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Herzdruckmassage

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Tiermedizin & Gesundheit > Erste Hilfe & Pflege

Definition & Überblick

Die Herzdruckmassage, in der Fachsprache als kardiale Kompression oder Teil der kardiopulmonalen Reanimation (CPR) bezeichnet, ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme bei Tieren, deren Herz aufgehört hat zu schlagen. Durch rhythmisches Zusammendrücken des Brustkorbs wird das Blut mechanisch durch den Kreislauf gepumpt, um lebenswichtige Organe – insbesondere das Gehirn – weiterhin mit Sauerstoff zu versorgen, bis das Herz seine eigenständige Tätigkeit wieder aufnimmt.

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand (Cardiac Arrest) bedeutet den klinischen Tod des Tieres. Ohne sofortige Intervention tritt innerhalb weniger Minuten der biologische Tod ein, da das Gehirn bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung irreversible Schäden erleidet. Die Herzdruckmassage ist daher keine planbare Behandlung, sondern eine akute Notfallmaßnahme, die jeder Tierhalter im Ernstfall kennen sollte. Sie wird stets in Kombination mit der Beatmung (Mund-zu-Nase-Beatmung) durchgeführt und bildet zusammen mit dieser die Basis der tiermedizinischen Reanimation.

Ursachen & Risikofaktoren

Ein Herzstillstand beim Tier kann zahlreiche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:

  • Traumata: Autounfälle, Stürze aus großer Höhe oder stumpfe Gewalteinwirkung auf den Brustkorb
  • Erstickung: Verschlucken von Fremdkörpern, Ertrinken, Strangulation oder Hitzschlag
  • Vergiftungen: Aufnahme toxischer Substanzen wie Rattengift, Schokolade, Frostschutzmittel oder bestimmter Pflanzen
  • Schwere Erkrankungen: Fortgeschrittene Herzerkrankungen wie dilatative Kardiomyopathie (DCM), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder Perikarderguss
  • Anaphylaktischer Schock: Schwere allergische Reaktionen, etwa nach Insektenstichen oder Medikamentengabe
  • Narkosezwischenfälle: Komplikationen während chirurgischer Eingriffe unter Allgemeinanästhesie
  • Starker Blutverlust: Innere oder äußere Blutungen nach Verletzungen oder operativen Eingriffen

Besonders gefährdet sind ältere Tiere mit vorbestehenden Herzerkrankungen, brachyzephale Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Perserkatze mit ihren ohnehin eingeschränkten Atemwegen sowie Tiere mit Übergewicht. Auch Hunderassen mit genetischer Prädisposition für Herzerkrankungen – etwa Dobermann, Boxer oder Cavalier King Charles Spaniel – tragen ein erhöhtes Risiko.

Symptome & Erkennung

Das Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstands muss schnell erfolgen. Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass eine Herzdruckmassage notwendig werden kann:

  • Bewusstlosigkeit: Das Tier reagiert nicht auf Ansprache, Berührung oder Schmerzreize
  • Fehlender Herzschlag: Kein Puls tastbar – beim Hund am besten an der Innenseite des Oberschenkels an der Arteria femoralis, bei der Katze direkt am Brustkorb hinter dem linken Ellbogen
  • Atemstillstand (Apnoe): Keine sichtbare Brustkorbbewegung, kein spürbarer Luftstrom an der Nase
  • Schleimhäute: Zahnfleisch und Zunge erscheinen blass, bläulich (Zyanose) oder weiß – ein Zeichen mangelnder Sauerstoffversorgung
  • Weite, starre Pupillen (Mydriasis): Die Pupillen reagieren nicht mehr auf Lichteinfall
  • Erschlaffung der Muskulatur: Vollständiger Verlust des Muskeltonus, der Körper wirkt schlaff

Es ist entscheidend, nicht zu viel Zeit mit der Diagnostik zu verbringen. Wenn ein Tier bewusstlos ist, nicht atmet und kein Puls tastbar ist, sollte unverzüglich mit der Reanimation begonnen werden. Jede Sekunde zählt.

Diagnose

In der akuten Notfallsituation beschränkt sich die Diagnose auf die oben beschriebene klinische Schnellbeurteilung durch den Tierhalter: Bewusstsein prüfen, Atmung kontrollieren, Puls tasten. Eine apparative Diagnostik ist in diesem Moment weder möglich noch sinnvoll.

In der Tierarztpraxis oder Tierklinik stehen weiterführende Diagnostikmethoden zur Verfügung. Mittels Elektrokardiogramm (EKG) lässt sich die elektrische Herzaktivität beurteilen und feststellen, ob eine Asystolie (völliges Fehlen elektrischer Aktivität), ein Kammerflimmern (Ventrikelflimmern) oder eine pulslose elektrische Aktivität (PEA) vorliegt. Diese Unterscheidung ist für die weitere professionelle Behandlung bedeutsam, da etwa Kammerflimmern mit einem Defibrillator behandelt werden kann, während bei einer Asystolie ausschließlich medikamentöse und mechanische Maßnahmen greifen. Zusätzlich können Blutgasanalysen und die Kapnographie – die Messung des CO₂-Gehalts in der Ausatemluft – zur Überwachung der Reanimationseffektivität eingesetzt werden.

Behandlung & Therapie

Die Durchführung der Herzdruckmassage unterscheidet sich je nach Tierart und Körpergröße:

Bei Hunden mittlerer und großer Rassen: Das Tier wird in rechte Seitenlage gebracht. Die Handballen werden übereinander an der breitesten Stelle des Brustkorbs positioniert. Mit gestreckten Armen wird der Brustkorb rhythmisch um etwa ein Drittel bis zur Hälfte seiner Tiefe komprimiert. Die empfohlene Frequenz beträgt 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Bei fassförmigen Rassen wie dem Englischen