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Futterverwertung

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Die Futterverwertung (auch Futterverwertungseffizienz oder englisch Feed Conversion Ratio, kurz FCR) beschreibt das Verhältnis zwischen der aufgenommenen Futtermenge und dem daraus resultierenden Körpermassezuwachs oder der erzeugten tierischen Leistung. Sie ist eine der zentralen Kenngrößen in der Tierernährung und gibt Auskunft darüber, wie effizient ein Tier die zugeführten Nährstoffe in Körpersubstanz, Milch, Eier oder Wolle umwandeln kann.

Konkret wird die Futterverwertung meist als Quotient angegeben: Kilogramm Futter pro Kilogramm Zunahme. Ein Masthähnchen mit einer Futterverwertung von 1,6:1 benötigt also 1,6 kg Futter, um 1 kg Körpermasse zuzulegen. Je niedriger der Wert, desto effizienter arbeitet der Organismus des Tieres. Die Futterverwertung wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst – darunter Tierart, Rasse, Alter, Gesundheitszustand, Haltungsbedingungen, Futterzusammensetzung und die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen wie Protein, Fett, Rohfaser, Vitaminen und Mineralstoffen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Futterverwertung steht in direktem Zusammenhang mit der Nährstoffdichte und der Verdaulichkeit des eingesetzten Futters. Entscheidende Inhaltsstoffe, die die Verwertungseffizienz beeinflussen, sind:

  • Protein (Rohprotein): Aminosäuren sind die Bausteine für Muskelaufbau und Gewebereparatur. Eine ausgewogene Aminosäurezusammensetzung – insbesondere die Versorgung mit essenziellen Aminosäuren wie Lysin, Methionin und Threonin – verbessert die Futterverwertung erheblich. Überschüssiges Protein wird energetisch verwertet oder über die Nieren ausgeschieden, was die Effizienz senkt.
  • Fett (Rohfett): Als energiereichster Nährstoff liefert Fett etwa 2,25-mal so viel Energie wie Kohlenhydrate. Ein angemessener Fettgehalt in der Futterration steigert die Energiedichte und damit die Verwertungseffizienz.
  • Rohfaser: Für Wiederkäuer ist ein ausreichender Rohfaseranteil unverzichtbar, da er die Pansengesundheit fördert. Monogastrische Tiere verwerten hohe Rohfasergehalte dagegen schlechter, was die Futterverwertung verschlechtert.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Als Katalysatoren zahlreicher Stoffwechselprozesse sind sie in geringen Mengen essenziell. Mängel an Vitamin A, D, E oder Spurenelementen wie Zink und Selen führen zu Stoffwechselstörungen und verschlechtern die Nährstoffausnutzung.
  • Energie (ME/MJ): Die metabolisierbare Energie bestimmt maßgeblich, wie viel Futter ein Tier für eine bestimmte Leistung benötigt.

Für welche Tiere geeignet?

Die Futterverwertung ist als Kennzahl für praktisch alle Nutz- und Heimtierarten relevant, wobei sich die typischen Werte erheblich unterscheiden:

  • Geflügel (Masthähnchen): FCR von 1,5:1 bis 1,8:1 – Geflügel gehört zu den effizientesten Futterverwertern unter den landwirtschaftlichen Nutztieren.
  • Schweine: FCR von 2,5:1 bis 3,5:1, abhängig von Mastphase, Genetik und Fütterungsstrategie.
  • Rinder (Mastrinder): FCR von 5:1 bis 8:1 – Wiederkäuer benötigen mehr Futter pro Kilogramm Zunahme, können dafür aber faserreiche Futtermittel verwerten, die für andere Tierarten ungeeignet wären.
  • Fische (Aquakultur): FCR von 1,0:1 bis 2,0:1 – Fische sind als wechselwarme Tiere besonders effizient, da sie keine Energie für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur aufwenden müssen.
  • Heimtiere (Hunde, Katzen): Auch bei Hunden und Katzen spielt die Futterverwertung eine Rolle, etwa bei der Beurteilung der Qualität von Alleinfuttermitteln und Ergänzungsfuttermitteln.

Fütterungsempfehlung

Um die Futterverwertung zu optimieren, sollten folgende Grundsätze bei der Gestaltung der Futterration beachtet werden:

  • Bedarfsgerechte Fütterung: Die Futtermenge muss dem individuellen Bedarf des Tieres angepasst werden. Über- und Unterfütterung verschlechtern die Effizienz gleichermaßen.
  • Phasengerechte Fütterung: Junge, wachsende Tiere verwerten Futter besser als ältere. Die Nährstoffgehalte im Futter sollten an die jeweilige Lebens- und Leistungsphase angepasst werden.
  • Fütterungsintervall: Regelmäßige Fütterungszeiten fördern einen gleichmäßigen Stoffwechsel. Bei Geflügel und Schweinen hat die ad-libitum-Fütterung gegenüber restriktiver Fütterung unterschiedliche Auswirkungen auf die Verwertung.
  • Wasserversorgung: Eine permanente Verfügbarkeit von frischem Trinkwasser ist grundlegend für eine optimale Nährstoffaufnahme und -verwertung.
  • Futterstruktur: Die physikalische Beschaffenheit des Futters – pelletiert, geschrotet, gemahlen – beeinflusst die Futterverwertung. Pelletiertes Futter wird in der Regel besser verwertet als mehlförmiges.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer guten Futterverwertung: