Lykoi
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Steckbrief
- Herkunft: USA (Tennessee/Virginia)
- Rassestandard: TICA (The International Cat Association), seit 2017 als Championship-Rasse anerkannt
- Größe: mittelgroß
- Gewicht: Kater 4–6 kg, Katze 2,5–4 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell/Farben: Teilweise haarloses, spärliches Fell mit charakteristischem Roan-Muster; Standardfarbe ist Schwarz-Roan (Mischung aus schwarzen und weißen Haaren), weitere Farben sind in Zuchtprogrammen in Entwicklung
Herkunft & Geschichte
Die Lykoi – vom griechischen Wort „Lykos" für Wolf – ist eine der jüngsten und ungewöhnlichsten Katzenrassen der Welt. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 2010, als in Virginia und Tennessee unabhängig voneinander Würfe von Hauskatzen mit auffällig schütterem, teilweise fehlendem Fell auftraten. Zunächst vermutete man eine Krankheit oder eine Verwandtschaft mit der Sphynx-Katze. Doch genetische Untersuchungen an der University of Tennessee unter der Leitung von Dr. Johnny Gobble und seiner Frau Brittney zeigten schnell, dass es sich um eine natürlich entstandene Genmutation handelte, die weder mit der Sphynx noch mit der Devon Rex verwandt ist.
Nach umfangreichen dermatologischen und kardiologischen Untersuchungen, die bestätigten, dass die Tiere gesund waren, begann ein gezieltes Zuchtprogramm. Die Abstammung der Lykoi geht ausschließlich auf Hauskatzen mit dieser natürlichen Mutation zurück. Um den Genpool breit zu halten und Inzucht zu vermeiden, werden bis heute immer wieder Hauskatzen mit dem entsprechenden Genotyp in die Zucht eingekreuzt. Im Jahr 2012 erkannte die TICA die Lykoi als vorläufige Rasse an, 2017 folgte der volle Championship-Status. Andere Zuchtverbände wie die CFA haben die Rasse bislang noch nicht vollständig anerkannt.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Erscheinungsbild der Lykoi ist markant und polarisiert. Ihr Spitzname „Werwolfkatze" kommt nicht von ungefähr: Das spärliche, drahtige Fell, die oft kahlen Stellen an Augen, Nase, Ohren und Pfoten sowie die durchdringenden, großen, bernstein- bis goldgelben Augen verleihen ihr ein wildtierähnliches Äußeres.
Der Körperbau ist schlank und muskulös mit mittellangen Beinen und einem keilförmigen Kopf. Die Ohren sind groß und weit auseinander gesetzt. Charakteristisch ist das sogenannte Roan-Muster: Ein Mix aus pigmentierten und weißen Haaren, der dem Fell einen silbrig-schwarzen Schimmer verleiht. Bemerkenswert ist, dass Lykoi ihr Fell teilweise oder vollständig verlieren und wieder nachwachsen lassen können – ein Zyklus, der sich saisonal wiederholen kann. In haarlosen Phasen ähneln sie einer Sphynx, doch die Fellstruktur und die zugrunde liegende Genetik unterscheiden sich grundlegend.
Laut Rassestandard der TICA wird ein möglichst gleichmäßiges Roan-Muster angestrebt. Vollständig behaarte oder vollständig kahle Tiere entsprechen nicht dem Idealtyp. Die Haut unter dem Fell ist rosig und weich, an den kahlen Stellen oft dunkel pigmentiert.
Charakter & Wesen
Trotz ihres wilden Aussehens ist die Lykoi eine ausgesprochen menschenbezogene und anhängliche Katze. Sie gilt als intelligent, verspielt und neugierig, ohne dabei aufdringlich zu sein. Viele Halter beschreiben ihr Verhalten als hundeartig: Sie folgen ihren Bezugspersonen durch die Wohnung, apportieren Spielzeug und zeigen ein ausgeprägtes Wachverhalten gegenüber Fremden.
Die Lykoi ist treu gegenüber ihrer Familie, kann aber anfangs zurückhaltend auf unbekannte Menschen reagieren. Hat sie einmal Vertrauen gefasst, zeigt sie sich verschmust und gesellig. Mit anderen Katzen und auch mit Hunden versteht sie sich in der Regel gut, sofern eine behutsame Vergesellschaftung stattfindet. Ihr Jagdtrieb ist bemerkenswert stark ausgeprägt – ein Erbe ihrer Abstammung von robusten Hauskatzen mit Freigang.
Haltung & Pflege
Die Haltung der Lykoi erfordert einige Besonderheiten. Da ihr Fell keinen vollständigen Schutz vor Witterung und UV-Strahlung bietet, ist reine Wohnungshaltung oder ein gesicherter Freigang empfehlenswert. Direkte, intensive Sonneneinstrahlung kann die kahlen Hautstellen schädigen, weshalb im Sommer ein schattiger Rückzugsort unverzichtbar ist.
Die Fellpflege ist vergleichsweise unkompliziert. Das dünne Haarkleid neigt kaum zum Verfilzen, sollte aber regelmäßig mit einem weichen Tuch oder einer sanften Bürste von überschüssigem Hautfett befreit werden. In haarlosen Phasen kann gelegentliches Baden mit einem milden, katzensicheren Shampoo sinnvoll sein, um Talgablagerungen zu entfernen. Die Ohren und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Wegen ihres hohen Aktivitätsniveaus braucht die Lykoi ausreichend Beschäftigung. Intelligenzspielzeug, Klettermöglichkeiten und interaktive Spieleinheiten halten sie geistig und körperlich fit. Langeweile kann bei dieser Rasse schnell zu destruktivem Verhalten führen. Die Haltung von mindestens zwei Katzen wird empfohlen, da Lykoi trotz ihrer Menschenbezogenheit von Artgenossen profitieren.
Ernährung
Die Lykoi stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an die Ernährung. Wie bei allen Katzen sollte eine hochwertige, proteinreiche Fütterung im Vordergrund stehen. Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil oder artgerechtes BARF (biologisch artgerechtes rohes Futter) eignen sich hervorragend. Auf zucker- und getreidehaltige Futtersorten sollte verzichtet werden.
Da Lykoi durch ihr spärliches Fell mehr Körperwärme verlieren als vollständig behaarte Katzen, kann ihr Energiebedarf insbesondere in den kühleren Monaten leicht erhöht sein.