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Hispano-araber

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Steckbrief

  • Herkunft: Spanien (Iberische Halbinsel)
  • Rassestandard: Anerkannt durch die ECAHO (European Conference of Arab Horse Organizations) sowie den spanischen Zuchtverband AECCA (Asociación Española de Criadores de Caballos Árabes); kein FCI-Standard, da Pferderasse
  • Stockmaß: 150–162 cm
  • Gewicht: 400–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Vorwiegend Schimmel, Braune, Füchse und Rappen; gelegentlich Falben; feines, seidiges Fell mit wenig Unterhaar

Herkunft & Geschichte

Der Hispano-Araber ist das Ergebnis einer jahrhundertealten Kreuzung zwischen dem Pura Raza Española (PRE), also dem reinen spanischen Pferd, und dem Arabischen Vollblut. Die Abstammung beider Ausgangsrassen reicht weit in die Geschichte zurück. Bereits während der maurischen Besetzung der Iberischen Halbinsel ab dem 8. Jahrhundert kamen arabische und berberische Pferde nach Spanien, wo sie sich mit den einheimischen Pferdebeständen vermischten. Diese historische Begegnung legte den Grundstein für eine der edelsten Kreuzungszuchten Europas.

Die gezielte Zucht des Hispano-Arabers, wie wir ihn heute kennen, begann im 19. Jahrhundert. Spanische Züchter erkannten, dass die Kombination der Eleganz, Ausdauer und Härte des Arabers mit der Kraft, dem erhabenen Gang und der Gelehrigkeit des PRE ein vielseitig einsetzbares Reitpferd hervorbrachte. Besonders in der andalusischen Pferdezucht wurde diese Kreuzung systematisch vorangetrieben.

In Spanien wird die Rasse offiziell als Hispano-Árabe geführt und durch einen eigenen Zuchtverband betreut. Das spanische Zuchtbuch verlangt, dass ein Hispano-Araber mindestens 25 Prozent und höchstens 75 Prozent Araberblutanteil aufweist, wobei beide Elternteile entweder reinrassige PRE, reinrassige Araber oder bereits registrierte Hispano-Araber sein müssen. Auch international genießt die Rasse zunehmend Anerkennung, insbesondere in Frankreich, wo eine eigene Zuchtpopulation existiert.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Hispano-Araber vereint das Beste beider Ausgangsrassen in seinem Exterieur. Der Kopf ist edel und trocken, häufig mit dem charakteristischen leicht konkaven Profil des Arabers, wobei er etwas kräftiger wirkt als beim reinen Vollblutaraber. Die großen, ausdrucksstarken Augen und die weiten Nüstern verleihen ihm ein aufmerksames, lebhaftes Erscheinungsbild.

Der Hals ist mittellang, gut aufgesetzt und elegant geschwungen. Die Schulter ist schräg gelagert, was einen raumgreifenden, elastischen Bewegungsablauf ermöglicht. Der Rumpf zeigt eine gute Tiefe mit ausreichend Gurtentiefe und einer kräftigen, leicht abfallenden Kruppe. Die Gliedmaßen sind trocken, sehnig und stabil mit harten Hufen – ein Erbe beider Rassen.

Im Bewegungsbild fällt der Hispano-Araber durch seine Geschmeidigkeit und natürliche Versammlung auf. Er zeigt oft den erhabenen, runden Trab des spanischen Pferdes, gepaart mit der Leichtfüßigkeit und dem Vorwärtsdrang des Arabers. Das Fell ist fein und seidig mit einem natürlichen Glanz. Langhaar – Mähne und Schweif – ist meist voll und fließend, wenn auch nicht ganz so üppig wie beim reinen PRE.

Charakter & Wesen

Im Wesen zeigt sich der Hispano-Araber als ausgesprochen menschenbezogen, intelligent und kooperativ. Er ist treu, arbeitswillig und baut eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf. Gleichzeitig bringt er das Temperament und die Sensibilität des Arabers mit, was eine feinfühlige und konsequente Handhabung erfordert.

Die Rasse gilt als wachsam und reaktionsschnell, ohne dabei nervös oder unberechenbar zu sein. Viele Besitzer beschreiben ihre Hispano-Araber als verspielt und neugierig, mit einem ausgeprägten Lernwillen. Diese Eigenschaften machen sie besonders geeignet für Disziplinen, die eine enge Kommunikation zwischen Reiter und Pferd verlangen. Trotz ihres Temperaments bewahren gut ausgebildete Hispano-Araber in der Regel eine bemerkenswerte Gelassenheit in unbekannten Situationen.

Haltung & Pflege

Der Hispano-Araber ist ein aktives, bewegungsfreudiges Pferd, das ausreichend Auslauf und Beschäftigung benötigt. Eine reine Boxenhaltung ist für diese Rasse nicht artgerecht. Ideal ist eine Offenstallhaltung oder zumindest eine Kombination aus Boxe mit täglichem, mehrstündigem Weidegang und regelmäßiger Arbeit.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das feine Fell sollte regelmäßig gestriegelt werden, um die Durchblutung der Haut zu fördern und Verschmutzungen zu entfernen. Mähne und Schweif profitieren von gelegentlichem Verlesen und schonendem Bürsten. Die Hufe müssen alle sechs bis acht Wochen vom Hufschmied bearbeitet werden.

Geistige Beschäftigung ist ebenso wichtig wie körperliche Arbeit. Hispano-Araber langweilen sich schnell bei monotonen Aufgaben und profitieren von einem abwechslungsreichen Training, das Dressurarbeit, Geländeritte, Bodenarbeit und freies Spiel einschließt.

Ernährung

Die Fütterung des Hispano-Arabers orientiert sich an den Grundsätzen der Pferdeernährung, wobei die Rasse tendenziell zu den leichtfuttrigen Pferden zählt. Die Basis bildet hochwertiges Raufutter in Form von Heu und Gras – mindestens 1,5 bis 2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht täglich. Kraftfutter sollte nur bei entsprechender Arbeitsbelastung zugefüttert werden, da Hispano-Araber bei Überversorgung zu Gewichtszunahme und damit verbundenen Gesundheitsproblemen neigen.

Mineralfutter