Mandarinente
MTierart – Vögel > Wasservögel – Enten
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Aix galericulata
- Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
- Familie: Entenvögel (Anatidae)
- Gattung: Aix
- Lebensraum: Bewaldete Gewässer, Flussauen, Teiche und Seen mit dichtem Uferbewuchs
- Größe: 41–49 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 65–75 cm
- Gewicht: 430–690 g
- Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Mandarinente zählt zu den farbenprächtigsten Entenarten der Welt. Der Erpel im Prachtkleid ist kaum mit einer anderen Art zu verwechseln: Sein Kopf trägt eine ausladende, metallisch grün und kupferrot schimmernde Federhaube. An den Wangen verlaufen auffällige, weiße Streifen, die in einen fächerförmigen Bartansatz übergehen. Die Brust ist purpurfarben mit zwei senkrechten weißen Bändern, die Flanken gelblich-orange. Das auffälligste Merkmal sind die sogenannten Segelfedern – aufgestellte, orangefarbene Schmuckfedern an den Flügeln, die wie kleine Segel vom Rücken abstehen. Der Schnabel ist leuchtend rot mit heller Spitze.
Das Weibchen ist im Vergleich deutlich schlichter gefärbt. Sein Gefieder zeigt ein Muster aus Graubraun und Olivtönen mit feinen, weißen Flecken an der Brust und einem schmalen weißen Augenring, der in einen nach hinten verlaufenden Streif übergeht. Der Schnabel des Weibchens ist graubraun. Diese unauffällige Tarnfärbung bietet während der Brut optimalen Schutz vor Fressfeinden. Im Schlichtkleid – außerhalb der Brutzeit – ähnelt der Erpel dem Weibchen stärker, behält jedoch den roten Schnabel.
Die nächste Verwandte der Mandarinente ist die nordamerikanische Brautente (Aix sponsa), mit der sie die Gattung Aix teilt. Beide Arten zeichnen sich durch ihren ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus und ihre Vorliebe für baumbestandene Gewässer aus.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Mandarinente liegt in Ostasien. Sie brütet in der gemäßigten Zone von Ostsibirien, dem Amurgebiet, Korea, Japan und Teilen Ostchinas. Die nördlichen Populationen ziehen im Winter nach Südchina und in südlichere Regionen Japans. In ihrem Habitat bevorzugt die Art bewaldete Ufer von Seen, langsam fließenden Flüssen und Teichen. Dichte Vegetation und ein guter Altbaumbestand mit natürlichen Baumhöhlen sind entscheidende Faktoren bei der Wahl des Biotops.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert existieren verwilderte Populationen in Europa, vor allem in Großbritannien, wo sich nach Flucht aus Ziervogelsammlungen eine stabile Population von mehreren tausend Brutpaaren etabliert hat. Auch in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Frankreich gibt es freilebende Bestände. In Deutschland brüten schätzungsweise einige hundert Paare, unter anderem in Parks und an Seen in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg. Diese europäischen Vorkommen gelten als Neozoen – eingebürgerte, nicht heimische Arten.
Ernährung
Die Mandarinente ist ein Allesfresser mit einem je nach Jahreszeit wechselnden Nahrungsspektrum. Im Herbst und Winter bilden Eicheln, Bucheckern und andere Baumsamen den Hauptbestandteil der Nahrung. Die Ente sucht diese aktiv am Waldboden und kann dabei erstaunlich geschickt auf Ästen sitzen und in Baumkronen klettern – ein Verhalten, das bei Enten selten ist. Im Frühling und Sommer stehen vermehrt tierische Nahrungsquellen auf dem Speiseplan: Insekten, Schnecken, kleine Fische und Froschlaich. Ergänzt wird die Ernährung durch Wasserpflanzen, Gräser und Reis, was in Teilen Asiens gelegentlich zu Konflikten mit der Landwirtschaft führt.
Verhalten & Lebensweise
Mandarinenten sind überwiegend dämmerungsaktiv. Sie ruhen tagsüber häufig im Schutz überhängender Ufervegetation oder auf Ästen, die über das Wasser ragen. Ihre Flugfähigkeit ist gut ausgeprägt: Der Start erfolgt nahezu senkrecht vom Wasser, was ihnen das Leben in dicht bewaldeten Habitaten erleichtert. Im Flug sind sie an ihrem relativ langen Schwanz und den schnellen Flügelschlägen zu erkennen.
Außerhalb der Brutzeit bilden Mandarinenten kleinere Trupps, gelegentlich auch größere Ansammlungen an geeigneten Wintergewässern. Sie sind weniger gesellig als viele andere Schwimmentenarten und halten auch in Gruppen eine gewisse Individualdistanz ein. Die Art ist relativ scheu und meidet offene, deckungslose Wasserflächen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz beginnt bereits im Winterquartier und setzt sich bis ins Frühjahr fort. Die Erpel präsentieren dabei ihr Prachtgefieder in ritualisierten Balzbewegungen: Sie schütteln die Federhaube, stellen die Segelfedern auf, trinken demonstrativ und richten den Schnabel zum Weibchen. Die Paarbindung hält in der Regel eine Brutsaison lang, wobei sich Paare in aufeinanderfolgenden Jahren erneut zusammenfinden können.
Als Höhlenbrüter nutzt die Mandarinente natürliche Baumhöhlen in bis zu zehn Metern Höhe, gelegentlich auch Felsspalten oder künstliche Nistkästen. Das Weibchen legt 9 bis 12 rahmweiße Eier und bebrütet sie allein über einen Zeitraum von 28 bis 30 Tagen. Der Erpel verlässt das Weibchen während der Brutphase und zieht sich zur Schlichtkleidermauser zurück.
Die Küken sind Nestflüchter. Bereits einen Tag nach dem Schlupf springen sie aus der Bruthöhle – auch aus großer Höhe – und folgen der Mutter zum nächsten Gewässer. Ihr gerin