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Lamm

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Zucht & Fortpflanzung > Lebensstadien

Definition und Überblick

Als Lamm wird das Jungtier des Hausschafs (Ovis aries) von der Geburt bis zu einem Alter von etwa zwölf Monaten bezeichnet. Der Begriff umfasst sowohl männliche als auch weibliche Jungtiere, wobei männliche Lämmer gelegentlich als Bocklamm und weibliche als Zibbenlamm oder Mutterlammm bezeichnet werden. In der landwirtschaftlichen Praxis und im Fleischhandel gilt ein Schaf so lange als Lamm, bis die ersten bleibenden Schneidezähne durchbrechen – ein Vorgang, der je nach Rasse zwischen dem zehnten und vierzehnten Lebensmonat einsetzt. Das Lamm stellt das erste und zugleich prägendste Lebensstadium des Schafes dar, in dem Wachstum, Immunsystem und Sozialverhalten grundlegend geformt werden.

Trächtigkeit und Geburt

Die Trächtigkeitsdauer beim Schaf beträgt durchschnittlich 150 Tage, mit einer Schwankungsbreite von etwa 144 bis 157 Tagen. Die Länge der Tragzeit hängt unter anderem von der Rasse, der Anzahl der Föten und dem Ernährungszustand des Mutterschafs ab. Einlingsgeburten führen tendenziell zu längeren Tragezeiten als Mehrlingsgeburten.

Die Geburt selbst wird als Ablammung oder Lammung bezeichnet. Sie verläuft bei gesunden Schafen in der Regel komplikationsarm und dauert zwischen 30 Minuten und wenigen Stunden. Die meisten Rassen bringen ein bis zwei Lämmer zur Welt, wobei hochfruchtbare Rassen wie das Ostfriesische Milchschaf oder das Romanov-Schaf regelmäßig Drillinge oder sogar Vierlinge gebären. Erstgebärende Mutterschafe, sogenannte Jährlinge, tragen häufiger Einlinge.

Unmittelbar nach der Geburt leckt das Mutterschaf – auch Aue oder Zibbe genannt – das Neugeborene trocken. Dieser Vorgang dient nicht nur der Reinigung, sondern auch der Bindung zwischen Mutter und Lamm. Durch das Belecken nimmt das Mutterschaf den individuellen Geruch des Lammes auf und erkennt es fortan zuverlässig als eigenen Nachwuchs.

Entwicklung in den ersten Lebenswochen

Ein neugeborenes Lamm wiegt je nach Rasse zwischen 2,5 und 6 Kilogramm. Großrahmige Fleischrassen wie das Texelschaf oder das Suffolk bringen schwerere Lämmer zur Welt als kleinwüchsige Landschafrassen. Innerhalb der ersten 30 bis 60 Minuten nach der Geburt steht das Lamm auf und sucht das Euter der Mutter. Die Aufnahme der Biestmilch (Kolostrum) in den ersten Lebensstunden ist für das Überleben entscheidend, da sie hohe Konzentrationen an Immunglobulinen enthält, die dem Lamm einen passiven Immunschutz verleihen. Die Fähigkeit des Lammdarms, diese großen Antikörpermoleküle aufzunehmen, nimmt bereits nach etwa 24 Stunden drastisch ab.

In den ersten zwei bis drei Lebenswochen ernährt sich das Lamm ausschließlich von Muttermilch. Ab der dritten Woche beginnt es, ergänzend festes Futter aufzunehmen – zunächst zartes Gras und Heu, später auch Kraftfutter. Dieser Übergang wird als Beifütterung bezeichnet. Die vollständige Entwöhnung (Absetzung) erfolgt in der Regel zwischen der achten und zwölften Lebenswoche, kann in der intensiven Lammhaltung aber auch früher stattfinden.

Wachstum und Gewichtsentwicklung

Lämmer zeichnen sich durch ein rasches Wachstum aus. Die täglichen Zunahmen liegen bei guter Fütterung und Gesundheit zwischen 250 und 450 Gramm pro Tag, bei spezialisierten Fleischrassen unter optimalen Bedingungen auch darüber. Die Wachstumsrate hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Rasse: Fleischbetonte Rassen wie Schwarzköpfiges Fleischschaf oder Charollais zeigen höhere tägliche Zunahmen als Landschafrassen.
  • Geburtstyp: Einlingslämmer wachsen schneller als Mehrlinge, da sie nicht um die Milch konkurrieren müssen.
  • Milchleistung der Mutter: Eine hohe Milchproduktion der Aue begünstigt die Aufzuchtleistung erheblich.
  • Fütterung und Weidequalität: Eiweißreiches Futter und qualitativ hochwertiges Grünland fördern das Wachstum.
  • Gesundheitsstatus: Parasitenbefall, insbesondere durch Magen-Darm-Strongyliden und Kokzidien, kann das Wachstum erheblich verzögern.

Im Alter von drei bis vier Monaten erreichen gut entwickelte Lämmer ein Lebendgewicht von 30 bis 40 Kilogramm. In der Mastlammproduktion wird häufig ein Schlachtgewicht von 38 bis 45 Kilogramm Lebendgewicht angestrebt.

Gesundheit und häufige Erkrankungen

Die Sterblichkeit bei Lämmern liegt in der konventionellen Schafhaltung zwischen 5 und 15 Prozent, wobei die meisten Verluste in den ersten 72 Lebensstunden auftreten. Zu den häufigsten Todesursachen bei Neugeborenen zählen Unterkühlung (Hypothermie), Hungertod durch unzureichende Kolostrumaufnahme und Geburtskomplikationen wie Schwergeburten (Dystokien).

Im weiteren Verlauf der Aufzucht spielen Infektionskrankheiten eine zentrale Rolle. Die Lämmerdysenterie, verursacht durch Clostridium perfringens, kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Kokzidiose tritt besonders bei drei bis acht Wochen alten Lämmern auf und äußert sich durch wässrigen bis blutigen Durchfall. Die Moderhinke, eine bakterielle Klauenerkrankung, betrifft zwar eher ältere Tiere, kann jedoch auch bei Lämmern auftreten. Vorbeugende Maßnahmen wie Mutterschutzimpfungen, Stallhygiene und ein gezieltes Weide