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Höhle

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Haltung & Pflege > Käfige & Behausungen

Definition & Überblick

Als Höhle bezeichnet man in der Tierhaltung einen geschlossenen oder halbgeschlossenen Rückzugsort innerhalb eines Geheges, Käfigs oder Terrariums, der dem Tier Schutz, Geborgenheit und eine reizarme Ruhezone bietet. In der freien Natur nutzen zahlreiche Tierarten natürliche Höhlen, Erdbauten, Baumhöhlen oder Felsspalten als Schlafplatz, Brutort oder Versteck vor Fressfeinden. In der artgerechten Haltung bildet die Höhle dieses grundlegende Bedürfnis nach Rückzug und Sicherheit ab und gehört für viele Tierarten zur unverzichtbaren Grundausstattung der Behausung.

Höhlen kommen in unterschiedlichsten Formen zum Einsatz: als Schlafhäuschen für Nager, als Wethöhle oder Kokosnussschale im Terrarium, als Katzenhöhle in der Wohnungshaltung, als Nisthöhle für Vögel oder als Tonröhre im Aquarium. Das Prinzip ist stets dasselbe – ein umschlossener Raum, der dem Tier das Gefühl vermittelt, geschützt und unbeobachtet zu sein.

Grundlagen & Voraussetzungen

Ob ein Tier eine Höhle benötigt und welche Art geeignet ist, hängt entscheidend von der Biologie und dem natürlichen Verhalten der jeweiligen Art ab. Grundsätzlich gilt: Dämmerungs- und nachtaktive Tiere, grabende Arten sowie scheue Tierarten profitieren besonders stark von einem Höhlenangebot. Dazu gehören unter anderem:

  • Kleinsäuger: Hamster, Mäuse, Ratten, Degus, Chinchillas, Meerschweinchen und Kaninchen
  • Reptilien: Leopardgeckos, Königspythons, Bartagamen, Kornnattern und viele weitere Arten
  • Amphibien: Pfeilgiftfrösche, Axolotl, verschiedene Molcharten
  • Wirbellose: Vogelspinnen, Einsiedlerkrebse, Schnecken
  • Fische: Welse, Buntbarsche, Garnelen
  • Katzen und Hunde: als optionaler Rückzugsort in der Wohnungshaltung

Die Höhle muss in Größe, Material und Positionierung auf die jeweilige Tierart abgestimmt sein. Zu groß dimensionierte Höhlen verfehlen ihren Zweck, da das Tier sich darin nicht geborgen fühlt. Zu kleine Höhlen können Stress verursachen oder das Tier beim Wachstum einengen. Als Faustregel gilt: Das Tier sollte bequem hineinpassen, sich darin umdrehen können, aber nicht übermäßig viel Platz haben.

Praktische Umsetzung

Bei der Einrichtung des Geheges sollte die Höhle an einem ruhigen, geschützten Platz positioniert werden – abseits von Futterplatz, Lichtquelle und stark frequentierten Bereichen. In Terrarien empfiehlt es sich, sowohl eine Höhle in der Warm- als auch in der Kühlzone anzubieten, damit das Tier seine Körpertemperatur regulieren kann, ohne auf den Rückzugsort verzichten zu müssen. Für Reptilien dient eine Höhle in der feuchteren Zone zusätzlich als sogenannte Wetbox, die den Häutungsprozess unterstützt.

Gängige Materialien für Höhlen in der Tierhaltung sind:

  • Naturmaterialien: Kork, Kokosnussschalen, ausgehöhlte Holzstämme, Rindenstücke, Steine und Schieferplatten
  • Keramik und Ton: Tonröhren, Keramikschalen, glasierte Unterschlüpfe – gut zu reinigen und langlebig
  • Kunststoff: Fertige Versteckhöhlen aus dem Fachhandel – leicht, günstig, aber weniger natürlich
  • Selbstbau: Höhlen aus ungiftigen Hölzern, Steinstapeln oder Moos – ermöglichen eine individuelle Gehegegestaltung

Bei der Materialwahl ist zwingend darauf zu achten, dass keine giftigen, scharfkantigen oder splitternden Materialien verwendet werden. Behandeltes Holz, lackierte Oberflächen und zinkhaltige Metallteile sind tabu. Bei Nagetieren, die alles annagen, muss das Material unbedenklich sein, falls Teile gefressen werden.

In der Gruppenhaltung – etwa bei Meerschweinchen oder Degus – sollte pro Tier mindestens eine Höhle vorhanden sein, idealerweise eine mehr als Tiere in der Gruppe leben. So werden Revierkonflikte und Stress vermieden, und rangniedrigere Tiere finden jederzeit einen sicheren Rückzugsort. Jede Höhle sollte über mindestens zwei Eingänge verfügen, damit kein Tier von einem anderen in die Enge getrieben werden kann.

Häufige Fehler

  • Fehlende Höhle: Der häufigste und schwerwiegendste Fehler. Tiere ohne Rückzugsmöglichkeit stehen unter Dauerstress, was zu Verhaltensauffälligkeiten, Immunschwäche und verkürzter Lebenserwartung führen kann. Aus Tierschutzsicht ist das Fehlen einer Höhle bei höhlenbewohnenden Arten ein klarer Haltungsmangel.
  • Falsche Größe: Eine zu große Höhle bietet keinen Schutz, eine zu kleine schränkt das Tier ein. Besonders bei wachsenden Jungtieren muss die Höhle regelmäßig angepasst werden.
  • Instabile Konstruktionen: Steinstapel oder lose aufgelegte Elemente können einstürzen und das Tier verletzen oder einklemmen. Schwere Steine gehören auf den Bodenboden des Geheges – nicht auf die Einstreu –, damit grabende Tiere sie nicht unterminieren.
  • Mangelnde Hygiene: Höhlen werden gern als Vorratslager oder Toilettenplatz genutzt. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung sind unverzichtbar, um Schimmel, Parasiten und Krankheitserreger fernzuhalten.
  • Nur eine Höhle für mehrere Tiere: In der Gruppenhaltung führt ein einziger Unterschlupf fast unweigerlich zu Konkurrenz und Mob