Mangalarga-marchador
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Steckbrief
- Herkunft: Brasilien (Bundesstaat Minas Gerais)
- Rassestandard: ABCCMM (Associação Brasileira dos Criadores do Cavalo Mangalarga Marchador)
- Stockmaß: Hengste 147–157 cm, Stuten 140–154 cm
- Gewicht: 400–550 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre
- Fell/Farben: Alle Grundfarben vertreten – Braune, Füchse, Rappen, Schimmel und Falben; Schecken sind im Zuchtstandard nicht erwünscht
Herkunft & Geschichte
Der Mangalarga Marchador gilt als die bedeutendste und zahlenmäßig größte Pferderasse Brasiliens. Seine Wurzeln reichen in die Kolonialzeit zurück, als portugiesische Siedler iberische Pferde nach Südamerika brachten. Den entscheidenden Zuchtimpuls lieferte Anfang des 19. Jahrhunderts der Baron von Alfenas, Gabriel Francisco Junqueira, der auf seiner Fazenda Campo Alegre im Bundesstaat Minas Gerais einen Hengst der königlich-portugiesischen Zuchtanstalt Alter Real mit einheimischen Stuten kreuzte. Dieser Hengst, ein Nachkomme der berühmten Alter-Real-Linie, vererbte den weichen, ausdauernden Gangmechanismus, der das Markenzeichen der Rasse werden sollte.
Auf der benachbarten Fazenda Mangalarga wurde die Zucht intensiv fortgeführt – daher der Rassename. Der Zusatz „Marchador" leitet sich vom portugiesischen Wort „marcha" ab und beschreibt den typischen, angeborenen Spezialgang dieser Pferde. 1949 wurde der brasilianische Zuchtverband ABCCMM gegründet, der seitdem den Rassestandard festlegt und das Zuchtbuch führt. Mit über 600.000 registrierten Pferden ist der Mangalarga Marchador heute nicht nur in Brasilien populär, sondern gewinnt auch in Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten zunehmend an Bedeutung.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Mangalarga Marchador präsentiert sich als mittelgroßes, harmonisch gebautes Pferd mit deutlich erkennbarer iberischer Abstammung. Der Kopf ist trocken, mit geradem oder leicht konvexem Profil, ausdrucksstarken Augen und mittelgroßen, beweglichen Ohren. Der Hals ist gut aufgesetzt, mittellang und muskulös, wobei er eine elegante Aufrichtung zeigt.
Die Schulter ist lang und schräg gelagert – eine wesentliche Voraussetzung für den raumgreifenden, weichen Gang. Der Rücken ist mittellang und kräftig, die Kruppe leicht abfallend mit tief angesetztem Schweif. Die Gliedmaßen sind trocken, korrekt gestellt und mit harten Hufen ausgestattet, was die Rasse besonders geländetauglich macht.
Das herausragende Rassemerkmal ist der angeborene Spezialgang, die sogenannte Marcha. Man unterscheidet zwei Varianten:
- Marcha Picada: Ein lateraler Viertaktgang, bei dem die Beine nahezu seitlich parallel geführt werden. Dieser Gang ist besonders weich und für den Reiter äußerst bequem.
- Marcha Batida: Ein diagonaler Viertaktgang mit kurzen Schwebephasen, der etwas dynamischer wirkt und dem Trab ähnelt, aber deutlich erschütterungsärmer ist.
Beide Gangvarianten ermöglichen stundenlanges, ermüdungsfreies Reiten über weite Strecken – ein Erbe der ursprünglichen Verwendung als Arbeitspferd auf den weitläufigen brasilianischen Fazendas.
Charakter & Wesen
Der Mangalarga Marchador besticht durch ein ausgeglichenes, menschenbezogenes Temperament. Die Rasse gilt als treu, intelligent und äußerst kooperativ. Im Umgang zeigen sich diese Pferde aufmerksam und gelehrig, ohne dabei nervös oder übermäßig schreckhaft zu reagieren. Ihre Gelassenheit gepaart mit natürlicher Wachsamkeit macht sie zu verlässlichen Partnern in unterschiedlichsten Situationen.
Bemerkenswert ist die hohe Arbeitsmoral dieser Pferde. Sie zeigen sich ausdauernd, trittsicher und lauffreudig, ohne dabei hektisch oder unkontrollierbar zu werden. Die Rasse eignet sich durch ihr freundliches, geduldiges Wesen auch für weniger erfahrene Reiter, was sie international zunehmend als Freizeitpferd beliebt macht. Im Herdenverband verhalten sich Mangalarga Marchadores in der Regel sozialverträglich und umgänglich.
Haltung & Pflege
Die Haltung des Mangalarga Marchador stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen, sofern die Grundbedürfnisse eines Pferdes konsequent erfüllt werden. Ausreichend Bewegung und Auslauf sind essenziell – diese Rasse wurde für lange Strecken gezüchtet und benötigt tägliche Beschäftigung, sei es durch Reiten, freien Auslauf auf der Weide oder andere Aktivitäten. Eine reine Boxenhaltung ist nicht artgerecht und kann zu Verhaltensproblemen führen.
Ideal ist eine Offenstallhaltung oder eine Kombination aus Box und großzügigem Paddock mit täglichem Weidegang. Der Mangalarga Marchador ist erstaunlich robust und kommt mit wechselnden klimatischen Bedingungen gut zurecht, auch wenn er ursprünglich an das warme brasilianische Klima angepasst ist. In mitteleuropäischen Wintern sollte ein zugfreier Unterstand oder Stall zur Verfügung stehen.
Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Putzen, Kontrolle der Hufe und die übliche Pferdehygiene genügen. Mähne und Schweif sind meist von mittlerer Dichte und neigen nicht zum Verfilzen. Hufpflege durch einen erfahrenen Hufschmied im sechswöchigen Rhythmus sollte selbstverständlich sein.
Ernährung
Die Fütterung orientiert sich an den allgemeinen Grundsätzen der Pferdeernährung. Hochwertiges Raufutter – Heu und Gras – bildet die Basis der täglichen Ration. Der Mangalarga Marchador gilt als guter Futterverwerter, was einerseits positiv ist, andererseits eine angepasste Rationsgestaltung erfordert, um Übergewicht