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Ludwigia

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Definition und Überblick

Ludwigia ist eine artenreiche Pflanzengattung aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), die weltweit in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Die Gattung umfasst rund 75 bis 82 Arten, von denen etliche als beliebte Aquarienpflanzen und Teichpflanzen kultiviert werden. Der Name geht auf den deutschen Botaniker Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773) zurück. Ludwigien wachsen je nach Art emers (über Wasser) oder submers (unter Wasser) und zeigen dabei häufig unterschiedliche Blatt- und Wuchsformen. In der Aquaristik werden sie vor allem wegen ihrer intensiven Rotfärbung geschätzt, die unter bestimmten Licht- und Nährstoffbedingungen besonders ausgeprägt ist.

Verbreitung und natürliche Standorte

Die meisten Ludwigia-Arten stammen ursprünglich aus Nord- und Südamerika, einige Vertreter finden sich auch in Afrika, Asien und Australien. Sie besiedeln Feuchtgebiete, Sumpfzonen, Flussufer, Gräben und flache Stillgewässer. Viele Arten wachsen amphibisch – sie können sowohl dauerhaft untergetaucht als auch an Land in feuchtem Substrat gedeihen. In einigen Regionen, etwa in Südeuropa und Teilen Asiens, gelten bestimmte Ludwigia-Arten wie Ludwigia grandiflora und Ludwigia peploides als invasive Neophyten, die einheimische Pflanzengesellschaften verdrängen können. In der Europäischen Union stehen diese beiden Arten daher auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten.

Beliebte Arten in der Aquaristik

Für die Bepflanzung von Aquarien und Gartenteichen werden vor allem folgende Ludwigia-Arten und -Sorten eingesetzt:

  • Ludwigia repens – Eine der am häufigsten gepflegten Arten. Sie bildet gegenständige, oval-rundliche Blätter, deren Oberseite grün bis olivfarben und deren Unterseite je nach Lichtverhältnissen rötlich gefärbt ist. Sie eignet sich gut für Einsteiger.
  • Ludwigia palustris – Die Sumpf-Heusenkraut genannte Art ist in Europa heimisch und eignet sich sowohl für unbeheizte Aquarien als auch für Gartenteiche. Sie bleibt vergleichsweise klein und kompakt.
  • Ludwigia arcuata – Eine filigrane, schmalblättrige Art mit bogig gebogenen Stängeln. Unter starkem Licht entwickelt sie eine intensive orange- bis rotbraune Färbung.
  • Ludwigia glandulosa – Diese anspruchsvollere Art besticht durch tief dunkelrote Blätter. Sie benötigt starke Beleuchtung, CO₂-Zugabe und eine gute Nährstoffversorgung, um ihr volles Farbpotenzial zu entfalten.
  • Ludwigia inclinata var. verticillata „Cuba" – Eine der farbenprächtigsten Aquarienpflanzen überhaupt. Ihre quirlständigen Blätter können je nach Bedingungen von Grün über Orange bis Tiefrot variieren. Die Pflege gilt als anspruchsvoll.
  • Ludwigia sp. „Super Red" – Eine Zuchtform, die sich durch durchgehend leuchtend rote Blätter auszeichnet und mittlerweile weit verbreitet ist.

Pflege im Aquarium

Ludwigien zählen überwiegend zu den Stängelpflanzen und werden im mittleren bis hinteren Bereich des Aquariums eingesetzt. Die meisten Arten bevorzugen mittlere bis hohe Beleuchtungsstärken. Als Richtwert gelten 0,5 bis 1 Watt pro Liter bei herkömmlichen Leuchtmitteln bzw. entsprechende Lumen-Werte bei LED-Beleuchtung. Stärkeres Licht fördert die Rotfärbung, die durch die Bildung von Anthocyanen in den Blattzellen entsteht.

Die Wassertemperatur sollte je nach Art zwischen 20 und 28 °C liegen. Die meisten Ludwigien vertragen weiches bis mittelhartes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Eine CO₂-Düngung ist für anspruchsvollere Arten wie L. glandulosa oder L. inclinata nahezu unverzichtbar, während robustere Arten wie L. repens auch ohne zusätzliches CO₂ zufriedenstellend wachsen. Die Versorgung mit Makronährstoffen (Stickstoff, Phosphat, Kalium) und Mikronährstoffen (insbesondere Eisen) spielt eine zentrale Rolle für kräftiges Wachstum und intensive Farben. Eisenmangel zeigt sich häufig durch blasse, gelblich-grüne Blätter.

Als Bodengrund eignet sich nährstoffreiches Substrat wie Aquasoil oder mit Langzeitdünger versetzter Kies. Die Stängel werden einzeln oder in kleinen Gruppen in den Boden gesteckt. Ein regelmäßiger Rückschnitt verhindert, dass die Pflanzen zu stark in die Höhe schießen und den unteren Bereich des Aquariums beschatten. Die abgeschnittenen Triebspitzen können als Stecklinge direkt wieder eingepflanzt werden – Ludwigien lassen sich auf diese Weise sehr einfach vegetativ vermehren.

Verwendung im Gartenteich

Für die Bepflanzung von Gartenteichen kommen vor allem winterharte oder zumindest bedingt frostfeste Arten infrage. Ludwigia palustris ist in Mitteleuropa heimisch und übersteht milde Winter im Freien. Sie kann in der Flachwasserzone oder in sumpfigen Uferbereichen eingesetzt werden. Auch Ludwigia repens lässt sich in den Sommermonaten als Teichpflanze verwenden, sollte jedoch vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Im Teich wachsen Ludwigien emers und bilden dann häufig kleine gelbe Blüten aus, die in der submersen Form unter Wasser ausbleiben. Die emersen Blätter sind zudem meist fester, dicker und stärker behaart als die submersen Formen derselben Art.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt bei den meisten Ludwigia-Arten unkompliziert über Kopfstecklinge oder Seitentriebe. Ein abgeschnittener Stängel von etwa 10 bis 15 cm Länge wird in den Bodengrund gesteckt und bildet innerhalb weniger Tage neue Wurzeln. Auch S