Javafarn
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Definition und Überblick
Der Javafarn (Microsorum pteropus) ist eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Aquarienpflanzen weltweit. Er gehört zur Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae) und stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens, wo er in Thailand, Malaysia, auf Java, Borneo und den Philippinen vorkommt. In seiner natürlichen Umgebung wächst er an Flussufern, auf Steinen und an Baumwurzeln – sowohl untergetaucht (submers) als auch über Wasser (emers). Dank seiner Robustheit, seiner geringen Ansprüche und seines dekorativen Erscheinungsbildes hat sich der Javafarn als Standardpflanze in der Süßwasseraquaristik etabliert.
Morphologie und Erscheinungsbild
Microsorum pteropus bildet ein kriechendes, grünlich-braunes Rhizom aus, von dem in regelmäßigen Abständen die Blätter (Wedel) nach oben und die Wurzeln nach unten wachsen. Die Wurzeln dienen vor allem der Befestigung auf dem Substrat und weniger der Nährstoffaufnahme, die größtenteils über die Blattoberfläche erfolgt.
Die Blätter der Wildform sind lanzettlich, ledrig und erreichen je nach Kulturbedingungen eine Länge von 15 bis 30 Zentimetern, in seltenen Fällen auch mehr. Ihre Farbe reicht von hellem bis dunklem Grün. Auf der Unterseite der älteren Blätter bilden sich braune Sporangien – die Sporenbehälter, die den Javafarn eindeutig als Farn kennzeichnen. Diese werden von unerfahrenen Aquarianern gelegentlich mit einem Krankheitsbefall verwechselt, sind jedoch völlig normal.
Zuchtformen und Varianten
Im Laufe der Jahre sind zahlreiche Zuchtformen und natürliche Varianten des Javafarns in den Handel gelangt, die sich in Blattform und Wuchsgröße deutlich unterscheiden:
- Microsorum pteropus 'Windeløv' – Eine kompakte Sorte mit fein verzweigten, hirschgeweihartigen Blattspitzen. Sie wurde nach dem dänischen Aquarienpflanzen-Pionier Holger Windeløv benannt und zählt zu den beliebtesten Varianten.
- Microsorum pteropus 'Narrow' – Diese Form zeichnet sich durch besonders schmale, grasartige Blätter aus und eignet sich gut für den Mittelgrund.
- Microsorum pteropus 'Trident' – Die Blätter sind dreigabelig gespalten und wirken filigran. Diese Variante bleibt relativ klein.
- Microsorum pteropus 'Needle Leaf' – Extrem schmalblättrig mit nadelähnlichen Wedeln, eine der zierlichsten Formen.
- Microsorum pteropus var. latifolius – Die breitblättrige Variante, die deutlich größer wird als die Standardform und sich für geräumige Aquarien empfiehlt.
Haltung und Pflegeansprüche
Der Javafarn gilt als ausgesprochen pflegeleichte Aquarienpflanze und eignet sich daher hervorragend für Einsteiger. Er toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten: Die Temperatur sollte zwischen 20 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 8,0, und die Gesamthärte kann von weich bis mittelhart variieren. Selbst in leicht brackigem Wasser gedeiht Microsorum pteropus noch zufriedenstellend.
Ein entscheidender Punkt bei der Pflege ist die Befestigung. Der Javafarn darf nicht in den Bodengrund eingepflanzt werden, da das Rhizom sonst faulen kann. Stattdessen wird er auf Wurzelholz, Steinen oder anderen Dekorationselementen fixiert. Dazu eignen sich Angelschnur, Baumwollfaden oder spezieller Pflanzenkleber auf Cyanacrylatbasis. Nach einigen Wochen wachsen die Haftwurzeln fest an das Substrat an, sodass die Befestigung entfernt werden kann.
Die Beleuchtungsansprüche sind gering bis mittel. Der Javafarn kommt mit schwacher Beleuchtung gut zurecht, was ihn für schattige Bereiche im Aquarium und für Becken ohne Hochleistungsbeleuchtung prädestiniert. Zu starkes Licht kann sogar kontraproduktiv sein und das Wachstum von Algen auf den Blättern fördern, insbesondere von Bartalgen und Punktalgen. Eine CO₂-Düngung ist nicht erforderlich, beschleunigt aber das ohnehin langsame Wachstum spürbar. Flüssigdünger mit Mikronährstoffen – vor allem Eisen und Kalium – wirkt sich ebenfalls positiv auf die Blattfarbe und Vitalität aus.
Vermehrung
Die Vermehrung des Javafarns gelingt auf mehreren Wegen und ist unkompliziert. Die gängigste Methode ist die Teilung des Rhizoms: Ein gesundes Rhizom wird mit einem scharfen Messer oder einer Schere in mehrere Stücke zerteilt, wobei jedes Teilstück mindestens drei bis vier Blätter aufweisen sollte. Die Teilstücke werden anschließend auf neuen Aufwuchsflächen befestigt.
Eine weitere, für Farne typische Vermehrungsform sind die sogenannten Adventivpflanzen. An älteren, manchmal auch an beschädigten Blättern bilden sich auf der Unterseite kleine Tochterpflanzen, die zunächst als winzige grüne Punkte sichtbar werden und mit der Zeit eigene Blätter und Wurzeln ausbilden. Wenn diese Jungpflanzen eine Größe von etwa zwei bis drei Zentimetern erreicht haben, können sie vorsichtig vom Mutterblatt getrennt und separat aufgebunden werden. Oft lösen sie sich auch von selbst und treiben im Aquarium, bis sie sich an geeigneter Stelle festsetzen.
Gestaltung und Einsatz im Aquarium
In der Aquariengestaltung – insbesondere im Aquascaping – wird der Javafarn vielseitig eingesetzt. Die Wildform und die großblättrigen Varianten eignen sich als Hintergrund- oder Seitenbepflanzung. Kleinere Zuchtformen wie 'Windeløv' oder 'Trident' kommen im Mittelgrund gut zur Geltung. Auf Wurzeln und Steinen aufgebunden, verleiht der Javafarn dem Becken eine naturnahe Optik, die an tropische Flusslandschaften erinnert.