Nasenbär
NTierart – Säugetiere > Raubtiere – Kleinbären
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Nasua (Gattung), mit den Arten Weißrüssel-Nasenbär (Nasua narica) und Südamerikanischer Nasenbär (Nasua nasua)
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Kleinbären (Procyonidae)
- Gattung: Nasua
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Buschland, Grasland – von Südarizona bis Nordargentinien
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 41–67 cm, Schwanzlänge 32–69 cm
- Gewicht: 3–6 kg (Weibchen), bis 7 kg (Männchen)
- Lebenserwartung: 7–8 Jahre in freier Wildbahn, bis 17 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Das auffälligste Merkmal der Nasenbären ist die namensgebende, lang gestreckte und sehr bewegliche Nase. Dieser rüsselartig verlängerte Nasenfortsatz dient als hochsensibles Tastorgan und kann in alle Richtungen gedreht werden. Der Körperbau ist schlank und langgestreckt, die Beine vergleichsweise kurz. Die Vorderpfoten tragen lange, kräftige Krallen, die beim Graben und Klettern zum Einsatz kommen.
Das Fell ist dicht und rau, die Färbung variiert je nach Art und Individuum von rötlich-braun über graubraun bis hin zu dunklem Braun. Die Unterseite ist heller gefärbt. Charakteristisch sind die hellen Abzeichen im Gesicht: über und unter den Augen verlaufen weißliche Streifen, die den Tieren ein maskenhaftes Aussehen verleihen – eine Gemeinsamkeit mit dem verwandten Waschbären (Procyon lotor). Der lange, buschige Schwanz ist mit dunklen und hellen Ringen gezeichnet und wird beim Laufen häufig senkrecht nach oben getragen, was Nasenbären in Gruppen die Orientierung erleichtert.
Der Südamerikanische Nasenbär (Nasua nasua) ist tendenziell etwas kräftiger gebaut und dunkler gefärbt als der Weißrüssel-Nasenbär (Nasua narica), der vor allem in Mittelamerika und dem südlichen Nordamerika vorkommt. Eine dritte, eigenständige Gattung stellt der Bergnasenbär (Nasuella olivacea) dar, der in den Anden lebt und deutlich kleiner bleibt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Nasenbären erstreckt sich über weite Teile des amerikanischen Doppelkontinents. Der Weißrüssel-Nasenbär bewohnt ein Areal von Südarizona und New Mexico über Mexiko und Mittelamerika bis nach Kolumbien. Der Südamerikanische Nasenbär besiedelt nahezu ganz Südamerika östlich der Anden – von Venezuela und Kolumbien bis nach Uruguay und Nordargentinien.
Als Habitat nutzen Nasenbären ein breites Spektrum an Biotopen. Bevorzugt werden tropische und subtropische Regen- und Trockenwälder, doch auch Buschland, Savannen, Cerrado-Vegetation und sogar Gebirgsregionen bis auf 2.500 Meter Höhe werden besiedelt. Entscheidend für die Eignung eines Lebensraums ist das Vorhandensein von Baumbestand, da Nasenbären sowohl am Boden als auch in den Bäumen aktiv sind. In Gebieten mit menschlicher Besiedlung zeigen sie sich erstaunlich anpassungsfähig und durchsuchen gelegentlich Abfälle in Siedlungsnähe.
Ernährung
Nasenbären sind Allesfresser mit einer ausgeprägten Vorliebe für tierische Kost. Ein großer Teil ihrer Nahrung besteht aus Wirbellosen: Käfer, Larven, Tausendfüßer, Spinnen, Skorpione und Ameisen werden mit der beweglichen Nase im Laub und in der Erde aufgespürt und mit den kräftigen Vorderkrallen freigelegt. Darüber hinaus fressen Nasenbären Früchte, Beeren und Nüsse, die je nach Jahreszeit einen erheblichen Anteil der Nahrung ausmachen können. Gelegentlich erbeuten sie auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Frösche, Nagetiere und Vogeleier.
Die verlängerte Schnauze und der ausgeprägte Geruchssinn ermöglichen es den Tieren, im Boden verborgene Beutetiere aufzuspüren, die für andere Raubtiere ähnlicher Größe unerreichbar wären. Diese ökologische Nische teilen sie sich in Teilen ihres Verbreitungsgebiets nur mit wenigen anderen Arten.
Verhalten & Lebensweise
Nasenbären sind überwiegend tagaktiv – eine Ausnahme unter den Kleinbären, die mehrheitlich dämmerungs- oder nachtaktiv leben. Die Tiere verbringen den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche am Waldboden, klettern aber regelmäßig und geschickt in Bäume, um Früchte zu fressen oder Schlafplätze aufzusuchen. Genächtigt wird in Baumkronen oder auf stabilen Ästen.
Weibchen und Jungtiere leben in Gruppen (sogenannten Banden) von 5 bis über 30 Individuen. Diese sozialen Verbände bieten Schutz vor Fressfeinden wie Jaguaren, Pumas, Ozelots und großen Greifvögeln. Innerhalb der Bande herrscht eine differenzierte Sozialstruktur mit gegenseitiger Fellpflege und kooperativer Jungenaufzucht. Ausgewachsene Männchen leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und werden von den Weibchengruppen nur während der Fortpflanzungszeit geduldet. Einzelgängerische Männchen wurden früher irrtümlich als eigene Art beschrieben und als „Coatimundi" bezeichnet.
Die Streifgebiete der Banden umfassen je nach Habitatqualität und Nahrungsangebot zwischen 0,5 und 9 Quadratkilometer. Die Kommunikation erfolgt über eine Vielzahl von Lauten – Schnüffel-, Grunz- und Quietschlaute – sowie über Körperhaltungen und die Position des Schwanzes.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit f