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Irish-water-spaniel

I

Rassen > Hunderassen – weitere

Steckbrief

  • Herkunft: Irland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 3 – Wasserhunde
  • FCI-Standard Nr.: 124
  • Größe: Rüden 53–59 cm, Hündinnen 51–56 cm (Widerristhöhe)
  • Gewicht: 20–30 kg
  • Lebenserwartung: 10–13 Jahre
  • Fell: Dichtes, eng gelocktes Haarkleid mit natürlicher Ölung; wasserabweisend
  • Farben: Ausschließlich leberbraun (Puce Liver) mit einem charakteristischen violett-bräunlichen Schimmer

Herkunft & Geschichte

Der Irish Water Spaniel gilt als eine der ältesten und zugleich ungewöhnlichsten Spaniel-Rassen überhaupt. Seine Abstammung reicht vermutlich bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, wobei die genauen Ursprünge bis heute nicht restlos geklärt sind. Als Begründer der modernen Zucht gilt der Ire Justin McCarthy aus Dublin, der in den 1830er-Jahren mit seinem Rüden „Boatswain" einen prägenden Zuchthund hervorbrachte. McCarthy hinterließ jedoch keine schriftlichen Aufzeichnungen über die eingekreuzten Rassen, weshalb über die genaue Abstammung nur spekuliert werden kann. Vermutet wird eine Verwandtschaft mit dem Pudel, dem Portugiesischen Wasserhund sowie älteren irischen Spaniel-Typen, die bereits im Mittelalter auf der Insel existierten.

Gezüchtet wurde der Irish Water Spaniel primär für die Wasserjagd in den rauen Küstengewässern und Sumpflandschaften Irlands. Er apportierte geschossenes Federwild aus kaltem Wasser und arbeitete als Stöberhund im dichten Unterholz. Im viktorianischen England erlangte die Rasse schnelle Beliebtheit bei Jägern und wurde bereits 1862 auf Hundeausstellungen gezeigt. Der Kennel Club erkannte ihn früh als eigenständige Rasse an. In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich der Irish Water Spaniel auch in Nordamerika, wo er besonders bei Entenjägern geschätzt wurde. Heute zählt er weltweit zu den selteneren Rassen, wird aber von engagierten Zuchtverbänden und Liebhabern bewahrt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Irish Water Spaniel ist der größte aller Spaniel-Rassen und fällt durch sein markantes Erscheinungsbild sofort auf. Sein Körperbau ist kompakt, muskulös und dabei elegant – ein Hund, der für ausdauernde Arbeit im Wasser gebaut ist. Besonders charakteristisch ist das dichte, eng gelockte Fell, das den gesamten Körper bedeckt und eine natürliche ölige Textur besitzt, die hervorragend Wasser abweist.

Ein unverwechselbares Merkmal ist die sogenannte „Rattenrute" (Rat Tail): Der Schwanz ist an der Basis von kurzen Locken bedeckt, wird dann aber schnell glatt und dünn wie eine Peitsche – ein Merkmal, das bei keiner anderen Spaniel-Rasse vorkommt. Ebenso auffällig ist der Kopfschmuck: Ein üppiger Schopf aus losen Locken fällt wie eine Perücke über Stirn und Schädel, was dem Hund ein fast clowneskes Aussehen verleiht.

Das Gesicht selbst ist glatt behaart, die Schnauze lang und kräftig. Die Augen sind relativ klein, mandelförmig und von dunkelbrauner bis bernsteinfarbener Farbe. Die langen, tief angesetzten Ohren sind dicht mit Locken bedeckt und hängen flach am Kopf herab. Die Pfoten sind groß und gut mit Schwimmhäuten ausgestattet – ein weiteres Zeichen seiner Spezialisierung als Wasserhund.

Charakter & Wesen

Wer einen Irish Water Spaniel kennenlernt, trifft auf einen Hund voller Gegensätze. Einerseits ist er ein ernsthafter, ausdauernder Arbeiter mit ausgesprochenem Jagdtrieb und starker Wasserpassion. Andererseits besitzt er einen ausgeprägten Humor und eine fast clowneske Verspieltheit, die ihn von vielen anderen Jagdhunderassen unterscheidet. In der englischsprachigen Kynologie wird er nicht umsonst als „Clown der Spaniel-Familie" bezeichnet.

Seinem Besitzer gegenüber zeigt sich der Irish Water Spaniel treu, anhänglich und kooperativ. Er bindet sich stark an seine Bezugsperson und kann bei konsequenter, aber fairer Erziehung hervorragend geführt werden. Fremden gegenüber verhält er sich häufig reserviert bis wachsam, ohne dabei aggressiv zu werden. Diese natürliche Zurückhaltung macht ihn auch zu einem aufmerksamen Wachhund.

Intelligenz und Eigenständigkeit sind weitere prägende Wesensmerkmale. Der Irish Water Spaniel denkt mit, was im Arbeitskontext ein Vorteil ist, bei der Erziehung aber durchaus Geduld erfordert. Monotone Wiederholungen langweilen ihn schnell – er braucht geistige Herausforderung und abwechslungsreiches Training.

Haltung & Pflege

Der Irish Water Spaniel ist kein Hund für die Stadtwohnung. Er braucht viel Auslauf, am besten in Kombination mit Schwimmmöglichkeiten. Sein Bewegungsdrang ist beträchtlich, und ohne ausreichende Beschäftigung kann er unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln. Ideal ist ein Haus mit großem Garten in ländlicher Umgebung, wo er sich frei bewegen kann.

Als Beschäftigung eignen sich neben der jagdlichen Arbeit auch Dummytraining, Mantrailing, Agility oder Obedience. Alles, was Kopf und Körper gleichzeitig fordert, kommt diesem intelligenten Hund entgegen. Regelmäßiges Schwimmen ist nicht nur artgerecht, sondern hält auch das Fell in gutem Zustand.

Die Fellpflege erfordert Aufmerksamkeit, ist aber weniger aufwendig, als das üppige Lockenfell vermuten lässt. Da der Irish Water Spaniel kaum haart, gilt er als relativ allergikerfreundlich. Allerdings muss das Fell regelmäßig – etwa zwei- bis dreimal pro Woche – gründlich durchgebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Alle sechs bis acht Wochen empfiehlt sich ein Scheren oder professionelles Trimmen. Die Ohren sollten aufgrund ihrer Länge und Behaar