Moorente
MTierart – Vögel > Wasservögel – Enten
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Aythya nyroca
- Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
- Familie: Entenvögel (Anatidae)
- Gattung: Aythya (Tauchenten)
- Lebensraum: Flache, vegetationsreiche Süßgewässer, Verlandungszonen, Moorgebiete
- Größe: 38–42 cm Körperlänge, Flügelspannweite 60–67 cm
- Gewicht: 400–700 g
- Lebenserwartung: Bis zu 10 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Die Moorente ist eine mittelgroße Tauchente mit einem kompakten, rundlichen Körperbau. Das Männchen im Prachtkleid zeigt eine tief kastanienbraune Färbung an Kopf, Brust und Flanken. Die Augen sind auffallend weiß – ein Merkmal, das die Art im Feld zuverlässig von der ähnlich gefärbten Reiherente und der Tafelente unterscheidet. Der Rücken ist dunkelbraun, der Bauch rein weiß. Am Hinterende fällt eine deutlich abgegrenzte weiße Unterschwanzdecke auf, die bei schwimmenden Vögeln auch auf größere Distanz erkennbar ist.
Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt: ein stumpfes Dunkelbraun dominiert das Gefieder, die Augen sind dunkel bis bräunlich. Beide Geschlechter zeigen im Flug ein breites, weißes Flügelband auf den Armschwingen, das sich deutlich vom übrigen dunklen Gefieder abhebt. Der Schnabel ist grauschwarz mit einer unauffälligen hellen Binde nahe der Spitze. Die Füße sind grau mit dunklen Schwimmhäuten.
Im Schlichtkleid ähnelt das Männchen dem Weibchen stärker, behält jedoch die helle Iris bei. Jungvögel gleichen den Weibchen, sind aber insgesamt etwas blasser und ungleichmäßiger gefärbt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Moorente erstreckt sich von Südwest-Europa über Osteuropa und Zentralasien bis nach Westchina. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Steppen- und Waldsteppenzonen Osteuropas, insbesondere in Ungarn, Rumänien, der Ukraine und in Teilen Russlands. In Mitteleuropa ist die Art selten geworden; in Deutschland brütet sie nur noch unregelmäßig und in sehr geringer Zahl, etwa in Bayern und Brandenburg.
Die Moorente besiedelt bevorzugt flache, stehende oder langsam fließende Süßgewässer mit dichter Ufer- und Schwimmblattvegetation. Typische Habitate sind Verlandungszonen von Seen, Altarme, Fischteiche, Sumpfgebiete und – namengebend – Moorgewässer. Entscheidend für die Brutplatzwahl ist das Vorhandensein ausgedehnter Röhrichtbestände und Seggenrieder, die Deckung und Nahrung bieten. Offene, vegetationsarme Gewässer werden gemieden.
Die Moorente ist ein Zugvogel. Mitteleuropäische Brutvögel überwintern im Mittelmeerraum, in Nordafrika, am Schwarzen Meer und am Kaspischen Meer. Einige Populationen in Südosteuropa und Vorderasien sind Standvögel oder Kurzstreckenzieher.
Ernährung
Als Tauchente beschafft sich die Moorente ihre Nahrung vorwiegend durch Tauchen in flachem Wasser, typischerweise in Tiefen von einem halben bis zwei Metern. Sie gründelt gelegentlich auch an der Oberfläche. Das Nahrungsspektrum ist omnivor mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Zu den bevorzugten Nahrungsbestandteilen zählen Samen und Triebe von Wasserpflanzen, Laichkräutern, Armleuchteralgen und Wasserlinsen. Daneben werden Wasserinsekten, deren Larven, kleine Schnecken, Muscheln und gelegentlich Kaulquappen gefressen. Der tierische Anteil der Nahrung steigt während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf erhöht ist.
Verhalten & Lebensweise
Die Moorente ist eine eher scheue und zurückgezogen lebende Art. Sie hält sich bevorzugt im Schutz dichter Vegetation auf und zeigt sich seltener auf offener Wasserfläche als andere Tauchenten. Ihre Aktivität erstreckt sich über den Tag, mit erhöhter Nahrungsaufnahme in den Morgen- und Abendstunden. Teils sucht sie auch dämmerungsaktiv nach Nahrung.
Außerhalb der Brutzeit bildet die Moorente kleine Trupps oder schließt sich gemischten Entengruppen an. Große Ansammlungen sind selten und treten allenfalls an günstigen Rastplätzen während des Zuges auf. Die Art ist insgesamt weniger gesellig als etwa die Reiherente oder die Tafelente.
Der Ruf des Männchens ist ein leises, nasales „wäää", das vor allem während der Balz zu hören ist. Das Weibchen gibt ein raues, abfallendes Quaken von sich. Insgesamt ist die Moorente eine vergleichsweise stille Ente.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarbildung beginnt bereits im Winterquartier und setzt sich während des Frühjahrszuges fort. Die Balz umfasst typische Tauchenten-Elemente: Das Männchen wirft den Kopf zurück, streckt den Hals und gibt dabei leise Rufe von sich. Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Das Nest wird gut versteckt im dichten Röhricht oder in Seggenbeständen am Gewässerrand angelegt, oft unmittelbar über dem Wasser auf niedergedrückter Vegetation. Es besteht aus Pflanzenmaterial und wird mit Daunenfedern ausgepolstert. Das Gelege umfasst in der Regel 7 bis 11 Eier von cremig-weißer bis blass bräunlicher Farbe.
Die Bebrütung dauert 25 bis 28 Tage und wird ausschließlich vom Weibchen übernommen. Das Männchen verlässt die Partnerin meist kurz nach Beginn der Brut und sucht Mauserplätze auf. Die Küken sind Nestflüchter, verlassen das Nest wenige Stunden nach dem Schlupf und können sofort schwimmen und tauchen. Sie werden vom Weibchen geführt, sind aber bei der Nahr