Mineralstoffe
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Definition & Überblick
Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe, die der tierische Organismus nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Sie erfüllen lebenswichtige Funktionen im Stoffwechsel, beim Knochenaufbau, bei der Nervenleitung und bei der Regulierung des Wasserhaushalts. Ohne eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen kommt es zu gravierenden Mangelerscheinungen, die von Wachstumsstörungen über Fruchtbarkeitsprobleme bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen reichen können.
In der Tierernährung unterscheidet man grundsätzlich zwischen Mengenelementen (Makromineralien), die in größeren Mengen benötigt werden, und Spurenelementen (Mikromineralien), die nur in sehr geringen Konzentrationen im Körper vorkommen, aber dennoch unverzichtbar sind. Mineralstoffe stehen in enger Wechselwirkung mit anderen Nährstoffen wie Vitaminen, Protein und Fett – eine isolierte Betrachtung greift daher immer zu kurz.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Zu den Mengenelementen zählen:
- Calcium (Ca): Essenziell für Knochen, Zähne, Blutgerinnung und Muskelkontraktion
- Phosphor (P): Wichtig für den Energiestoffwechsel und die Knochenstruktur, steht in direktem Verhältnis zu Calcium
- Magnesium (Mg): Beteiligt an über 300 Enzymreaktionen, relevant für Nerven- und Muskelfunktion
- Natrium (Na) und Chlor (Cl): Regulieren den Wasserhaushalt und den osmotischen Druck
- Kalium (K): Steuert die Zellfunktion und den Säure-Basen-Haushalt
Zu den Spurenelementen gehören:
- Eisen (Fe): Zentraler Bestandteil des Hämoglobins, zuständig für den Sauerstofftransport
- Zink (Zn): Wichtig für Immunsystem, Haut, Fell und Wundheilung
- Kupfer (Cu): Beteiligt an der Pigmentbildung und der Eisenverwertung
- Selen (Se): Wirkt als Antioxidans in Kombination mit Vitamin E
- Mangan (Mn): Unterstützt den Knorpel- und Knochenstoffwechsel
- Jod (I): Unverzichtbar für die Schilddrüsenfunktion
In einem hochwertigen Alleinfuttermittel sind diese Mineralstoffe in der Regel bedarfsgerecht enthalten. Bei selbst zusammengestellten Futterrationen oder bei einseitiger Fütterung besteht jedoch häufig die Notwendigkeit, gezielt über ein Ergänzungsfuttermittel zuzufüttern.
Für welche Tiere geeignet?
Jedes Tier benötigt Mineralstoffe – der Bedarf variiert jedoch erheblich je nach Tierart, Alter, Leistungsstadium und Gesundheitszustand:
- Hunde und Katzen: Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist besonders kritisch. Bei Hunden im Wachstum kann eine Überversorgung mit Calcium ebenso schädlich sein wie ein Mangel. Katzen haben einen vergleichsweise hohen Bedarf an Taurin und bestimmten Spurenelementen.
- Pferde: Benötigen große Mengen an Natrium und Chlor, besonders bei starkem Schwitzen. Magnesiummangel kann zu Nervosität und Muskelverkrampfungen führen. Ein Salzleckstein deckt den Grundbedarf an Natrium und Chlor.
- Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen): Haben einen hohen Calcium- und Phosphorbedarf, insbesondere laktierende Tiere. Selenmangel ist in vielen Regionen ein verbreitetes Problem.
- Geflügel: Legehennen verbrauchen enorme Mengen Calcium für die Eierschalenbildung. Eine Unterversorgung führt zu dünnschaligen Eiern und Knochenproblemen.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Neigen bei Calciumüberschuss zu Harnsteinen und Blasenschlamm, weshalb eine calciumarme Fütterung oft sinnvoll ist.
Fütterungsempfehlung
Die exakte Futtermenge und Mineralstoffzufuhr richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Tieres. Wer ein geprüftes Alleinfuttermittel verwendet, muss in der Regel keine zusätzlichen Mineralstoffe ergänzen. Anders sieht es bei folgenden Szenarien aus:
- BARF und selbst gekochte Rationen: Hier ist eine gezielte Mineralstoffergänzung zwingend erforderlich. Ohne Supplementierung entstehen fast immer Versorgungslücken, insbesondere bei Calcium, Zink und Jod.
- Tragende und laktierende Tiere: Der Mineralstoffbedarf steigt teils auf das Doppelte bis Dreifache an. Die Futterration muss entsprechend angepasst werden.
- Jungtiere im Wachstum: Benötigen ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Bei großen Hunderassen liegt das optimale Verhältnis bei etwa 1,2:1 bis 1,5:1.
- Ältere und kranke Tiere: Nierenpatienten etwa müssen phosphorreduziert gefüttert werden, was das Fütterungsintervall und die Zusammensetzung der Ration grundlegend verändert.
Eine professionelle Rationsberechnung durch einen Tierernährungsberater ist bei selbst zusammengestellten Futterrationen dringend empfohlen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile einer bedarfsgerechten Mineralstoffversorgung:
- Stabile Knochen- und Zahnstruktur
- Starkes Immunsystem und gesunde Haut- sowie Fellbeschaffenheit
- Optimale Fruchtbar