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Italienisches-kaltblut

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Steckbrief

  • Herkunft: Italien (insbesondere Norditalien, Region Venetien und Friaul-Julisch Venetien)
  • Rassestandard: Anerkannt durch das Italienische Zuchtbuch (Registro Anagrafico delle Razze Equine), betreut durch die AIA (Associazione Italiana Allevatori) sowie das italienische Landwirtschaftsministerium
  • Größe: Stockmaß ca. 145–160 cm
  • Gewicht: 600–850 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Dichtes, kräftiges Fell mit ausgeprägtem Behang an den Fesseln; vorherrschend Braune, Füchse, Rappen, seltener Schimmel und Schecken

Herkunft & Geschichte

Das Italienische Kaltblut, auf Italienisch als Cavallo Agricolo Italiano da Tiro Pesante Rapido (CAITPR) bekannt, gehört zu den wenigen eigenständigen Kaltblutrassen Italiens. Der Name verrät bereits die Zuchtabsicht: ein schweres, dabei aber zügig arbeitendes Zugpferd für die Landwirtschaft. Die Ursprünge der Rasse reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, als in Norditalien gezielt einheimische Stuten mit importierten Kaltbluthengsten gekreuzt wurden. Maßgeblichen Einfluss auf die Abstammung hatten vor allem französische Bretonen, Ardenner und belgische Kaltblüter, die ab den 1860er-Jahren nach Italien eingeführt wurden.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann man, die Zucht systematisch zu ordnen. Das Zuchtziel war ein kompaktes, muskulöses Arbeitspferd, das in der Ebene wie im hügeligen Gelände gleichermaßen einsetzbar war. Nach dem Zweiten Weltkrieg – als die Mechanisierung der Landwirtschaft voranschritt – ging der Bestand drastisch zurück. Die Rasse geriet an den Rand des Aussterbens. Erst in den 1970er- und 1980er-Jahren setzte ein Umdenken ein. Italienische Zuchtverbände und regionale Initiativen widmeten sich der Erhaltungszucht, und das Italienische Kaltblut wurde offiziell als eigenständige Rasse im nationalen Zuchtbuch registriert. Heute wird es neben der traditionellen Zugarbeit zunehmend für die Fleischproduktion gehalten, was in Teilen Italiens kulturell verankert ist, aber auch für Freizeitreiten, Kutschfahrten und therapeutisches Reiten genutzt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Italienische Kaltblut ist ein kompaktes, muskulöses Pferd mit einem harmonisch proportionierten Körperbau. Der Kopf ist mittelgroß, ausdrucksstark und zeigt ein gerades bis leicht konvexes Profil. Die Augen sind groß und freundlich, die Ohren kurz und aufmerksam aufgestellt. Der Hals ist kräftig, gut angesetzt und geht in eine breite, muskulöse Schulter über.

Besonders auffällig sind der tiefe, breite Brustkorb und der kurze, kräftige Rücken, der in einer stark bemuskelten, leicht abfallenden Kruppe endet. Die Beine sind trocken, stabil und mit soliden Gelenken versehen. Der charakteristische Kötenbehang – ein dichtes Haarbüschel an den Fesseln – ist typisch für die Rasse, fällt aber weniger üppig aus als etwa beim Shire Horse. Die Hufe sind breit, hart und widerstandsfähig.

Das Fell ist dicht und schützt das Pferd gut vor Witterungseinflüssen. Die häufigsten Fellfarben sind Braune, Dunkelbraune und Füchse, wobei Rappen und Schimmel seltener, aber durchaus im Rassestandard zugelassen sind. Weiße Abzeichen an Kopf und Beinen kommen regelmäßig vor.

Charakter & Wesen

Der Charakter des Italienischen Kaltbluts wird von Züchtern und Haltern gleichermaßen geschätzt. Die Rasse gilt als ausgesprochen gutmütig, gelassen und menschenbezogen. Trotz ihrer imposanten Erscheinung zeigen diese Pferde ein sanftes, ausgeglichenes Wesen, das sie zu angenehmen Partnern im täglichen Umgang macht.

Italienische Kaltblüter sind arbeitswillig und leistungsbereit, ohne dabei hektisch oder nervös zu werden. Sie zeichnen sich durch eine hohe Frustrationstoleranz und eine bemerkenswerte Gelassenheit in ungewohnten Situationen aus. Im Vergleich zu anderen Kaltblutrassen gelten sie als relativ lebhaft und reaktionsschnell – der Zusatz „Rapido" im offiziellen Rassenamen kommt nicht von ungefähr. Diese Kombination aus Ruhe und Energie macht sie vielseitig einsetzbar. Gegenüber bekannten Bezugspersonen zeigen sie eine ausgeprägte Treue und Anhänglichkeit.

Haltung & Pflege

Wie alle Kaltblüter benötigt das Italienische Kaltblut ausreichend Platz und Bewegung. Eine reine Boxenhaltung ist für diese Rasse nicht artgerecht. Ideal ist ein großzügiger Offenstall mit Weidefläche, der den Pferden ganzjährig Auslauf ermöglicht. Die Tiere sind robust und witterungsbeständig, ein einfacher Unterstand reicht in der Regel aus.

Die Fellpflege ist bei dieser Rasse etwas aufwendiger als bei Warmblütern. Der Kötenbehang an den Fesseln neigt – besonders bei feuchter Witterung – zu Hautproblemen wie Mauke, wenn er nicht regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird. Regelmäßiges Bürsten und Striegeln des dichten Fells fördert die Durchblutung und stärkt die Bindung zum Pferd. Hufpflege durch einen erfahrenen Hufschmied sollte alle sechs bis acht Wochen erfolgen.

Für die Beschäftigung eignen sich Kutschfahrten, leichte Geländeritte, Bodenarbeit und das Training vor dem Zug. Das Italienische Kaltblut braucht geistige und körperliche Auslastung, zeigt sich aber insgesamt genügsamer als viele Warmblutrassen.

Ernährung

Kaltblüter sind bekannte „gute Futterverwerter", und das Italienische Kaltblut bildet da keine Ausnahme. Die Grundlage der Ernährung sollte qualitativ hochwertiges