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Kohlenhydrate

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Kohlenhydrate gehören neben Protein, Fett und Wasser zu den Grundnährstoffen in der Tierernährung. Chemisch betrachtet handelt es sich um organische Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, die dem tierischen Organismus primär als Energielieferant dienen. Je nach Tierart spielen Kohlenhydrate eine unterschiedlich bedeutsame Rolle im Stoffwechsel – während Pflanzenfresser ihren Energiebedarf zum Großteil über Kohlenhydrate decken, sind sie für strikte Karnivoren wie die Katze von untergeordneter Bedeutung.

In der Futtermittelindustrie stellen Kohlenhydrate einen wesentlichen Bestandteil vieler Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel dar. Sie beeinflussen nicht nur den Energiegehalt einer Futterration, sondern auch die Verdauung, die Darmgesundheit und den Blutzuckerspiegel. Ein fundiertes Verständnis der verschiedenen Kohlenhydrattypen hilft Tierhaltern, die Fütterung artgerecht und bedarfsgerecht zu gestalten.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Kohlenhydrate lassen sich nach ihrer chemischen Struktur in drei Hauptgruppen einteilen:

  • Einfachzucker (Monosaccharide): Glucose und Fructose – schnell verfügbare Energie, die rasch ins Blut gelangt.
  • Zweifachzucker (Disaccharide): Saccharose (Haushaltszucker) und Laktose (Milchzucker) – werden enzymatisch in Einfachzucker gespalten.
  • Vielfachzucker (Polysaccharide): Stärke, Cellulose, Hemicellulose und Pektin – liefern langsam Energie oder dienen als Rohfaser.

In der Futtermitteldeklaration tauchen Kohlenhydrate nicht immer direkt auf. Sie verbergen sich hinter den stickstofffreien Extraktstoffen (NfE), die sich rechnerisch aus der Differenz von Trockensubstanz abzüglich Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche ergeben. Die Rohfaser selbst – bestehend aus Cellulose und Lignin – zählt ebenfalls zu den Kohlenhydraten, ist aber nur für Tiere mit spezialisiertem Verdauungssystem effizient verwertbar.

Typische kohlenhydratreiche Futtermittel sind Getreide (Weizen, Mais, Hafer, Gerste), Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte sowie Rüben und Obst. Sie enthalten neben Kohlenhydraten auch Vitamine der B-Gruppe, Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sowie pflanzliches Protein in unterschiedlichen Mengen.

Für welche Tiere geeignet?

Die Verwertbarkeit von Kohlenhydraten variiert je nach Tierart erheblich:

  • Pferde: Als Herbivoren nutzen Pferde sowohl Stärke aus Getreide als auch strukturierte Rohfaser aus Heu und Gras. Die mikrobielle Fermentation im Blinddarm und Dickdarm macht Cellulose als Energiequelle verfügbar. Übermäßige Stärkezufuhr kann jedoch Hufrehe und Magengeschwüre begünstigen.
  • Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen): Dank ihres Pansens können Wiederkäuer faserreiche Kohlenhydrate besonders effizient verwerten. Cellulose und Hemicellulose werden durch Mikroorganismen zu flüchtigen Fettsäuren abgebaut – der wichtigsten Energiequelle dieser Tiere.
  • Hunde: Durch die Domestikation haben Hunde die Fähigkeit entwickelt, Stärke vergleichsweise gut zu verdauen. Gekochtes Getreide und Kartoffeln sind für die meisten Hunde gut verträglich und fester Bestandteil vieler Alleinfuttermittel.
  • Katzen: Als obligate Karnivoren besitzen Katzen eine eingeschränkte Amylase-Aktivität und verwerten Kohlenhydrate weniger effizient. Ein hoher Kohlenhydratanteil in der Futterration kann Übergewicht und Diabetes mellitus fördern.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: Diese Tiere benötigen große Mengen strukturierter Rohfaser für eine gesunde Verdauung. Rohfasergehalte von mindestens 18–20 % in der Trockensubstanz gelten als empfehlenswert.
  • Geflügel: Hühner und andere Vögel verwerten stärkehaltige Futtermittel gut. Getreide bildet die Basis der meisten Geflügelfutterrezepturen.

Fütterungsempfehlung

Pauschale Empfehlungen zur Kohlenhydratmenge lassen sich nicht für alle Tierarten gleichermaßen formulieren. Entscheidend sind Tierart, Rasse, Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand. Folgende Orientierungswerte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Hunde: Kohlenhydrate können 30–50 % der metabolisierbaren Energie ausmachen. Die Futtermenge sollte so bemessen sein, dass das Idealgewicht gehalten wird. Stärkehaltige Komponenten stets gekocht oder anderweitig aufgeschlossen anbieten.
  • Katzen: Der Kohlenhydratanteil sollte unter 10–15 % der Trockensubstanz bleiben. Hochwertige Nassfutter erfüllen diese Anforderung meist besser als Trockenfutter.
  • Pferde: Die Getreidemenge pro Mahlzeit sollte 0,5 kg je 100 kg Körpergewicht nicht überschreiten. Das Fütterungsintervall bei kraftfutterreicher Fütterung sollte auf mindestens drei Mahlzeiten verteilt werden. Heu und Gras bilden die Grundlage.

Grundsätzlich gilt: Strukturierte Kohlenhydrate (Rohfaser) sollten bei Pflanzenfressern den Hauptanteil ausmachen, während leicht verdauliche Stärke und Zucker nur in moderaten Mengen gefüttert werden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Kostengünstige und effiziente Energiequelle in der Futterration
  • Rohfaserreiche Kohlenhydrate fördern die Darmperistaltik und eine gesunde Darmflora
  • Stärke dient als technologischer Bindemittelersatz in ext