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Mangalarga

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Steckbrief

  • Herkunft: Brasilien (Bundesstaat Minas Gerais)
  • Rassestandard: ABCCMM (Associação Brasileira dos Criadores do Cavalo Mangalarga Marchador) / kein FCI-Standard, da Pferderasse
  • Stockmaß: 140–157 cm (Stuten ca. 140–152 cm, Hengste ca. 147–157 cm)
  • Gewicht: 400–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, glänzendes Fell; alle Grundfarben möglich, am häufigsten Braune, Füchse, Rappen und Schimmel. Schecken sind im Rassestandard nicht zugelassen.

Herkunft & Geschichte

Die Mangalarga-Rasse – häufig als Mangalarga Marchador bezeichnet, um sie von der verwandten Mangalarga Paulista zu unterscheiden – entstand Anfang des 19. Jahrhunderts im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Die Abstammung geht auf iberische Pferde zurück, insbesondere auf den Hengst Sublime, ein Tier der Rasse Alter Real, der vom portugiesischen Königshaus nach Brasilien gebracht wurde. Auf der Fazenda Campo Alegre des Baron von Alfenas wurde dieser Hengst mit einheimischen Stuten gekreuzt, die bereits spanisch-portugiesisches Blut führten. Das Ergebnis war ein ausdauerndes, trittsicheres Reitpferd mit einer einzigartigen Gangart.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Rasse über ganz Brasilien. 1949 wurde der Zuchtverband ABCCMM gegründet, der bis heute den Rassestandard verwaltet und das Zuchtbuch führt. Mit über 600.000 registrierten Pferden gilt der Mangalarga Marchador heute als eine der größten Pferderassen der Welt nach Bestandszahlen. Seit den 1990er-Jahren wächst das internationale Interesse stetig – Zuchtprogramme existieren mittlerweile in den USA, Portugal, Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Mangalarga präsentiert sich als mittelgroßes, harmonisch gebautes Reitpferd mit deutlich iberischem Einfluss. Der Kopf ist trocken und ausdrucksvoll mit großen, wachen Augen und mittellangen, beweglichen Ohren. Das Profil ist gerade bis leicht konvex. Der Hals ist gut aufgesetzt, mittellang und muskulös, mit einer eleganten Aufrichtung.

Die Schulter ist schräg gelagert, was maßgeblich zur geschmeidigen Gangart beiträgt. Der Rücken ist mittellang und kräftig, die Kruppe leicht abfallend und gut bemuskelt. Die Gliedmaßen sind trocken mit stabilen Gelenken und harten Hufen – ein Erbe der Zuchtauslese unter den anspruchsvollen Bedingungen des brasilianischen Hinterlandes.

Das herausragende Rassemerkmal ist die Marcha, eine natürliche Viertaktgangart, die dem Pferd angeboren ist. Man unterscheidet die Marcha Picada (weicher, lateraler Viertakt) und die Marcha Batida (diagonaler Viertakt mit kurzem Schwebemoment). Beide Gangarten bieten dem Reiter außergewöhnlichen Sitzkomfort auch über lange Distanzen. Im Gegensatz zum Trab fehlt die ausgeprägte Schwebephase, wodurch die Erschütterungen für den Reiter minimal sind.

Charakter & Wesen

Der Mangalarga ist bekannt für sein ausgeglichenes, kooperatives Temperament. Die Pferde sind menschenbezogen, treu und zeigen eine bemerkenswerte Lernbereitschaft. Sie gelten als mutig, ohne dabei nervös oder übermäßig schreckhaft zu reagieren. Diese Gelassenheit wurde über Generationen gezielt selektiert, da die Pferde in Brasilien traditionell sowohl als Arbeitspferde auf Rinderfarmen als auch als Distanzreitpferde eingesetzt wurden.

Trotz ihrer Ruhe besitzen Mangalargas ein lebhaftes Wesen und genießen die Zusammenarbeit mit dem Menschen. Sie sind aufmerksam und wachsam, ohne dabei aufdringlich zu werden. In der Herde zeigen sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten und integrieren sich problemlos in bestehende Gruppen.

Haltung & Pflege

Mangalargas sind robuste, anpassungsfähige Pferde, die sowohl in Offenstall- als auch in Boxenhaltung gut zurechtkommen. Aufgrund ihrer Herkunft aus dem tropischen und subtropischen Klima Brasiliens vertragen sie Hitze besser als extreme Kälte, passen sich jedoch bei entsprechendem Management auch an mitteleuropäische Winter an. Ein Unterstand oder Wetterschutz sollte bei ganzjähriger Freilandhaltung stets verfügbar sein.

Auslauf ist essenziell: Diese Pferde brauchen tägliche Bewegung und profitieren von großzügigen Weideflächen. Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert – regelmäßiges Putzen, Hufpflege im Sechs- bis Achtwochenrhythmus durch einen erfahrenen Hufschmied und saisonale Kontrollen des Zahnstatus gehören zur Grundversorgung. Mähne und Schweif sind mittellang und neigen wenig zum Verfilzen.

Hinsichtlich der Beschäftigung eignen sich Mangalargas hervorragend für Distanzritte, Wanderritte, Gangpferdeturniere und die Arbeit mit Rindern. Auch als Freizeitreitpferd für ausgedehnte Geländeritte sind sie in ihrem Element.

Ernährung

Der Mangalarga ist ein genügsamer Futterverwerter. Die Basis der Ernährung bildet qualitativ hochwertiges Raufutter in Form von Heu oder Heulage, ergänzt durch Weidegang. Kraftfutter sollte bedarfsgerecht und in moderaten Mengen zugefüttert werden – insbesondere bei leichter bis mittlerer Arbeit reicht oft eine geringe Kraftfuttergabe aus. Eine Überversorgung mit Energie ist zu vermeiden, da die Rasse zu leichtem Ansetzen von Körperfett neigt.

Mineralfutter und Salzlecksteine gehören zur Grundausstattung, um den Bedarf an Spurenelementen und Elektrolyten sicherzustellen. Frisches Wasser muss selbstverständlich jederzeit in ausreich