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Havana-brown

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Steckbrief

  • Herkunft: England (Zuchtprogramm ab den 1950er-Jahren)
  • Rassestandard: CFA, TICA, GCCF; in Europa teilweise unter dem Standard der Oriental Shorthair geführt (FIFé)
  • Größe: Mittelgroß
  • Gewicht: Katzen 2,5–3,5 kg, Kater 3,5–5 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre, bei guter Haltung auch darüber
  • Fell: Kurz, glatt, eng anliegend, seidig glänzend
  • Farben: Ausschließlich warmes, gleichmäßiges Schokoladenbraun (Mahagoni); Nasenspiegel und Pfotenballen rosébraun

Herkunft & Geschichte

Die Havana Brown zählt zu den seltensten Katzenrassen weltweit und verdankt ihren Namen nicht etwa dem kubanischen Havanna, sondern der Farbe der gleichnamigen Zigarre. Ihre Abstammung geht auf ein gezieltes Zuchtprogramm zurück, das in den frühen 1950er-Jahren in England begann. Engagierte Züchterinnen – unter ihnen Baroness Miranda von Kirchberg und Mrs. Armitage Hargreaves – kreuzten Siamkatzen mit dem Chocolate-Point-Gen mit schwarzen Hauskatzen und Russisch-Blau-Katzen, um eine einfarbig braune Kurzhaarkatze mit orientalischem Typ zu erzeugen.

1952 wurde der erste braune Kater namens „Elmtower Bronze Idol" geboren, der als Stammvater der Rasse gilt. Der Governing Council of the Cat Fancy (GCCF) erkannte die Rasse 1958 unter dem Namen „Chestnut Brown Foreign" an. In den USA entwickelte sich die Zucht in eine eigene Richtung: Die Cat Fanciers' Association (CFA) registrierte die Havana Brown 1964 als eigenständige Rasse mit einem etwas runderen, weniger extrem orientalischen Typ als die europäische Variante. Die TICA führt die Rasse ebenfalls in ihrem Register. In Europa wird sie von der FIFé nicht als separate Rasse anerkannt, sondern der Oriental Shorthair in der Farbvariante „Havana" zugeordnet.

Bis heute ist die Havana Brown außerordentlich selten. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit nur wenige hundert reinrassige Tiere existieren, was den Zuchtverband CFA dazu veranlasste, kontrollierte Auskreuzungsprogramme zu genehmigen, um die genetische Vielfalt zu erhalten.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Havana Brown ist eine mittelgroße, muskulöse Katze mit einem eleganten, aber nicht extrem schlanken Körperbau. Im Vergleich zu ihrer orientalischen Verwandtschaft wirkt sie kompakter und substanzieller – besonders der amerikanische Typ, der sich vom britischen unterscheidet.

Das Fell ist das markanteste Merkmal: ein durchgehend warmes, tiefes Schokoladenbraun ohne Tabby-Zeichnung, Schattierungen oder weiße Haare. Die einzelnen Haare sind bis zur Wurzel gleichmäßig gefärbt. Das Fell liegt eng am Körper an, fühlt sich seidig an und hat einen auffälligen Glanz, der bei Lichteinfall an polierten Mahagoniholz erinnert.

Der Kopf ist etwas länger als breit und zeigt ein charakteristisches, nahezu einzigartiges Merkmal: ein deutliches „Stop" am Nasenprofil, das bei kaum einer anderen Rasse so ausgeprägt ist. Die Schnauze wirkt kantig, fast quadratisch, was der Katze einen unverwechselbaren Ausdruck verleiht. Die großen, ovalen Augen leuchten in einem lebhaften Grün – je intensiver, desto besser bewertet der Rassestandard die Augenfarbe. Die Ohren sind groß, leicht nach vorne geneigt und an den Spitzen abgerundet. Selbst die Schnurrhaare sind braun, was bei Katzen äußerst ungewöhnlich ist.

Charakter & Wesen

Wer eine Havana Brown einmal erlebt hat, vergisst ihren Charakter nicht so schnell. Diese Katze ist außergewöhnlich menschenbezogen, treu und anhänglich – manche Halter beschreiben sie als „hündisch" in ihrer Zuneigung. Sie folgt ihrem Besitzer durch die Wohnung, möchte an allen Aktivitäten teilhaben und sucht intensiv den Körperkontakt.

Die Havana Brown ist verspielt und intelligent, ohne dabei hyperaktiv zu wirken. Sie erkundet neue Gegenstände gern mit den Pfoten und ist dafür bekannt, Spielzeug heranzutragen und zum gemeinsamen Spiel aufzufordern. Gegenüber Fremden zeigt sie sich zunächst wachsam und zurückhaltend, taut jedoch vergleichsweise schnell auf. Ihre Stimme ist sanft und moderat – deutlich weniger gesprächig als die Siamkatze, aber durchaus mitteilsam, wenn sie etwas möchte.

Das soziale Wesen dieser Rasse macht sie zu einer schlechten Kandidatin für Einzelhaltung bei langen Abwesenheitszeiten. Sie braucht Gesellschaft, sei es von Menschen oder einer verträglichen Zweitkatze.

Haltung & Pflege

Die Havana Brown eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung, sofern ausreichend Beschäftigung und Klettermöglichkeiten vorhanden sind. Ein abgesicherter Balkon oder ein Freigehege werden dankbar angenommen, sind aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist die geistige Auslastung: Intelligenzspielzeug, Clickertraining und regelmäßige interaktive Spielsessions halten diese kluge Katze zufrieden.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Das kurze, anliegende Fell benötigt kein tägliches Bürsten. Ein wöchentliches Abreiben mit einem feuchten Ledertuch oder einer weichen Bürste genügt, um lose Haare zu entfernen und den natürlichen Glanz zu fördern. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann die Pflegefrequenz leicht erhöht werden.

Ernährung

Die Havana Brown stellt keine besonderen Anforderungen an die Ernährung. Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil bildet die ideale Basis. Getreidefreie Rezepturen und ein ausgewogenes Verhältnis von Proteinen, Fetten und Mikronährstoffen beugen Übergewicht und Mangelerscheinungen vor. Trockenfutter kann als Ergänzung dienen, sollte aber nicht die alleinige Nahrungs