Herzwurm
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Definition & Überblick
Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) ist ein parasitärer Fadenwurm (Nematode), der sich im adulten Stadium in den Pulmonalarterien (Lungenarterien) und bei schwerem Befall auch im rechten Herzen seiner Wirtstiere ansiedelt. Die durch ihn verursachte Erkrankung wird als Dirofilariose oder Herzwurmerkrankung bezeichnet. Betroffen sind vor allem Hunde, seltener Katzen, Frettchen und in Ausnahmefällen auch Menschen. Adulte Herzwürmer können eine Länge von 15 bis 30 Zentimetern erreichen – Weibchen werden sogar bis zu 30 Zentimeter lang – und mehrere Jahre im Gefäßsystem des Wirts überleben.
Die Herzwurmerkrankung ist in tropischen und subtropischen Regionen weltweit verbreitet. In Europa gelten insbesondere die Mittelmeerländer – Südfrankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und die Türkei – als Endemiegebiete. Durch den zunehmenden Reiseverkehr mit Haustieren und die klimabedingte Ausbreitung von Stechmücken rückt die Dirofilariose jedoch auch für Tierhalter in Mitteleuropa zunehmend in den Fokus.
Ursachen & Risikofaktoren
Die Übertragung von Dirofilaria immitis erfolgt ausschließlich über Stechmücken (Culicidae), die als obligate Zwischenwirte fungieren. Der Lebenszyklus des Herzwurms läuft wie folgt ab:
- Adulte Herzwurmweibchen setzen im Blut des infizierten Tieres Larven der ersten Entwicklungsstufe frei, sogenannte Mikrofilarien (L1-Larven).
- Eine Stechmücke nimmt diese Mikrofilarien bei einer Blutmahlzeit auf.
- In der Mücke reifen die Larven innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen über das L2- zum infektiösen L3-Stadium heran – vorausgesetzt, die Umgebungstemperatur liegt dauerhaft über 14 °C.
- Beim nächsten Stich überträgt die Mücke die L3-Larven auf einen neuen Wirt.
- Im Unterhautgewebe des Wirts häuten sich die Larven weiter (L4, L5), wandern über mehrere Wochen in die Blutgefäße und erreichen schließlich die Lungenarterien, wo sie zu geschlechtsreifen Adultwürmern heranwachsen.
Vom Mückenstich bis zum Auftreten adulter Herzwürmer vergehen beim Hund etwa sechs bis sieben Monate (Präpatenzzeit). Als Risikofaktoren gelten Reisen oder Aufenthalte in Endemiegebieten, fehlende medikamentöse Prophylaxe, ganzjährige Haltung im Freien sowie eine hohe lokale Mückendichte. Hunde, die aus dem Tierschutz aus Südeuropa importiert werden, stellen eine besonders häufig betroffene Gruppe dar.
Symptome & Erkennung
Die Herzwurmerkrankung entwickelt sich schleichend. In der Frühphase zeigen viele Tiere keine erkennbaren Symptome, weshalb die Infektion häufig über Monate oder Jahre unentdeckt bleibt. Mit zunehmender Wurmlast und Schädigung der Gefäßwände treten folgende Symptome auf:
- Leistungsintoleranz und schnelle Ermüdung – das Tier meidet Bewegung oder bricht bei Belastung ab
- Chronischer Husten – oft trocken, manchmal mit blutigem Auswurf (Hämoptyse)
- Dyspnoe (Atemnot) – zunächst belastungsabhängig, im Verlauf auch in Ruhe
- Gewichtsverlust und reduzierter Allgemeinzustand
- Aszites (Bauchwassersucht) – als Folge einer Rechtsherzinsuffizienz
- Synkopen (kurzzeitige Ohnmachtsanfälle) bei fortgeschrittenem Herzversagen
Bei Katzen verläuft die Erkrankung oft atypisch. Hier stehen Atemwegssymptome im Vordergrund, die an Asthma erinnern – ein Krankheitsbild, das als HARD (Heartworm Associated Respiratory Disease) bezeichnet wird. Auch plötzliche Todesfälle ohne vorherige Symptome sind bei Katzen beschrieben.
Eine besonders gefürchtete Komplikation beim Hund ist das Vena-cava-Syndrom (Kavalsyndrom): Dabei verstopfen Wurmmassen die Hohlvene und die Trikuspidalklappe, was zu akuter Hämolyse, Schock und ohne sofortige Behandlung zum Tod führen kann.
Diagnose
Die Diagnose der Herzwurmerkrankung stützt sich auf mehrere Verfahren:
- Antigen-Test – Ein serologischer Schnelltest weist spezifische Proteine nach, die von adulten Herzwurmweibchen freigesetzt werden. Dieser Test gilt beim Hund als Goldstandard für die Diagnose, wird jedoch erst etwa sieben Monate nach der Infektion zuverlässig positiv.
- Mikrofilarien-Nachweis – Durch einen modifizierten Knott-Test oder Filtrationstest können zirkulierende Larven im Blut mikroskopisch identifiziert werden. Nicht alle infizierten Hunde weisen jedoch Mikrofilarien auf (okkulte Infektion).
- Thoraxröntgen – Röntgenaufnahmen des Brustkorbs zeigen typische Veränderungen wie vergrößerte und gewundene Pulmonalarterien, interstitielle Lungenzeichnung oder eine Vergrößerung des rechten Herzens.
- Echokardiografie – Per Herzultraschall lassen sich Herzwürmer in den Pulmonalarterien und im rechten Herzen direkt darstellen. Dieses Verfahren ist besonders bei schwerem Befall und vor chirurgischen Eingriffen wertvoll.
- Blutuntersuchung – Blutbild und Organwerte (Leber, Niere) helfen, das Ausmaß der Organschädigung einzuschätzen. Typisch ist eine Eosinophilie sowie bei fortgeschrittener Erkrankung eine Erhöhung der