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Küken

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Zucht & Fortpflanzung > Lebensstadien

Definition und Überblick

Als Küken wird das Jungtier von Vögeln in der frühesten Lebensphase nach dem Schlupf bezeichnet. Der Begriff findet im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem für den Nachwuchs von Hühnern Verwendung, gilt zoologisch jedoch für sämtliche Vogelarten. In der Geflügelzucht umfasst die Kükenphase je nach Art die ersten vier bis acht Lebenswochen, also den Zeitraum vom Schlupf bis zur Entwicklung des Jugendgefieders. In dieser Phase sind die Tiere besonders empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und benötigen – ob durch das Elterntier oder den Züchter – intensive Fürsorge.

Embryonalentwicklung und Schlupf

Die Entwicklung des Kükens beginnt bereits im befruchteten Ei. Beim Haushuhn dauert die Brutzeit rund 21 Tage, bei Enten etwa 28 Tage und bei Gänsen bis zu 34 Tage. Während der Bebrütung durchläuft der Embryo eine vollständige Organentwicklung, wobei der Dottersack als Nährstoffquelle dient. Kurz vor dem Schlupf wird der restliche Dotter in die Bauchhöhle aufgenommen und versorgt das frisch geschlüpfte Tier in den ersten 24 bis 48 Stunden mit Energie.

Der eigentliche Schlupfvorgang ist ein kräftezehrender Prozess. Das Küken ritzt mit dem sogenannten Eizahn – einer kleinen, harten Erhebung auf der Schnabeloberseite – die Eischale von innen an. Dieses Anritzen wird als Anpicken bezeichnet. Anschließend dreht sich das Küken schrittweise im Ei und bricht die Schale kreisförmig auf, bis es sich schließlich befreien kann. Der Eizahn fällt wenige Tage nach dem Schlupf von selbst ab.

Nestflüchter und Nesthocker

Je nach Vogelart unterscheidet die Ornithologie zwei grundlegende Entwicklungstypen bei Küken:

  • Nestflüchter: Hühner, Enten, Gänse, Rebhühner und andere Hühnervögel bringen Küken zur Welt, die bereits beim Schlupf mit einem dichten Daunenkleid bedeckt sind, offene Augen haben und nach kurzer Trocknungsphase selbstständig laufen und Nahrung aufnehmen können. Sie verlassen das Nest innerhalb weniger Stunden.
  • Nesthocker: Singvögel, Greifvögel, Papageien und Tauben schlüpfen hingegen nackt, blind und vollständig hilflos. Diese Küken sind über Tage bis Wochen auf die ständige Fütterung und Wärmeversorgung durch die Altvögel angewiesen und verbleiben im Nest, bis sie flugfähig werden.

Zwischen diesen Extremen existieren Übergangsformen, etwa bei Möwen, deren Küken zwar befiedert schlüpfen, aber dennoch längere Zeit im Nestbereich verbleiben und gefüttert werden.

Aufzucht in der Geflügelzucht

In der Geflügelhaltung werden Küken entweder durch Naturbrut unter einer Glucke oder durch Kunstbrut im Brutapparat (Inkubator) erbrütet. Bei der maschinellen Brut übernimmt der Züchter die Kontrolle über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wendung der Eier. Die optimale Bruttemperatur liegt bei Hühnereiern zwischen 37,5 und 37,8 Grad Celsius bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 55 bis 65 Prozent.

Nach dem Schlupf werden die Küken in einem Kükenheim oder einer Aufzuchtbox untergebracht. Eine Wärmequelle – traditionell eine Rotlichtlampe, heute häufig eine Wärmeplatte – ist in den ersten Lebenswochen unverzichtbar. Die Umgebungstemperatur sollte in der ersten Woche bei etwa 32 bis 35 Grad Celsius liegen und wird anschließend schrittweise um zwei bis drei Grad pro Woche abgesenkt, bis die Jungtiere ihr vollständiges Federkleid entwickelt haben und die Umgebungstemperatur vertragen.

Die Fütterung erfolgt mit speziellem Kükenstarter oder Aufzuchtfutter, das einen erhöhten Eiweißgehalt von etwa 20 bis 22 Prozent aufweist. Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein, wobei flache Tränken oder Stülptränken das Ertrinken der kleinen Tiere verhindern. Zusätzlich benötigen Küken feinen Grit zur Unterstützung der Verdauung im Muskelmagen.

Gesundheit und häufige Risiken

Die Sterblichkeit von Küken ist in den ersten Lebenstagen am höchsten. Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen gehören:

  • Kokzidiose: Eine durch Einzeller (Kokzidien) verursachte Darmerkrankung, die sich durch blutigen Kot und Abgeschlagenheit äußert. Vorbeugend wird oft medikamentös behandeltes Futter eingesetzt.
  • Kükenruhr (Pullorum): Eine bakterielle Infektion mit Salmonella pullorum, die hohe Verluste verursachen kann.
  • Unterkühlung: Küken können ihre Körpertemperatur in den ersten Wochen nicht selbstständig regulieren. Zu niedrige Temperaturen führen rasch zu Schwächung und Tod.
  • Nabelentzündung: Eine unvollständige Vernarbung des Nabels nach der Dottersackresorption kann Infektionen begünstigen.

Gute Hygiene in der Aufzuchtumgebung, regelmäßiger Einstreuwechsel und eine angemessene Besatzdichte sind entscheidend für die Gesunderhaltung der Jungtiere. Impfungen gegen Mareksche Krankheit und Newcastle Disease werden in professionellen Betrieben häufig bereits am ersten Lebenstag durchgeführt.

Entwicklung zum Jungvogel

Das anfängliche Dunengefieder der Küken wird schrittweise durch das sogenannte Jugendgefieder ersetzt. Beim Haushuhn beginnt dieser Prozess ab der ersten Lebenswoche mit dem Wachstum der Flügelfedern. Bis zur