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Lotos

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Aquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen

Definition und Überblick

Der Lotos (Gattung Nelumbo) gehört zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde und wird seit Jahrtausenden in Teichanlagen kultiviert. Die Gattung umfasst lediglich zwei Arten: den Indischen Lotos (Nelumbo nucifera) und den Amerikanischen Lotos (Nelumbo lutea). Beide Arten sind ausdauernde, krautige Wasserpflanzen mit mächtigen Rhizomen, großen Schwimm- und Stehblättern sowie auffälligen Blüten. Trotz der äußerlichen Ähnlichkeit mit Seerosen (Nymphaea) sind Lotospflanzen botanisch nicht näher mit diesen verwandt, sondern bilden eine eigene Familie, die Nelumbonaceae. In der Aquaristik und Teichgestaltung nimmt der Lotos eine Sonderstellung ein, da er sowohl ästhetisch als auch kulturgeschichtlich von großer Bedeutung ist.

Systematik und Abgrenzung zur Seerose

Eine häufige Verwechslung besteht zwischen Lotos und Seerose. Beide wachsen im Wasser und bilden große, runde Blätter aus, doch die Unterschiede sind erheblich. Die Blätter des Lotos sind wasserabweisend und erheben sich meist über die Wasseroberfläche, während Seerosenblätter flach auf dem Wasser aufliegen. Verantwortlich für die Wasserabweisung ist die sogenannte Lotoseffekt-Oberflächenstruktur der Blätter: Mikroskopisch kleine Wachskristalle verhindern, dass Wasser haften bleibt, und sorgen dafür, dass Schmutzpartikel mit abfließenden Tropfen abgewaschen werden.

Botanisch steht Nelumbo den Platanen und Silberbaumgewächsen näher als den Seerosen. Die Familie Nelumbonaceae gehört zur Ordnung der Proteales, während Seerosen der Ordnung Nymphaeales zugeordnet werden. Auch der Fruchtboden unterscheidet sich deutlich: Beim Lotos bildet er eine charakteristische, kegelförmige Struktur, die wie ein Duschkopf aussieht und in der die Nüsschen einzeln eingebettet reifen.

Arten und Sorten

Für die Teichkultur ist in erster Linie der Indische Lotos (Nelumbo nucifera) relevant. Er stammt aus Süd- und Ostasien sowie Nordaustralien und bildet rosa bis weiße Blüten mit einem Durchmesser von 15 bis 30 Zentimetern. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 80 bis 200 Zentimetern über der Wasseroberfläche.

Der Amerikanische Lotos (Nelumbo lutea) ist in Nord- und Mittelamerika beheimatet und blüht blassgelb. Er ist etwas kälteverträglicher als sein asiatischer Verwandter, wird in europäischen Teichen aber seltener kultiviert.

Durch Züchtung und Kreuzung beider Arten sind zahlreiche Kultursorten entstanden, die sich in Blütenfarbe, Blütengröße und Wuchshöhe unterscheiden. Das Spektrum reicht von Zwergformen mit kaum 40 Zentimetern Höhe – geeignet für Kübel und Miniteiche – bis hin zu starkwüchsigen Sorten für großflächige Teichanlagen. Beliebte Sorten sind unter anderem:

  • 'Mrs. Perry D. Slocum' – großblütig, Farbwechsel von rosa zu gelb
  • 'Momo Botan' – kompakte Zwergsorte mit gefüllten, dunkelrosa Blüten
  • 'Alba Grandiflora' – reinweiß blühend, großwüchsig
  • 'Chawan Basu' – klein bleibend, ideal für Gefäßkultur

Standort und Pflanzung

Lotospflanzen benötigen einen vollsonnigen Standort mit mindestens sechs Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. Halbschattige Lagen führen zu verminderter Blütenbildung und schwächerem Wachstum. Die Wassertiefe sollte zwischen 20 und 60 Zentimetern über dem Rhizom liegen, wobei junge Pflanzen zunächst flacher gesetzt werden.

Als Substrat eignet sich schwerer, lehmiger Teichboden oder spezielle Lotoserde. Sandige oder stark organische Substrate sind ungeeignet, da sie entweder zu wenig Nährstoffe bieten oder zu Fäulnis am Rhizom führen können. Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr, wenn die Wassertemperatur dauerhaft über 15 °C liegt. Die Rhizome werden waagerecht in das Substrat gelegt und nur leicht mit Erde bedeckt – die Wachstumsspitze darf nicht beschädigt oder tief eingegraben werden.

Pflege und Düngung

Lotos ist ein Starkzehrer. Während der Wachstumsperiode von Mai bis September sollte regelmäßig mit Langzeitdünger in Tablettenform gedüngt werden, der direkt in das Substrat gedrückt wird. Geeignet sind spezielle Teichpflanzendünger oder Düngekegel für Seerosen. Stickstoff, Phosphor und Kalium müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, damit die Pflanze ihr volles Blatt- und Blütenpotenzial entfalten kann.

Verwelkte Blätter und abgeblühte Stiele werden oberhalb der Wasseroberfläche abgeschnitten, um ein Eindringen von Wasser in die hohlen Stängel zu verhindern, was Fäulnis auslösen könnte. Im Herbst ziehen sich die Pflanzen in ihr Rhizom zurück.

Überwinterung

In Mitteleuropa ist die Überwinterung der kritischste Punkt der Lotoskultur. Die Rhizome dürfen nicht durchfrieren. In ausreichend tiefen Teichen (mindestens 80 cm Wassertiefe) können die Pflanzen im Freien überwintern, sofern der Teich nicht bis zum Grund zufriert. In Kübeln und flachen Becken müssen die Rhizome frostfrei bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C gelagert werden – entweder in feuchtem Sand oder im Wasser in einem kühlen, dunklen Raum wie Garage oder Keller. Staunässe und vollständiges Austrocknen sind gleichermaßen zu vermeiden.

Krankheiten und Schädlinge

Lotospflanzen sind vergleichsweise robust