Laichgrund
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Definition und Überblick
Als Laichgrund bezeichnet man ein Gewässerareal, das von Fischen, Amphibien oder anderen aquatischen Tieren gezielt zur Eiablage – dem Laichen – aufgesucht wird. Der Begriff setzt sich aus „Laich" (die von Wassertieren abgelegten Eier mitsamt ihrer gallertartigen oder klebrigen Hüllsubstanz) und „Grund" (Boden, Untergrund eines Gewässers) zusammen. Laichgründe können sich in Süßgewässern wie Flüssen, Bächen, Seen und Teichen befinden, aber ebenso in Brackwasser- und Meereszonen. Entscheidend ist, dass der jeweilige Standort die spezifischen Bedingungen erfüllt, die eine Tierart für die erfolgreiche Fortpflanzung benötigt. Dazu zählen unter anderem Wassertiefe, Strömungsverhältnisse, Substratbeschaffenheit, Temperatur und Sauerstoffgehalt.
Typische Merkmale eines Laichgrundes
Ein geeigneter Laichgrund zeichnet sich durch ein Zusammenspiel mehrerer abiotischer und biotischer Faktoren aus, die je nach Tierart stark variieren können:
- Substrat: Kieslaicher wie Bachforelle, Lachs und Äsche benötigen lockeres, sauberes Kiesbett mit einer Korngröße von etwa 2 bis 60 Millimetern. Andere Arten, etwa der Hecht, bevorzugen flach überflutete Wiesenflächen oder Krautbestände als Laichsubstrat. Karpfenartige heften ihre klebrigen Eier häufig an Wasserpflanzen.
- Strömung: Viele Salmoniden sind auf durchströmte Kiesbänke angewiesen, da die Strömung frisches, sauerstoffreiches Wasser an die im Substrat vergrabenen Eier transportiert. Stillwasserlaicher hingegen suchen strömungsberuhigte Buchten, Altarme oder Überschwemmungsflächen auf.
- Wassertiefe und Temperatur: Amphibien wie Grasfrosch und Erdkröte laichen bevorzugt in flachen, sich schnell erwärmenden Gewässerzonen. Tiefenlaicher unter den Meeresfischen nutzen dagegen Bereiche des Kontinentalschelfs in mehreren hundert Metern Tiefe.
- Vegetation und Deckung: Submerse und emerse Wasserpflanzen dienen vielen Arten als Laichsubstrat, Schutz vor Prädatoren und Nahrungsquelle für die schlüpfenden Larven. Totholz und Wurzelgeflechte können ebenfalls Teil eines Laichhabitats sein.
- Wasserqualität: Niedriger Schadstoffgehalt, ausreichende Sauerstoffsättigung und ein stabiler pH-Wert sind Grundvoraussetzungen. Verschlammung oder Feinsedimenteintrag können Kieslaichplätze unbrauchbar machen, da die Zwischenräume im Substrat verstopfen und der Sauerstoffaustausch unterbunden wird.
Laichgründe verschiedener Tiergruppen
Bei Fischen unterscheidet man grob zwischen lithophilen (steinliebenden), phytophilen (pflanzenliebenden), psammophilen (sandliebenden) und pelagischen Laichern, die ihre Eier frei ins Wasser abgeben. Lachse und Meerforellen unternehmen teils Wanderungen von mehreren tausend Kilometern, um ihre angestammten Laichgründe in Oberläufen von Flüssen zu erreichen – man spricht hierbei von anadromer Laichwanderung. Aale wiederum wandern als katadrome Art zum Laichen ins Meer, genauer in die Sargassosee. Heringe nutzen küstennahe Flachwasserzonen mit Algenbewuchs als Laichgebiet, während Dorsche ihre Eier pelagisch über tieferen Meeresbereichen abgeben.
Amphibien sind in besonderem Maße auf intakte Laichgewässer angewiesen. Frösche, Kröten und Molche suchen im Frühjahr stehende oder langsam fließende Gewässer auf. Temporäre Kleingewässer wie Tümpel, Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren dienen dabei als Laichgrund, weil dort der Feinddruck durch Fische gering ist. Der Kammmolch etwa bevorzugt besonnte, vegetationsreiche Teiche, während die Geburtshelferkröte ihre Eier an Land befruchtet und die Larven erst später in geeignete Gewässer entlässt.
Auch zahlreiche wirbellose Tiere sind auf spezielle Laichgründe angewiesen. Libellenlarven entwickeln sich je nach Art in stehenden oder fließenden Gewässern mit ganz bestimmten Sediment- und Vegetationsstrukturen. Eintagsfliegen und Köcherfliegen legen ihre Eier bevorzugt in sauerstoffreichen Bachabschnitten ab.
Bedrohung und Schutz von Laichgründen
Laichgründe gehören zu den ökologisch sensibelsten Bereichen eines Gewässersystems. Ihre Zerstörung oder Degradierung wirkt sich direkt auf den Reproduktionserfolg ganzer Populationen aus. Zu den Hauptgefährdungen zählen:
- Gewässerverbauung: Wehre, Staustufen und Sohlbefestigungen unterbrechen Wanderrouten und verändern die natürliche Gewässerdynamik. Kiesbänke werden nicht mehr umgelagert und verschlammen.
- Feinsedimenteintrag: Erosion von landwirtschaftlichen Flächen, Baumaßnahmen und Forstwirtschaft führen zu erhöhtem Eintrag von Sand und Schlamm, der Laichsubstrate zudeckt.
- Gewässerverschmutzung: Pestizide, Düngemittel, Medikamentenrückstände und industrielle Abwässer beeinträchtigen die Wasserqualität und können die Embryonalentwicklung stören oder Missbildungen verursachen.
- Verlust von Überschwemmungsflächen: Durch Flussbegradigungen und Eindeichungen gehen Auengewässer, Altarme und periodisch überflutete Wiesen verloren, die für zahlreiche Fisch- und Amphibienarten als Laichhabitat dienen.
- Klimawandel: Veränderte Niederschlagsmuster, steigende Wassertemperaturen und häufigere Extremereignisse beeinflussen Laichzeiten und die Verfügbarkeit geeigneter Laichplätze.
Der Schutz