Löwe
LTierart – Säugetiere > Raubtiere – Katzen (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Panthera leo
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Katzen (Felidae)
- Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
- Gattung: Panthera
- Lebensraum: Savannen, Grasländer, lichte Trockenwälder, Halbwüsten
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 170–250 cm, Schwanzlänge 70–105 cm, Schulterhöhe 100–125 cm
- Gewicht: Männchen 150–250 kg, Weibchen 120–185 kg
- Lebenserwartung: 10–14 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Löwe ist nach dem Tiger die zweitgrößte lebende Katzenart. Sein Körperbau ist muskulös und gedrungen, mit einem vergleichsweise großen Kopf und einer breiten Schnauze. Das kurze, anliegende Fell variiert in der Färbung von sandgelb über ockerfarben bis hin zu einem dunklen Gelbbraun. Die Bauchseite ist heller, häufig fast weiß. Jungtiere tragen dunkle Rosetten auf dem Fell, die im Laufe des ersten Lebensjahres verblassen.
Das auffälligste Merkmal ist die Mähne der erwachsenen Männchen. Sie umrahmt Kopf, Hals und Schultern und kann je nach Individuum, Alter und Population von blond bis nahezu schwarz reichen. Die Mähne dient sowohl als Schutz bei Kämpfen mit Rivalen als auch als Signal für Gesundheit und Dominanz gegenüber Weibchen. Löwinnen und junge Männchen besitzen keine Mähne. Die Schwanzspitze trägt eine dunkle Quaste, in der ein kleiner Hornstachel – ein Überrest des letzten Schwanzwirbels – verborgen liegt.
Wie bei allen Vertretern der Gattung Panthera ist der Zungenbeinknochen nicht vollständig verknöchert, was dem Löwen sein charakteristisches, tiefes Brüllen ermöglicht. Es ist unter günstigen Bedingungen über eine Distanz von acht Kilometern hörbar.
Lebensraum & Verbreitung
Das historische Verbreitungsgebiet des Löwen erstreckte sich über weite Teile Afrikas, Südeuropas, des Nahen Ostens und Südasiens. Heute ist das Vorkommen auf Gebiete südlich der Sahara sowie eine kleine Restpopulation des Asiatischen Löwen (Panthera leo persica) im Gir-Nationalpark im indischen Bundesstaat Gujarat beschränkt. In Westafrika gelten die Bestände als besonders fragmentiert und gefährdet.
Als bevorzugtes Habitat dienen offene Savannen, Grasländer und Buschlandschaften, in denen ausreichend Beutetiere und Wasserstellen vorhanden sind. Löwen besiedeln jedoch auch lichte Trockenwälder und Halbwüstenrandgebiete. Dichte Regenwälder und extreme Wüsten werden gemieden. Die Reviere eines Rudels umfassen je nach Beutedichte zwischen 20 und 400 Quadratkilometer.
Ernährung
Löwen sind obligate Karnivoren. Ihr Beutespektrum ist breit und umfasst vor allem mittelgroße bis große Huftiere wie Gnus, Zebras, Antilopen, Büffel und Warzenschweine. Gelegentlich werden auch Giraffen, junge Elefanten oder Flusspferde erlegt. Bei Nahrungsknappheit weichen Löwen auf kleinere Beute wie Hasen, Vögel oder Reptilien aus. Auch Aasfresserverhalten ist verbreitet: Löwen vertreiben regelmäßig Hyänen, Leoparden oder Geparden von deren Beute.
Die Jagd übernehmen überwiegend die Löwinnen eines Rudels. Sie jagen koordiniert, häufig in der Dämmerung oder nachts, wobei sie die eingeschränkte Sicht der Beutetiere bei Dunkelheit ausnutzen. Einzelne Löwinnen treiben die Beute auf versteckt positionierte Rudelmitglieder zu. Trotz dieser Kooperation ist nur etwa jeder vierte bis fünfte Jagdversuch erfolgreich. Ein ausgewachsener Löwe benötigt durchschnittlich fünf bis sieben Kilogramm Fleisch pro Tag, kann bei einer erfolgreichen Jagd aber bis zu 30 Kilogramm auf einmal fressen.
Verhalten & Lebensweise
Der Löwe ist die einzige Katzenart, die dauerhaft in sozialen Gruppen lebt. Ein Rudel besteht typischerweise aus zwei bis zwanzig verwandten Weibchen, deren Jungtieren und ein bis drei erwachsenen Männchen. Die Weibchen bleiben zeitlebens im Geburtsrudel, während junge Männchen mit Erreichen der Geschlechtsreife vertrieben werden und als Nomaden umherstreifen, bis sie ein eigenes Rudel übernehmen können.
Die Rudelstruktur bietet Vorteile bei der gemeinschaftlichen Jagd, der Verteidigung des Reviers und der Aufzucht der Jungen. Männchen sichern das Territorium durch Brüllen, Urinmarkierungen und Patrouillen an den Reviergrenzen. Kämpfe zwischen rivalisierenden Männchen um die Kontrolle über ein Rudel sind häufig und können tödlich enden.
Löwen sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie bis zu 20 Stunden, vorzugsweise im Schatten von Bäumen oder Felsen. Ihre Aktivitätsphasen konzentrieren sich auf die kühleren Stunden.
Fortpflanzung & Aufzucht
Löwen haben keine feste Paarungszeit; die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden. Ein paarungsbereites Weibchen und das dominante Männchen sondern sich für mehrere Tage vom Rudel ab. Während dieser Zeit kommt es alle 15 bis 30 Minuten zur Kopulation – bis zu 50 Mal am Tag.
Nach einer Tragzeit von etwa 110 Tagen bringt die Löwin ein bis vier Jungtiere in einem geschützten Versteck abseits des Rudels zur Welt. Die Neugeborenen wiegen bei der Geburt rund 1,5 Kilogramm, sind blind und vollständig auf die Mutter angewiesen. Nach sechs bis acht Wochen werden sie dem Rudel zugeführt. Die Weibchen eines Rudels synchronisieren häufig ihre Geburten und säugen auch fremde