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Mississippi-Alligator

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Tierart – Reptilien > Krokodile

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alligator mississippiensis
  • Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
  • Familie: Alligatoren (Alligatoridae)
  • Gattung: Alligatoren (Alligator)
  • Lebensraum: Süßwassersümpfe, Flüsse, Seen und Marschland im Südosten der USA
  • Größe: Männchen 3,4–4,6 m, selten bis 5,8 m; Weibchen 2,5–3,0 m
  • Gewicht: Männchen 200–450 kg, Weibchen 70–100 kg
  • Lebenserwartung: 35–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 70 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Mississippi-Alligator ist ein großes, kräftig gebautes Reptil mit einem breiten, U-förmig gerundeten Kopf – ein Merkmal, das ihn deutlich von den Echten Krokodilen (Crocodylidae) mit ihrer spitzen, V-förmigen Schnauze unterscheidet. Bei geschlossenem Maul sind die Zähne des Unterkiefers von außen nicht sichtbar, da sie in Gruben des Oberkiefers greifen. Echte Krokodile zeigen dagegen auch bei geschlossenem Maul den vierten Unterkieferzahn.

Die Körperoberseite ist mit dicken, stark verknöcherten Hornschuppen (Osteoderme) bedeckt, die als natürlicher Panzer dienen. Die Färbung adulter Tiere reicht von dunkelgrau bis nahezu schwarz, wobei die Bauchseite deutlich heller, gelblich-weiß gefärbt ist. Jungtiere tragen auffällige gelbe Querbänder auf schwarzem Grund, die mit zunehmendem Alter verblassen. Die Augen sind mit einer reflektierenden Schicht (Tapetum lucidum) ausgestattet, die bei Lichteinfall nachts rötlich leuchtet. Die kräftigen Hinterbeine und der seitlich abgeflachte, muskulöse Schwanz ermöglichen schnelle Fortbewegung im Wasser. An Land wirken die Tiere dagegen eher schwerfällig, können auf kurze Distanz jedoch Geschwindigkeiten von bis zu 17 km/h erreichen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Mississippi-Alligators erstreckt sich über den gesamten Südosten der Vereinigten Staaten – von der Küstenebene North Carolinas über Florida und die Golfküstenstaaten Alabama, Mississippi und Louisiana bis nach Osttexas. Einzelne Populationen finden sich auch in Arkansas, Georgia und South Carolina.

Typische Habitate sind Süßwassersümpfe, Bayous, Marschland, langsam fließende Flüsse, Seen und Teiche. Gelegentlich dringen Tiere in Brackwasserbereiche vor, meiden jedoch dauerhaft salzhaltige Gewässer, da ihnen – anders als Leistenkrokodilen – funktionsfähige Salzdrüsen fehlen. In Florida und Louisiana kommt es durch die Ausdehnung menschlicher Siedlungen zunehmend zu Begegnungen in Golfplatzteichen, Swimmingpools und Entwässerungsgräben. Die Art bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Ufervegetation als Biotop.

Ernährung

Der Mississippi-Alligator ist ein opportunistischer Raubjäger, dessen Nahrungsspektrum sich mit dem Alter verschiebt. Jungtiere ernähren sich überwiegend von Wirbellosen wie Insekten, Schnecken und kleinen Krebstieren. Subadulte Tiere nehmen zunehmend Fische, Frösche und Schlangen zu sich. Ausgewachsene Alligatoren erbeuten neben Fischen auch Schildkröten, Wasservögel, Waschbären, Nutrias und gelegentlich kleinere Artgenossen. Die starken Kiefer erzeugen eine Beißkraft von rund 13.000 Newton – genug, um Schildkrötenpanzer mühelos zu knacken.

Die Jagdstrategie besteht überwiegend aus geduldiger Lauerjagd. Der Alligator liegt dabei fast vollständig untergetaucht im Wasser und wartet reglos, bis Beute in Reichweite kommt. Ein explosionsartiger Vorstoß mit seitlichem Kopfschlag erfasst das Beutetier, das anschließend unter Wasser gezogen und ertränkt wird. Größere Beutetiere werden durch Drehbewegungen um die eigene Längsachse (sogenannter „Death Roll") zerkleinert.

Verhalten & Lebensweise

Mississippi-Alligatoren sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, sonnen sich jedoch tagsüber regelmäßig an Ufern und auf Baumstämmen, um ihre Körpertemperatur als ektotherme Tiere zu regulieren. Sie leben als Einzelgänger und beanspruchen lockere Reviere, die sie mit Brüllen und Körperhaltung gegen Artgenossen verteidigen. Die tiefen, grollenden Rufe der Männchen sind über große Distanzen hörbar und dienen sowohl der Reviermarkierung als auch der Balz.

In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets halten die Tiere eine Winterruhe. Sie graben sogenannte „Gator Holes" – Vertiefungen im schlammigen Untergrund, die sich mit Wasser füllen. Diese selbst geschaffenen Kleingewässer haben eine erhebliche ökologische Bedeutung: Während Trockenperioden dienen sie zahlreichen anderen Tierarten als letzte Wasserquelle und machen den Alligator zu einer Schlüsselart (Keystone Species) seines Ökosystems.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im April und erstreckt sich bis in den Mai. Die Balz umfasst tieffrequente Infraschall-Vibrationen der Männchen, die das Wasser auf ihrem Rücken sichtbar zum „Tanzen" bringen – ein als „Water Dance" bezeichnetes Phänomen. Männchen kämpfen untereinander um den Zugang zu paarungsbereiten Weibchen; schwere Bissverletzungen sind dabei keine Seltenheit.

Im Juni oder Juli errichtet das Weibchen aus Pflanzenmaterial, Schlamm und Laub einen Nesthügel von etwa 60–90 cm Höhe und einem Durchmesser von rund 1,5 m. In dieses Hügelnest legt es 20 bis 50 Eier. Die Inkubation dauert 60 bis 70 Tage. Wie bei vielen K