankheiten und Verletzungen. Regelmäßige Kotuntersuchungen auf Wurmbefall, Impfungen und tägliche Kontrollen des Tierbestands gehören zum Pflichtprogramm. Die Fläche sollte periodisch gewechselt oder gekalkt werden, um den Parasitendruck zu senken.

Saisonale Anpassung: Im Winter benötigen viele Tiere zusätzliche Einstreu, Windschutz und energiereicheres Futter. Im Sommer sind Schattenplätze und ausreichend Wasser entscheidend, um Hitzestress zu vermeiden. Während einer behördlich angeordneten Stallpflicht – etwa bei Ausbruch der Geflügelpest – muss der Freilandauslauf vorübergehend gesperrt werden können, ohne dass die Tiere unter beengten Verhältnissen leiden.

Häufige Fehler

  • Unterschätzte Raubtierabwehr: Marder, Füchse, Habichte und streunende Hunde sind eine reale Gefahr. Ein einfacher Maschendrahtzaun reicht selten aus. Besonders nachts müssen die Tiere in einem sicher verschlossenen Stall untergebracht werden.
  • Zu hohe Besatzdichte: Überbesatz führt zu kahlen Böden, Federpicken, Aggression und einer raschen Verbreitung von Krankheiten. Die Fläche muss konsequent auf die Tierzahl abgestimmt sein.
  • Vernachlässigung der Bodenpflege: Stehendes Wasser und durchnässter Boden begünstigen Kokzidiose, Leberegel und andere Parasiten. Regelmäßiges Mähen, Umsetzen der Gehege und gegebenenfalls das Nachsäen von Gras sind essenziell.
  • Fehlende Eingewöhnung: