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Losino

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Steckbrief

  • Herkunft: Provinz Burgos, Kastilien und León, Spanien
  • Rassestandard: Anerkannt durch das spanische Zuchtbuch (Libro Genealógico); kein FCI-Standard (Pferd, nicht Hund)
  • Zuchtverband: Asociación del Caballo Losino
  • Stockmaß: 130–145 cm
  • Gewicht: 300–400 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Ausschließlich Schwarze oder Dunkelbraune; dichtes Langhaar; kräftiger Behang an Mähne und Schweif

Herkunft & Geschichte

Das Losino-Pferd – benannt nach dem Tal Valle de Losa in der nordspanischen Provinz Burgos – gehört zu den ältesten autochthonen Pferderassen der Iberischen Halbinsel. Seine Abstammung lässt sich auf die primitiven Pferdepopulationen zurückführen, die seit Jahrtausenden in den Bergregionen Nordspaniens lebten. Genetische Untersuchungen deuten auf eine enge Verwandtschaft mit anderen keltiberischen Gebirgsrassen wie dem Pottok, dem Asturcón und dem Garrano hin.

Über Jahrhunderte war das Losino als robustes Arbeits- und Transportpferd in der bäuerlichen Landwirtschaft Kastiliens unverzichtbar. Es diente als Saum- und Zugtier auf den steilen Pfaden der kantabrischen Gebirgsausläufer. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert schwand der Bedarf an diesen kleinen Arbeitspferden dramatisch. In den 1980er Jahren war die Rasse akut vom Aussterben bedroht – zeitweise existierten weniger als 30 reinrassige Stuten.

Engagierte Züchter und Naturschützer gründeten daraufhin die Asociación del Caballo Losino, die sich systematisch dem Erhalt der Rasse widmete. Durch gezielte Zuchtprogramme, die Einrichtung eines offiziellen Zuchtbuchs und die Haltung halbwilder Herden in ihrem Ursprungsgebiet konnte der Bestand stabilisiert werden. Heute gilt das Losino zwar weiterhin als gefährdete Rasse, doch die Population wächst langsam. Die spanische Regierung führt es als schützenswerte einheimische Rasse (Raza Autóctona en Peligro de Extinción).

Aussehen & Rassemerkmale

Das Losino ist ein kompaktes, harmonisch gebautes Kleinpferd, das trotz seines moderaten Stockmaßes von 130 bis 145 cm keinesfalls als Pony unterschätzt werden sollte. Der Kopf ist mittellang, gerade bis leicht konvex im Profil, mit ausdrucksstarken, dunklen Augen und kleinen, beweglichen Ohren. Der Hals ist muskulös und mittellang, gut aufgesetzt auf eine schräge Schulter.

Der Rumpf zeigt sich tief und breit mit gut gewölbten Rippen und einer kräftigen Lendenpartie. Die Kruppe ist leicht abfallend und muskulös. Besonders charakteristisch sind die außerordentlich harten, dunklen Hufe, die in der Regel keinen Beschlag benötigen – ein Erbe der jahrhundertelangen Selektion auf felsigem Gebirgsuntergrund. Die Beine sind trocken, sehnig und stabil mit klar definierten Gelenken.

Das Fell ist dicht und besitzt eine ausgeprägte Unterwolle im Winter, die hervorragenden Schutz gegen Kälte, Wind und Nässe bietet. Die Farbgebung ist einheitlich schwarz bis schwarzbraun, wobei der Rassestandard keine Abzeichen vorsieht. Mähne und Schweif sind üppig, lang und häufig leicht gewellt.

Charakter & Wesen

Das Losino vereint scheinbare Gegensätze in seinem Wesen: Es ist einerseits unerschrocken, selbstständig und wachsam – Eigenschaften, die aus der halbwilden Haltung über Generationen resultieren. Andererseits zeigt es sich bei korrektem Umgang außerordentlich treu, menschenbezogen und kooperativ. Die Rasse gilt als intelligent und lernwillig, kann bei inkonsequenter Handhabung jedoch auch eigensinnig reagieren.

Im Herdenverband zeigen Losinos ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit klaren Hierarchien. Sie sind genügsam und nervenstark, lassen sich von ungewohnten Situationen selten aus der Ruhe bringen. Diese Gelassenheit macht sie zu verlässlichen Partnern im Gelände. Gegenüber Kindern verhalten sie sich in der Regel geduldig und gutmütig, sofern sie entsprechend sozialisiert wurden.

Haltung & Pflege

Das Losino ist prädestiniert für eine naturnahe Haltung. Eine ganzjährige Offenstallhaltung oder Robusthaltung mit Unterstand entspricht dem Naturell dieser widerstandsfähigen Rasse am besten. Ausreichend Auslauf und Bewegung sind essenziell – eine reine Boxenhaltung ist weder artgerecht noch der Gesundheit zuträglich.

Die Fellpflege ist trotz des üppigen Haarkleids unkompliziert. Regelmäßiges Striegeln unterstützt den Fellwechsel und fördert die Durchblutung. Die dichte Mähne und der Schweif sollten behutsam entwirrt werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Da die Hufe von Natur aus extrem robust sind, beschränkt sich die Hufpflege bei unbeschlagenen Tieren auf regelmäßiges Ausschneiden und Kontrolle durch einen fachkundigen Hufschmied oder Hufpfleger.

Losinos benötigen Beschäftigung und geistige Anregung. Sie eignen sich hervorragend für Wanderritte, leichtes Distanzreiten, therapeutisches Reiten und als Begleiter bei der Landschaftspflege. Der Kontakt zu Artgenossen ist unverzichtbar – Einzelhaltung führt bei dieser geselligen Rasse unweigerlich zu Verhaltensproblemen.

Ernährung

Als typischer Leichtfutterer stellt das Losino geringe Ansprüche an die Fütterung. Die Basis sollte qualitativ hochwertiges Heu oder Weidegras bilden. Kraftfutter ist nur bei erhöhter Arbeitsbelastung, tragenden oder laktierenden Stuten und im strengen Winter notwendig. Überfütterung ist unbedingt zu vermeiden, da Losinos wie viele robuste Rassen zu Übergewicht und den damit verbundenen Stoffwechselproblemen neigen.

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