Grand-baßet-griffon
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Steckbrief
- Vollständiger Name: Grand Basset Griffon Vendéen (GBGV)
- Herkunft: Frankreich (Region Vendée)
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde)
- FCI-Standard Nr.: 33
- Widerristhöhe: 39–44 cm
- Gewicht: 18–20 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Raues, hartes Deckhaar mit dichter Unterwolle; halblang und leicht struppig
- Farben: Weiß mit orangefarbenen, schwarzen, dreifarbigen oder grizzle-farbenen Abzeichen; selten einfarbig
Herkunft & Geschichte
Der Grand Basset Griffon Vendéen stammt aus der westfranzösischen Region Vendée, einem Landstrich mit dichtem Unterholz, felsigem Terrain und weitläufigen Küstenabschnitten. Genau für dieses anspruchsvolle Gelände wurde die Rasse gezüchtet. Die Abstammung geht auf den Grand Griffon Vendéen zurück, einen deutlich größeren Laufhund, aus dessen Zuchtlinien im 16. und 17. Jahrhundert niederläufigere Varianten selektiert wurden. Diese kleineren Hunde konnten das dichte Buschwerk der Vendée besser durchdringen und dabei Wild wie Hasen, Kaninchen und sogar Wildschweine ausdauernd verfolgen.
Die systematische Zucht des Grand Basset Griffon Vendéen als eigenständige Rasse begann im 19. Jahrhundert. Der französische Züchter Paul Dézamy gilt als einer der bedeutendsten Förderer der Rasse und legte großen Wert auf die Abgrenzung zum kleineren Petit Basset Griffon Vendéen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden beide Varianten miteinander verpaart, was die Rassetrennung erschwerte. Erst 1975 wurde die Kreuzung zwischen Grand und Petit Basset offiziell untersagt. Der Rassestandard wurde durch die FCI anerkannt und wird vom französischen Zuchtverband, dem Club du Griffon Vendéen, betreut.
Außerhalb Frankreichs blieb der Grand Basset Griffon Vendéen lange Zeit wenig bekannt. Erst in den letzten Jahrzehnten gewann er in Großbritannien und den USA an Popularität – nicht zuletzt, als 2023 ein GBGV die prestigeträchtige Westminster Kennel Club Dog Show gewann und damit weltweite Aufmerksamkeit erlangte.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Grand Basset Griffon Vendéen ist ein niederläufiger, jedoch keineswegs zierlicher Hund. Sein Körperbau ist robust, muskulös und etwas länger als hoch. Die kräftige Knochenstruktur verleiht ihm Stabilität, ohne plump zu wirken. Charakteristisch sind die langen, tief angesetzten Behänge (Ohren), die mit welligem Haar bedeckt sind und deutlich unterhalb der Augenlinie ansetzen.
Das Gesicht wird durch ausgeprägte Augenbrauen, einen dichten Bart und einen buschigen Schnurrbart geprägt – typische Griffon-Merkmale, die dem Hund einen charmant-verwegenen Ausdruck verleihen. Die Augen sind groß, dunkel und strahlen eine wache Lebhaftigkeit aus. Die Rute wird säbelförmig getragen, hoch und leicht gebogen.
Das raue, harte Fell ist ein funktionales Merkmal: Es schützt den Hund bei der Arbeit im Unterholz vor Dornen, Nässe und Kälte. Die dichte Unterwolle sorgt für zusätzliche Isolation. Im Vergleich zum Petit Basset Griffon Vendéen ist der Grand Basset deutlich größer, langgestreckter und besitzt längere Ohren.
Charakter & Wesen
Wer einen Grand Basset Griffon Vendéen in sein Leben holt, bekommt einen Hund mit ausgeprägter Persönlichkeit. Die Rasse ist lebhaft, eigenständig und besitzt einen starken Jagdtrieb – Eigenschaften, die tief in ihrer Abstammung als Meutehund verankert sind. Gleichzeitig zeigt sich der GBGV im häuslichen Umfeld freundlich, verspielt und ausgesprochen gesellig. Er ist treu gegenüber seiner Familie und versteht sich in der Regel gut mit Kindern und anderen Hunden.
Trotz seiner Anhänglichkeit ist der Grand Basset kein bedingungslos gehorsamer Hund. Sein eigenständiges Denken, das in der selbstständigen Jagdarbeit unerlässlich war, zeigt sich im Alltag als gewisse Sturheit. Kommandos werden durchaus verstanden – ihre Befolgung hängt jedoch davon ab, ob der Hund gerade einen überzeugenderen Grund dafür sieht. Diese Eigenschaft erfordert Geduld und Konsequenz in der Erziehung.
Als ehemaliger Meutehund ist der GBGV ungern allein. Einsamkeit kann zu unerwünschtem Verhalten führen, darunter übermäßiges Bellen – und dieser Hund verfügt über eine beeindruckend kräftige, melodische Stimme, die er gerne einsetzt. Wachsam ist er durchaus, als klassischer Wachhund eignet er sich jedoch nicht, da er Fremden gegenüber eher aufgeschlossen begegnet.
Haltung & Pflege
Der Grand Basset Griffon Vendéen ist kein Hund für die Stadtwohnung ohne Garten. Er braucht täglich ausreichend Auslauf und mentale Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben. Mindestens ein bis zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind einzuplanen. Ideal sind lange Spaziergänge in abwechslungsreichem Gelände, Fährtenarbeit oder Mantrailing – Beschäftigungen, die seine hervorragende Nase fordern.
Aufgrund des ausgeprägten Jagdtriebs ist ein sicher eingezäunter Garten empfehlenswert. Beim Freilauf in nicht umzäuntem Gelände sollte der Halter sich bewusst sein, dass eine interessante Fährte jedes Rückrufsignal übertrumpfen kann. Ein Schleppleinentraining ist daher ratsam.
Die Fellpflege ist weniger aufwendig, als das struppige Erscheinungsbild vermuten lässt. Wöchentliches Bürsten genügt in der Regel, um Verfilzungen zu vermeiden und lose Unterwolle zu entfernen. Das raue Haar sollte nicht geschoren, sondern bei Bedarf getrimmt werden