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Goldregenpfeifer

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Watvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pluvialis apricaria
  • Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
  • Gattung: Pluvialis
  • Größe: 25–28 cm Körperlänge, Flügelspannweite 67–76 cm
  • Gewicht: 150–300 g, je nach Jahreszeit und Ernährungszustand
  • Lebensraum: Hochmoore, Tundren, Heiden (Brutzeit); Grünland, Ackerflächen, Wattenmeer (Überwinterung)
  • Lebenserwartung: Bis zu 12 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Goldregenpfeifer ist ein mittelgroßer, kompakt gebauter Watvogel mit einem verhältnismäßig kurzen, kräftigen Schnabel und großen, dunklen Augen. Im Prachtkleid zeigt das Gefieder der Oberseite ein auffälliges Muster aus goldgelben und schwarzen Flecken, das dem Vogel seinen deutschen Namen eingetragen hat. Die Unterseite ist im Brutkleid tiefschwarz, eingefasst von einem breiten weißen Streifen, der sich von der Stirn über die Brustseiten zieht. Dieser Kontrast zwischen goldgesprenkelter Oberseite und schwarzer Brust ist im Feld ein sicheres Bestimmungsmerkmal.

Im Schlichtkleid verblasst die schwarze Unterseite zu einem schmutzigen Weiß mit bräunlicher Streifung, während die Oberseite ihren goldenen Schimmer weitgehend beibehält. Männchen und Weibchen ähneln einander, wobei Männchen im Prachtkleid tendenziell einen ausgedehnteren schwarzen Bauchfleck aufweisen. Die Beine sind dunkelgrau bis schwärzlich, der Schnabel ist schwarz. Im Flug fehlen dem Goldregenpfeifer die auffälligen weißen Flügelbinden, die viele andere Regenpfeiferarten kennzeichnen – die Unterflügel wirken eher einheitlich graubraun.

Von den verwandten Arten lässt sich der Goldregenpfeifer durch Größe und Gefiederdetails abgrenzen. Der Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) ist etwas größer, zeigt schwarze Achselfedern im Flug und besiedelt andere Habitate. Der Amerikanische Goldregenpfeifer (Pluvialis dominica) und der Pazifische Goldregenpfeifer (Pluvialis fulva) unterscheiden sich durch schlankeren Körperbau und längere Beine.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Goldregenpfeifers erstreckt sich über die subarktischen und borealen Zonen Europas und Westasiens. Brutgebiete liegen in Island, Skandinavien, Schottland, im Baltikum, in Nordrussland sowie vereinzelt in Hochmooren Norddeutschlands, der Niederlande und Dänemarks. In Mitteleuropa ist die Art als Brutvogel weitgehend verschwunden; nur noch wenige Restpopulationen existieren in schleswig-holsteinischen und niedersächsischen Hochmooren.

Das bevorzugte Bruthabitat sind baumlose, offene Landschaften: Hochmoore, Fjellheiden, feuchte Tundren und montane Grasflächen. Entscheidend ist eine kurze, lückige Vegetation, die dem Bodenbrüter freie Sicht auf potenzielle Feinde ermöglicht.

Außerhalb der Brutzeit zieht der Goldregenpfeifer in großen Schwärmen nach Südwesten. Überwinterungsgebiete liegen in Westeuropa, rund um die Küsten Großbritanniens, Frankreichs, der Iberischen Halbinsel und Nordwestafrikas. Auf dem Zug rasten die Vögel bevorzugt auf kurzrasigem Grünland, abgeernteten Äckern und in Küstenregionen, darunter auch im Wattenmeer der Nordsee.

Ernährung

Der Goldregenpfeifer ernährt sich überwiegend von Wirbellosen. Auf den Brutflächen stehen Insekten und deren Larven, Spinnen, Käfer und Schnecken auf dem Speiseplan. Im Winterhalbjahr verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu Regenwürmern, die auf feuchten Weideflächen in großer Zahl verfügbar sind. Ergänzend werden Beeren – insbesondere Krähenbeeren und Rauschbeeren – aufgenommen, vor allem während der Brutzeit in der Tundra.

Die Nahrungssuche erfolgt typisch für Regenpfeifer nach dem „Stop-and-Go"-Prinzip: Der Vogel läuft einige Schritte, verharrt reglos, fixiert die Beute visuell und pickt sie dann mit schnellem Schnabelstoß vom Boden oder aus der obersten Erdschicht auf. Anders als viele Schnepfenvögel stochert der Goldregenpfeifer nur selten im Substrat.

Verhalten & Lebensweise

Goldregenpfeifer sind tagaktive Vögel, die jedoch während des Zuges und bei der Nahrungssuche im Winter auch nachts aktiv sein können, besonders bei Mondlicht. Während der Brutzeit verteidigen die Paare ein lockeres Revier, das je nach Habitatqualität zwischen 2 und 20 Hektar groß sein kann. Die Reviermarkierung geschieht durch auffällige Singflüge des Männchens, bei denen ein melancholisch klingender, flötender Ruf – ein weiches „tlüü" – in Schleifenbahnen über dem Brutgebiet vorgetragen wird.

Außerhalb der Brutzeit ist der Goldregenpfeifer ausgesprochen gesellig. Die Trupps umfassen oft mehrere Hundert bis Tausend Individuen und vergesellschaften sich häufig mit Kiebitzen (Vanellus vanellus). Die Schwärme fliegen in dichten, synchron manövrierenden Formationen, die an Starenschwärme erinnern.

Bei Störungen am Brutplatz setzen die Altvögel auf Ablenkungsmanöver: Sie laufen geduckt vom Nest weg, simulieren einen gebrochenen Flügel oder fliegen dicht über dem Boden, um Raubfeinde vom Gelege wegzulocken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt kurz nach der Ankunft im Brutgebiet, meist im April oder Mai. Das Männchen führt dabei charakteristische Balzflüge mit langsamem Flügelschlag und gleitendem Sinkflug über dem Revier aus. Das