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Katzenfrett

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Kleinbären

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bassariscus astutus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Kleinbären (Procyonidae)
  • Gattung: Bassariscus
  • Lebensraum: Trockene, felsige Gebiete, Canyons, Wüsten und lichte Wälder im Südwesten Nordamerikas und Mexiko
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 30–42 cm, Schwanzlänge 31–44 cm
  • Gewicht: 0,7–1,5 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 7 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 16 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Das Katzenfrett ist ein zierliches, langgestrecktes Raubtier mit großen, runden Augen und auffällig großen, häutigen Ohren. Der Kopf wirkt breit und flach, die Schnauze ist spitz und kurz. Das weiche, dichte Fell ist oberseits gelblich-braun bis graubraun gefärbt, die Unterseite heller, oft weißlich bis cremig. Rund um die Augen zeichnen sich helle Ringe ab, die von dunkleren Fellpartien umgeben sind – ein Merkmal, das entfernt an den Waschbären erinnert, den nächsten größeren Verwandten innerhalb der Familie der Kleinbären.

Das auffälligste Körpermerkmal ist der buschige, schwarz-weiß geringelte Schwanz, der etwa so lang ist wie der restliche Körper oder diesen sogar übertrifft. Dieser Schwanz dient als Balancierorgan beim Klettern in steilem, felsigem Gelände. Die Pfoten sind halb einziehbare Krallen ausgestattet, die das Tier zu einem geschickten Kletterer machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kleinbären kann das Katzenfrett seine Hinterpfoten um 180 Grad drehen und so kopfüber an Felswänden herabklettern.

Der Körperbau erinnert an eine Mischung aus Katze und Marder – daher rührt auch der deutsche Name. Im Englischen ist die Art unter den Bezeichnungen „Ringtail" oder „Ringtail Cat" bekannt, obwohl sie weder mit Katzen noch mit Mardern näher verwandt ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Katzenfretts erstreckt sich vom Südwesten der USA – von Oregon und Kalifornien über Nevada, Utah, Colorado, Arizona, New Mexico und Texas – bis nach Mexiko, wo die Art bis in den Süden des Landes vorkommt. Es werden mehrere Unterarten unterschieden, deren genaue Abgrenzung taxonomisch teils umstritten ist.

Als Habitat bevorzugt das Katzenfrett trockene, felsige Landschaften mit Spalten, Höhlen und Überhängen, die als Tagesverstecke dienen. Typische Biotope sind Canyons, Geröllhalden, Eichenwälder und Chaparral-Vegetation. In höheren Lagen besiedelt es auch Nadelwälder. Die Art meidet offene, baumlose Ebenen und kommt selten in dicht geschlossenen Feuchtwäldern vor. In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzt das Katzenfrett gelegentlich Dachböden, Scheunen und verlassene Gebäude als Unterschlupf.

Ernährung

Das Katzenfrett ist ein Allesfresser mit einer deutlichen Neigung zu tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Skorpione, kleine Nagetiere, Eidechsen, Frösche und Vögel samt deren Eiern. Ergänzend frisst es Früchte, Beeren und gelegentlich Nektar. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit. In trockenen Sommermonaten können pflanzliche Anteile – insbesondere Kakteenfrüchte und Wacholderbeeren – einen größeren Teil der Ernährung ausmachen.

Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, doch klettert das Katzenfrett auch geschickt in Bäumen und Felsen, um Nester auszurauben oder Insekten unter loser Rinde aufzuspüren. Als opportunistischer Jäger passt es sein Beuteschema flexibel an die lokalen Gegebenheiten an.

Verhalten & Lebensweise

Das Katzenfrett ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag in Felsspalten, Baumhöhlen oder verlassenen Bauten anderer Tiere. Es lebt einzelgängerisch; die Reviere von Männchen und Weibchen können sich zwar überlappen, doch direkte Begegnungen außerhalb der Paarungszeit werden gemieden. Die Reviergröße variiert je nach Lebensraum und Nahrungsangebot zwischen 20 und 140 Hektar.

Zur Kommunikation nutzt das Katzenfrett eine Reihe von Lautäußerungen – darunter hohe, bellende Rufe, Quietschlaute und ein metallisch klingendes Kreischen. Zusätzlich erfolgt die Reviermarkierung über Duftdrüsen. Bei Bedrohung kann das Katzenfrett ein übel riechendes Sekret aus seinen Analdrüsen absondern, ähnlich wie Stinktiere, wenngleich in deutlich schwächerer Ausprägung.

Die Art zeigt eine hohe Agilität und Wendigkeit. In felsigem Terrain bewegt sich das Katzenfrett mit akrobatischer Sicherheit, springt über breite Spalten und klettert nahezu senkrechte Wände hinauf und hinab. Diese Fähigkeit verschafft ihm Zugang zu Nistplätzen und Nahrungsquellen, die für andere Prädatoren unerreichbar sind.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate Februar bis Mai. Während dieser Phase suchen die Männchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und legen dabei größere Strecken zurück als üblich. Nach einer Tragzeit von etwa 51 bis 54 Tagen bringt das Weibchen einen Wurf von meist zwei bis vier Jungtieren zur Welt. Die Geburt erfolgt in einer geschützten Höhle oder Felsspalte.

Die Jungtiere kommen blind und nahezu nackt zur Welt und wiegen bei der Geburt nur rund 25 Gramm. Nach etwa vier Wochen öffnen sie die Augen, ab der achten Woche nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich.