Otterhund
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien (England)
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.1 (Große Laufhunde)
- FCI-Standard Nr.: 294
- Größe: Rüden 67–69 cm, Hündinnen 60–65 cm Schulterhöhe
- Gewicht: 36–54 kg, je nach Geschlecht und Konstitution
- Lebenserwartung: 10–13 Jahre
- Fell: Doppeltes, rauhaariges Fell mit dichter, wasserabweisender Unterwolle; Deckhaar drahtig, 4–8 cm lang
- Farben: Alle anerkannten Laufhundfarben – häufig grizzle, sandfarben, rot, weizenfarben, blau-weiß, schwarz-loh, schwarz-weiß, sowie dreifarbig
Herkunft & Geschichte
Der Otterhund gehört zu den ältesten britischen Jagdhunderassen und blickt auf eine Abstammung zurück, die sich bis ins mittelalterliche England verfolgen lässt. Bereits im 12. Jahrhundert wurden in Großbritannien Hunde gezielt für die Jagd auf Fischotter eingesetzt, die damals als ernsthafte Konkurrenten der Fischer galten und die Fischbestände in Flüssen und Seen dezimierten. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand über Jahrhunderte ein spezialisierter Wasserjagdhund, der in kalten Gewässern ausdauernd arbeiten konnte.
Die genaue Abstammung des Otterhunds ist nicht lückenlos dokumentiert, doch gehen Kynologen davon aus, dass Bloodhound, verschiedene französische Griffon-Rassen sowie alte englische Wasserspaniels in die Zucht einflossen. Diese Kreuzungen erklären sowohl die herausragende Nase als auch das charakteristische wetterfeste Fell der Rasse. Im 19. Jahrhundert erreichte die Otterjagd in England ihren Höhepunkt – zeitweise existierten über 20 aktive Otterhund-Meuten.
Als der Fischotter 1978 in Großbritannien unter Naturschutz gestellt und die Otterjagd verboten wurde, verlor die Rasse ihre ursprüngliche Aufgabe. Der Bestand ging dramatisch zurück. Heute zählt der Otterhund zu den am stärksten gefährdeten einheimischen Hunderassen Großbritanniens. Der britische Kennel Club führt ihn auf seiner Liste der verletzlichen Rassen, da jährlich teilweise weniger als 50 Welpen registriert werden. Internationale Zuchtverbände und engagierte Liebhaber bemühen sich intensiv um den Erhalt dieser traditionsreichen Rasse.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Otterhund ist ein großer, kräftig gebauter Laufhund mit einer unverkennbaren zotteligen Erscheinung. Sein massiger Kopf erinnert an den des Bloodhounds, zeigt aber eine charakteristische, dichte Gesichtsbehaarung mit buschigen Augenbrauen und Bart. Die tief angesetzten, langen Ohren sind mit dichtem Haar bedeckt und hängen dicht am Kopf herab. Die Augen liegen tief und verleihen dem Hund einen freundlichen, etwas würdevollen Ausdruck.
Das doppelte Haarkleid ist das wohl markanteste Rassemerkmal. Das drahtige, dichte Deckhaar in Kombination mit der öligen, wasserabweisenden Unterwolle ermöglicht es dem Hund, stundenlang im kalten Wasser zu arbeiten. Zwischen den Zehen besitzt der Otterhund ausgeprägte Schwimmhäute – eine Anpassung, die bei kaum einer anderen Hunderasse so deutlich ausgeprägt ist. Die großen, runden Pfoten mit den Schwimmhäuten machen ihn zu einem exzellenten Schwimmer.
Der Körperbau ist robust und leicht rechteckig, mit tiefem Brustkorb und gut gewölbten Rippen, die ausreichend Platz für Herz und Lunge bieten. Die Rute wird hoch getragen und erreicht mindestens das Sprunggelenk. In der Bewegung zeigt der Otterhund einen raumgreifenden, mühelosen Trab, der seine Ausdauer widerspiegelt.
Charakter & Wesen
Der Otterhund ist ein ausgesprochen freundlicher, gutmütiger und geselliger Hund. Sein Wesen vereint die Unabhängigkeit eines Jagdhundes mit einer tiefen Bindung an seine Familie. Er ist treu und anhänglich, ohne dabei aufdringlich zu werden. Gegenüber Fremden zeigt er sich aufgeschlossen und selten misstrauisch, weshalb er als Wachhund nur bedingt taugt – seine imposante Erscheinung und seine tiefe, melodische Stimme können jedoch durchaus abschreckend wirken.
Typisch für die Rasse ist ein gewisser Eigensinn. Als Meutehund gezüchtet, trifft der Otterhund gerne eigene Entscheidungen. Das macht die Erziehung anspruchsvoll und erfordert Geduld, Konsequenz und positive Verstärkung. Harten Drill quittiert dieser sensible Hund mit Sturheit. Wer seinen Jagdtrieb und seine hervorragende Nase versteht, kann ihn jedoch mit Fährtenarbeit, Mantrailing oder Wasserarbeit hervorragend beschäftigen.
Im Umgang mit Kindern ist der Otterhund verspielt und geduldig. Auch mit anderen Hunden versteht er sich in der Regel ausgezeichnet, was seiner Vergangenheit als Meutehund geschuldet ist. Bei Katzen und Kleintieren ist jedoch Vorsicht geboten, da sein Jagdinstinkt ausgeprägt sein kann.
Haltung & Pflege
Der Otterhund ist kein Hund für eine Stadtwohnung. Er braucht viel Auslauf, idealerweise in ländlicher Umgebung mit Zugang zu Wasser. Tägliche Spaziergänge von mindestens zwei Stunden sollten eingeplant werden, ergänzt durch geistige Beschäftigung wie Nasenarbeit. Ein großer, sicher eingezäunter Garten ist von Vorteil – der Otterhund kann überraschend gut klettern und graben, wenn ihm langweilig wird.
Die Fellpflege ist aufwendiger als bei vielen anderen Rassen. Das drahtige Fell neigt zum Verfilzen und sollte mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gründlich durchgebürstet werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Ohren: Die langen, hängenden Ohrmuscheln begünstigen Ohrinfektionen, weshalb regelmäßige Kontrolle und Reinigung unerlässlich sind. Nach dem Schwim