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Lungenwurm

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Tiermedizin & Gesundheit > Parasiten

Definition & Überblick

Als Lungenwürmer werden verschiedene parasitäre Nematoden (Fadenwürmer) bezeichnet, die den Respirationstrakt von Säugetieren besiedeln. Je nach Erreger und Wirtstier unterscheidet man mehrere klinisch bedeutsame Arten. Bei Hunden ist vor allem Angiostrongylus vasorum (der Französische Herzwurm) relevant, der sich in den Pulmonalarterien und der rechten Herzkammer ansiedelt. Daneben spielt Crenosoma vulpis eine Rolle, ein Parasit, der direkt in den Bronchien lebt. Bei Katzen ist Aelurostrongylus abstrusus der häufigste Lungenwurm. Rinder, Schafe und Ziegen werden vor allem von Dictyocaulus viviparus bzw. Dictyocaulus filaria befallen, was als Dictyokaulose oder parasitäre Bronchitis bezeichnet wird.

Die Erkrankung wird übergreifend als Lungenwurmbefall oder pulmonale Angiostrongylose (beim Hund) bzw. Aelurostrongylose (bei der Katze) bezeichnet. In den letzten Jahren hat die Verbreitung insbesondere von Angiostrongylus vasorum in Mitteleuropa deutlich zugenommen. Der Rotfuchs dient als wichtigstes Wildtierreservoir, und mit steigenden Fuchspopulationen in urbanen Gebieten wächst auch das Infektionsrisiko für Haustiere.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Infektion erfolgt über Zwischenwirte – bei den meisten Lungenwurmarten sind das Schnecken und Nacktschnecken. Hunde und Katzen infizieren sich durch das Fressen von Schnecken oder deren Schleim, der Larven enthält. Auch paratenische Wirte (Transportwirte) wie Frösche, Eidechsen oder Mäuse können infektiöse Larven beherbergen und bei Verzehr die Infektion übertragen. Beim Rind erfolgt die Aufnahme der Larven direkt über kontaminiertes Weidegras.

Nach der oralen Aufnahme durchlaufen die Larven eine komplexe Körperwanderung: Sie durchdringen die Darmwand, gelangen über Lymph- und Blutgefäße in die Lunge beziehungsweise die Lungenarterien, wo sie zu adulten Würmern heranreifen. Die Weibchen produzieren Eier, aus denen in der Lunge Erstlarven (L1-Larven) schlüpfen. Diese werden hochgehustet, abgeschluckt und mit dem Kot ausgeschieden, wodurch der Entwicklungszyklus von neuem beginnt.

Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Junges Alter – Welpen und Jungtiere sind besonders gefährdet und zeigen häufig schwerere Verläufe
  • Freigang und Jagdverhalten – Tiere, die Schnecken, Frösche oder Mäuse fressen
  • Leben in Endemiegebieten mit hoher Fuchsdichte
  • Fehlende oder unregelmäßige antiparasitäre Prophylaxe
  • Feuchtwarme Witterung, die Schneckenpopulationen begünstigt

Symptome & Erkennung

Die klinischen Anzeichen eines Lungenwurmbefalls sind abhängig von der Befallsintensität, der Wurmart und dem Immunstatus des Tieres. Das Spektrum reicht von subklinischen Verläufen ohne sichtbare Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen.

Typische respiratorische Symptome:

  • Chronischer Husten, der über Wochen besteht und auf herkömmliche Behandlung nicht anspricht
  • Leistungsintoleranz und beschleunigte Atmung (Tachypnoe)
  • Erschwerte Atmung (Dyspnoe), besonders bei Belastung
  • Nasenausfluss

Bei einer Infektion mit Angiostrongylus vasorum beim Hund treten zusätzlich häufig Gerinnungsstörungen (Koagulopathien) auf. Diese äußern sich durch:

  • Verlängerte Blutungszeiten bei kleinen Wunden
  • Petechien (punktförmige Blutungen in Haut und Schleimhäuten)
  • Blutungen in Augen, Haut oder innere Organe
  • Blutiger Kot oder blutiges Erbrechen

In schweren Fällen kann es zu neurologischen Symptomen wie Krampfanfällen, Ataxie (Koordinationsstörungen) oder Lähmungen kommen, die durch Einblutungen in das zentrale Nervensystem verursacht werden. Ebenso sind Rechtsherzversagen durch pulmonale Hypertension und plötzliche Todesfälle beschrieben.

Diagnose

Die Diagnose eines Lungenwurmbefalls erfordert gezieltes Vorgehen, da Standarduntersuchungen wie die herkömmliche Flotationsmethode der Kotuntersuchung die Larven häufig nicht erfassen.

  • Baermann-Trichter-Verfahren: Dies ist die Methode der Wahl zum Nachweis von L1-Larven im Kot. Dabei werden die aktiv wandernden Larven mithilfe einer speziellen Auswanderungstechnik aus der Kotprobe isoliert. Die Untersuchung sollte an Sammelkotproben über drei Tage erfolgen, da die Larvenausscheidung intermittierend sein kann.
  • Schnelltests (Antigen-Tests): Für Angiostrongylus vasorum stehen praxistaugliche serologische ELISA-Schnelltests zur Verfügung, die zirkulierende Antigene im Blut nachweisen. Diese Tests ermöglichen eine Diagnose innerhalb weniger Minuten.
  • Blutuntersuchung: Typische Befunde können eine Eosinophilie (erhöhte Zahl eosinophiler Granulozyten), Anämie und verlängerte Gerinnungszeiten umfassen.
  • Bildgebende Verfahren: Rönt