Paddock
PHaltung & Pflege > Unterbringung – allgemein
Definition & Überblick
Ein Paddock bezeichnet eine eingezäunte Freifläche, die Pferden und Ponys als Auslauf dient, ohne dabei primär als Weidefläche genutzt zu werden. Im Unterschied zur klassischen Koppel steht beim Paddock nicht die Futteraufnahme, sondern die freie Bewegung an frischer Luft im Vordergrund. Der Boden ist häufig befestigt oder zumindest teilbefestigt, sodass die Fläche ganzjährig und bei nahezu jeder Witterung nutzbar bleibt.
Der Begriff stammt aus dem Englischen und wird in der deutschsprachigen Pferdehaltung sowohl für kleine, stallnahe Auslaufflächen als auch für großzügigere Bewegungsareale verwendet. In der modernen artgerechten Pferdehaltung gilt der Paddock als unverzichtbarer Bestandteil der Unterbringung – insbesondere dann, wenn eine ganztägige Weidehaltung aus Platz- oder Gesundheitsgründen nicht möglich ist. Auch für Esel, Maultiere und in seltenen Fällen für Großtiere wie Rinder kann ein Paddock sinnvoll sein.
Grundlagen & Voraussetzungen
Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten des BMEL empfehlen als Mindestgröße für einen Einzelauslauf das Doppelte der Boxenfläche – bei einem Großpferd also mindestens rund 18 Quadratmeter. Für eine tatsächlich artgerechte Haltung sollte die Fläche jedoch deutlich größer bemessen werden. Als Richtwert gilt: Mindestens 150 Quadratmeter pro Pferd bei Gruppenhaltung, bei Einzelpaddocks nicht unter 40 bis 50 Quadratmeter.
Wesentliche Voraussetzungen für einen funktionierenden Paddock sind:
- Tragfähiger Untergrund: Der Boden muss auch bei Dauerregen begehbar bleiben und darf nicht verschlammen. Ein mehrschichtiger Aufbau aus Schotter, Vlies und einer Tretschicht (z. B. Sand, Hackschnitzel oder Paddockplatten) hat sich bewährt.
- Sichere Einzäunung: Holzzäune, Metallrohre oder spezielle Weidezaunbänder mit ausreichender Sichtbarkeit. Stacheldraht ist im Pferdebereich aus Tierschutzgründen grundsätzlich abzulehnen.
- Witterungsschutz: Ein Unterstand, eine Überdachung oder zumindest eine natürliche Deckung durch Baumbestand muss vorhanden sein, damit sich die Tiere vor Regen, Wind und intensiver Sonneneinstrahlung schützen können.
- Wasserversorgung: Frostfreie Selbsttränken oder regelmäßig kontrollierte Wasserbehälter sind Pflicht.
Praktische Umsetzung
Bevor der Paddock angelegt wird, sollte die Entwässerung geplant werden. Stehendes Wasser zerstört jeden Bodenaufbau und birgt gesundheitliche Risiken wie Strahlfäule oder Mauke. Ein leichtes Gefälle von zwei bis drei Prozent in Richtung eines Entwässerungsgrabens oder einer Drainage reicht in der Regel aus.
Der klassische Bodenaufbau besteht aus drei Schichten: Zunächst wird der Oberboden abgetragen und eine Schottertragschicht von 15 bis 25 Zentimetern eingebracht und verdichtet. Darauf folgt ein Geotextil-Vlies, das verhindert, dass sich die Schichten vermischen. Als oberste Tretschicht eignen sich gewaschenem Sand (Körnung 0–4 mm), Holzhackschnitzel oder Kunststoff-Paddockplatten, die mit Sand verfüllt werden.
Bei der Gruppenhaltung auf dem Paddock ist die soziale Struktur der Herde zu berücksichtigen. Es braucht ausreichend Platz, damit rangniedere Tiere ausweichen können. Sackgassen und enge Ecken sind unbedingt zu vermeiden – abgerundete Ecken oder diagonal gestellte Zaunelemente schaffen Fluchtmöglichkeiten. Futterstellen und Tränken sollten räumlich getrennt und in ausreichender Anzahl vorhanden sein, um Stress und Verletzungen durch Futterneid zu minimieren.
Für Beschäftigung auf dem Paddock sorgen Heunetze, Lecksteine, stabile Spielbälle oder langsam dosierende Raufen. Ein Paddock, der ausschließlich aus einer leeren Sandfläche besteht, wird dem Bewegungs- und Erkundungsbedürfnis der Tiere nicht gerecht.
Häufige Fehler
- Fehlende Bodenbefestigung: Der häufigste und teuerste Fehler. Unbefestigte Paddocks verwandeln sich im Herbst und Winter in Schlammwüsten, die gesundheitsschädlich sind und den Tieren kaum Bewegungsanreiz bieten.
- Zu kleine Fläche: Ein Paddock, der nur geringfügig größer ist als eine Box, erfüllt seinen Zweck nicht. Die Tiere müssen sich frei bewegen, traben und galoppieren können.
- Vernachlässigung der Hygiene: Pferdeäpfel sollten täglich oder zumindest alle zwei Tage abgesammelt werden. Sonst steigt die Parasitenbelastung, und der Boden verdichtet sich durch organisches Material.
- Ungeeignetes Zaunmaterial: Stacheldraht, dünner Elektrodraht ohne ausreichende Sichtbarkeit oder instabile Konstruktionen führen regelmäßig zu schweren Verletzungen.
- Kein Witterungsschutz: Manche Halter gehen davon aus, Pferde bräuchten bei stundenweisem Auslauf keinen Unterstand. Das Tierschutzgesetz und die Leitlinien sehen das anders – bei ganztägigem Zugang zum Paddock ist ein Wetterschutz zwingend erforderlich.
Tipps für Anfänger
Wer erstmals einen Paddock plant, sollte sich vorab bestehende Anlagen in der Umgebung ansehen und mit erfahrenen Haltern sprechen. Die Bodenbeschaffenheit variiert regional stark – was auf sandigem Boden in Norddeutschland funktioniert, versagt auf lehmigem Untergrund in Süddeutschland möglicherweise vollständig.
Es empfiehlt sich, den Paddock in Etappen zu ba