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Kupfer

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Kupfer (chemisches Symbol: Cu) ist ein essentielles Spurenelement, das im Organismus von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen erfüllt. Als Bestandteil zahlreicher Enzyme ist Kupfer an der Blutbildung, der Pigmentierung von Haut und Fell, dem Bindegewebsstoffwechsel, der Energiegewinnung und der Funktion des Immunsystems beteiligt. In der Tierernährung zählt Kupfer zu den Mineralstoffen – genauer zu den Spurenelementen –, die dem Tier über die Futterration zugeführt werden müssen, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Kupfer wird in der Futtermittelindustrie als Bestandteil von Ergänzungsfuttermitteln, Mineralfuttermischungen und Alleinfuttermitteln eingesetzt. Die gängigsten Verbindungen sind Kupfersulfat, Kupfercarbonat, Kupferchelat und organisch gebundene Kupferkomplexe (z. B. Kupferglycinat). Die Bioverfügbarkeit – also der Anteil, den der Organismus tatsächlich verwerten kann – unterscheidet sich je nach chemischer Verbindung erheblich.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Kupfer ist kein isolierter Nährstoff, der allein betrachtet werden darf. Sein Stoffwechsel steht in enger Wechselwirkung mit anderen Mineralstoffen und Vitaminen:

  • Eisen: Kupfer ist notwendig, damit Eisen in das Hämoglobin eingebaut werden kann. Ein Kupfermangel führt sekundär zu Eisenverwertungsstörungen und Anämie.
  • Zink: Hohe Zinkgehalte in der Ration hemmen die Kupferaufnahme im Darm. Dieses Prinzip wird therapeutisch bei kupferspeicherkranken Hunden genutzt.
  • Molybdän und Schwefel: Besonders bei Wiederkäuern bilden Molybdän und Schwefel im Pansen unlösliche Kupfer-Thiomolybdat-Komplexe, die die Kupferresorption drastisch senken.
  • Vitamin C: Ascorbinsäure kann die Kupferresorption sowohl fördern als auch – in sehr hohen Dosen – hemmen.

Natürliche Kupferquellen in der Tierernährung sind Leber (bis zu 150 mg/kg), Fischmehl, Hülsenfrüchte, Vollgetreide und bestimmte Hefen. Muskelfleisch enthält dagegen vergleichsweise wenig Kupfer (1–3 mg/kg). Bei der Zusammenstellung einer Futterration aus rohen Komponenten – etwa beim BARFen von Hunden und Katzen – ist daher eine gezielte Supplementierung häufig erforderlich.

Für welche Tiere geeignet?

Grundsätzlich benötigen alle Tierarten Kupfer, doch der Bedarf und die Toleranz variieren extrem:

  • Hunde: Tagesbedarf etwa 0,06–0,1 mg Kupfer pro kg Körpergewicht. Bestimmte Rassen (Bedlington Terrier, West Highland White Terrier, Labrador Retriever, Dalmatiner) neigen zu einer genetisch bedingten Kupferspeicherkrankheit, bei der Kupfer in der Leber akkumuliert und schwere Schäden verursacht.
  • Katzen: Bedarf liegt bei rund 5 mg Kupfer pro kg Trockenfutter. Katzen reagieren weniger empfindlich auf Kupferüberschüsse als Hunde, benötigen aber eine gleichmäßige Zufuhr über die tägliche Futtermenge.
  • Pferde: Empfohlen werden 10 mg Kupfer pro kg Futtertrockensubstanz. Pferde auf kupferarmen Böden – etwa in Norddeutschland – entwickeln ohne Ergänzung häufig Gelenkprobleme und Pigmentstörungen.
  • Rinder: Bedarf bei 8–12 mg/kg Trockenmasse. Besonders anfällig für sekundären Kupfermangel durch hohe Molybdängehalte im Grünfutter.
  • Schafe: Extrem kupferempfindlich. Bereits Gehalte über 15 mg/kg Trockenmasse können eine tödliche Kupfervergiftung auslösen. Schaffutter darf niemals mit Rindermineralfutter ergänzt werden.
  • Geflügel: Bedarf bei 6–8 mg/kg Futter. Kupfer wird hier zusätzlich wachstumsfördernd eingesetzt.

Fütterungsempfehlung

Die Zufuhr von Kupfer erfolgt in der Praxis über drei Wege: direkt über das Alleinfuttermittel, über Mineralfutter als Ergänzungsfuttermittel oder über gezielte Einzelpräparate. Entscheidend ist, dass Kupfer nicht sporadisch, sondern regelmäßig über das tägliche Fütterungsintervall verabreicht wird, da der Körper nur begrenzte Speicherkapazitäten hat – vorwiegend in der Leber.

Bei der Rationsgestaltung gelten folgende Grundsätze:

  • Die exakte Kupfermenge richtet sich nach Tierart, Rasse, Alter, Reproduktionsstatus und Leistungsniveau.
  • Bei selbst zusammengestellten Rationen (BARF, Rationskochen) sollte eine Berechnung durch einen spezialisierten Tierernährungsberater erfolgen.
  • Organisch gebundene Kupferverbindungen (Chelate) weisen eine höhere Bioverfügbarkeit auf und erlauben niedrigere Dosierungen bei gleicher Wirkung.
  • Die Gehalte an Zink, Eisen, Molybdän und Schwefel in der Gesamtration müssen berücksichtigt werden, da sie die Kupferresorption direkt beeinflussen.
  • Wachsende, tragende und laktierende Tiere haben einen erhöhten Bedarf, der bei der Futtermenge entsprechend berücksichtigt werden muss.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer bedarfsgerechten Kupferversorgung:

  • Gesunde Blutbildung und Vorbeugung von Anämien
  • Stabile Knochen- und Gelenkstrukturen durch Kollagenvernetzung
  • Kräftige Fellpigmentierung – Kupfermangel zeigt sich hä