Magnesium
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Definition & Überblick
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der im Körper von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt ist. Als zweiwerthiges Kation (Mg²⁺) spielt es eine Schlüsselrolle im Energiestoffwechsel, bei der Muskelkontraktion, der Nervensignalübertragung und im Knochenstoffwechsel. Rund 60–70 % des körpereigenen Magnesiums sind im Skelett eingelagert, etwa 30 % befinden sich in der Muskulatur und in Organen, während lediglich 1 % im Blutserum zirkuliert.
In der Tierernährung wird Magnesium als Mineralstoff sowohl über natürliche Futtermittel als auch über gezielte Ergänzungsfuttermittel zugeführt. Ein Mangel kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben – bekannt ist etwa die Weidetetanie bei Rindern oder die Struvit-Problematik bei Katzen, bei der ein Magnesiumüberschuss eine Rolle spielt. Die richtige Dosierung ist daher tierartspezifisch und erfordert fundiertes Wissen über den individuellen Bedarf.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Magnesium kommt in Futtermitteln sowohl in organisch als auch in anorganisch gebundener Form vor. Die Bioverfügbarkeit – also wie gut der Organismus den Mineralstoff tatsächlich aufnehmen und verwerten kann – variiert je nach Verbindung erheblich:
- Magnesiumoxid (MgO): Häufig in der Nutztierfütterung eingesetzt, hoher Magnesiumgehalt (ca. 60 %), aber vergleichsweise geringe Bioverfügbarkeit.
- Magnesiumsulfat (Bittersalz): Gut wasserlöslich, wird rasch resorbiert, findet Anwendung bei akutem Mangel.
- Magnesiumcitrat: Organisch gebundene Form mit hoher Bioverfügbarkeit, häufig in hochwertigen Ergänzungsfuttermitteln für Hunde und Pferde.
- Magnesiumchlorid: Gut verfügbar, wird in Lecksteinen und Mineralfuttermischungen eingesetzt.
- Magnesiumfumarat und -glycinat: Chelat-Verbindungen mit besonders hoher Resorptionsrate, vor allem im Premiumsegment verbreitet.
Natürliche Magnesiumquellen in der Futterration sind unter anderem Heu, Luzerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Bierhefe und grünes Blattgemüse. Diese liefern neben Magnesium auch weitere Nährstoffe wie Rohfaser, Vitamine, Protein und Spurenelemente, was die ganzheitliche Versorgung unterstützt.
Für welche Tiere geeignet?
Grundsätzlich benötigen alle Tierarten Magnesium. Der Bedarf unterscheidet sich jedoch je nach Spezies, Alter, Leistungsniveau und Gesundheitszustand erheblich:
- Pferde: Sportpferde und laktierende Stuten haben einen erhöhten Magnesiumbedarf. Mangelsymptome äußern sich häufig durch Muskelkrämpfe, Nervosität und Leistungsabfall. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 13–15 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
- Rinder: Besonders gefährdet für Magnesiummangel (Hypomagnesämie/Weidetetanie) sind Milchkühe im Frühjahr bei Weideauftrieb, da junges Gras wenig Magnesium, aber viel Kalium und Stickstoff enthält, was die Magnesiumresorption hemmt.
- Hunde: Der Bedarf liegt bei etwa 5–7 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Hochwertige Alleinfuttermittel decken diesen in der Regel ab. Bei selbst zusammengestellten Rationen (BARF) muss Magnesium gezielt ergänzt werden.
- Katzen: Hier ist Vorsicht geboten – ein Magnesiumüberschuss kann die Bildung von Struvitkristallen im Harntrakt begünstigen. Der Gehalt im Futter sollte 0,08–0,10 % in der Trockensubstanz nicht wesentlich überschreiten.
- Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen): Werden bei rohfaserreicher Ernährung mit Heu und frischem Grünfutter meist ausreichend versorgt.
- Vögel und Reptilien: Benötigen Magnesium insbesondere für den Knochenstoffwechsel und die Eierschalenbildung. Sepiaschalen und spezielle Mineralpulver dienen als Ergänzung.
Fütterungsempfehlung
Die Futtermenge und das Fütterungsintervall für Magnesiumpräparate richten sich nach der Tierart, dem Körpergewicht und dem Versorgungsstatus. Grundsätzlich gilt: Magnesium wird im Körper kaum gespeichert und muss daher täglich über die Futterration zugeführt werden.
Bei Pferden empfiehlt sich die Aufteilung der Tagesdosis auf zwei Mahlzeiten, um eine gleichmäßige Resorption sicherzustellen. Rinderhalter setzen häufig auf Magnesium-Lecksteine oder mischen Magnesiumoxid direkt in die Kraftfutterkomponente. Für Hunde und Katzen, die ein ausgewogenes Alleinfuttermittel erhalten, ist eine zusätzliche Supplementierung in der Regel nicht erforderlich – und kann bei Katzen sogar kontraproduktiv sein.
Bei der Rohfütterung (BARF) sollte die Magnesiumversorgung über Knochenmehl, Eierschalenpulver oder ein abgestimmtes Mineralstoffpräparat sichergestellt werden. Eine Blutuntersuchung beim Tierarzt gibt Aufschluss über den tatsächlichen Versorgungsstatus, wobei Serumwerte allein nur begrenzt aussagekräftig sind, da der Körper Magnesium aus dem Knochen mobilisiert, um den Blutspiegel stabil zu halten.
Vorteile & Nachteile
Vorteile einer bedarfsgerechten Magnesiumversorgung:
- Unterstützung der Muskel- und Nervenfunktion, Reduktion von Krämpfen und Verspannungen
- Förderung eines stabilen Knochenstoffwechsels gemeinsam mit Calcium, Phosphor und Vitamin D
- Positive Wirkung