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Paso-fino

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Steckbrief

  • Herkunft: Kolumbien, Puerto Rico, Karibik (Ursprung: Spanische Kolonialzeit)
  • Rassestandard: Paso Fino Horse Association (PFHA), Fedequinas (Kolumbien), Asociación Puertorriqueña del Caballo de Paso Fino
  • Stockmaß: 135–155 cm
  • Gewicht: 350–500 kg
  • Lebenserwartung: 25–35 Jahre
  • Fell/Farben: Alle Grundfarben – Braune, Füchse, Rappen, Schimmel, Falben, Schecken; kurzes, seidiges Fell mit voller Mähne und Schweif

Herkunft & Geschichte

Der Paso Fino zählt zu den ältesten Pferderassen des amerikanischen Kontinents. Seine Abstammung geht auf die spanischen Pferde zurück, die im 15. und 16. Jahrhundert von Konquistadoren in die Neue Welt gebracht wurden. Berber, Andalusier und der mittlerweile ausgestorbene Spanische Zelter bildeten den Grundstock, aus dem sich über Jahrhunderte hinweg verschiedene Gangpferdelinien in Lateinamerika entwickelten. Die natürliche Gangveranlagung – der namensgebende „paso fino", der „feine Gang" – wurde in den tropischen Regionen Kolumbiens, Puerto Ricos und weiterer karibischer Länder gezielt selektiert und verfestigt.

In Kolumbien und Puerto Rico entwickelten sich dabei zwei leicht unterschiedliche Zuchtrichtungen. Der kolumbianische Typ, betreut durch den Zuchtverband Fedequinas, ist oft etwas kompakter und wird in einem eigenen Bewertungssystem beurteilt. Der puertoricanische Typ tendiert zu etwas mehr Eleganz und Größe. Beide Linien teilen jedoch das entscheidende Merkmal: den viertaktigen, lateralen Spezialgang. Seit den 1960er-Jahren gewann die Rasse in den USA an Popularität. Die Paso Fino Horse Association (PFHA) wurde 1972 gegründet und vereint seither beide Zuchtrichtungen unter einem gemeinsamen Rassestandard. Auch in Europa gibt es inzwischen aktive Züchter und Interessengemeinschaften, wenngleich die Rasse hierzulande nach wie vor eine Seltenheit darstellt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Paso Fino präsentiert sich als harmonisch gebautes, mittelgroßes Pferd von feiner, aber kräftiger Statur. Der Kopf ist edel, trocken und ausdrucksvoll mit großen, lebhaften Augen und kleinen, aufmerksamen Ohren. Der Hals ist mittellang, gut aufgesetzt und leicht gebogen, was dem Pferd eine natürlich aufgerichtete Haltung verleiht. Die Schulter ist schräg gelagert und ermöglicht den raumgreifenden, fließenden Gang. Der Rücken ist kurz bis mittellang, kräftig und gut bemuskelt. Die Kruppe ist rund und leicht abfallend, die Hinterhand kraftvoll.

Das markanteste Rassemerkmal ist der natürliche Viertaktgang, der in drei Geschwindigkeitsstufen gezeigt wird: Classic Fino – extrem gesammelt, mit minimaler Vorwärtsbewegung und höchster Kadenz, vor allem auf Schauen vorgeführt; Paso Corto – ein moderater, bequemer Reisetrab-Ersatz; und Paso Largo – die schnellste Variante, die an Geschwindigkeit einem Galopp gleichkommen kann. In allen drei Gangarten bleibt der Viertakt erhalten. Das Pferd bewegt sich lateral, also seitlich gleichseitig, wobei immer mindestens ein Huf den Boden berührt. Für den Reiter resultiert daraus ein nahezu erschütterungsfreies Sitzgefühl – ein Vorzug, der den Paso Fino seit Jahrhunderten als unübertroffenes Distanz- und Gebrauchspferd in unwegsamem Gelände auszeichnet.

Das Fell ist kurz und seidig, angepasst an tropisches Klima. Mähne und Schweif wachsen üppig und werden traditionell lang getragen. Farblich gibt es kaum Einschränkungen – von Rappen über Palominos bis hin zu auffälligen Tigerschecken ist nahezu alles vertreten.

Charakter & Wesen

Der Paso Fino ist bekannt für sein lebhaftes, aber äußerst ausgeglichenes Temperament. Die Rasse vereint Energie und Arbeitswillen mit tiefer Menschenbezogenheit. Diese Pferde sind treu, kooperativ und lernfreudig. Sie bauen schnell eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und zeigen sich im täglichen Umgang aufmerksam und sensibel, ohne dabei nervös oder überreaktiv zu sein.

Bemerkenswert ist das natürliche Selbstbewusstsein dieser Pferde. Auf Shows und Veranstaltungen zeigen Paso Finos ein eindrucksvolles „Brio" – eine innere Energie und Ausstrahlung, die als rassespezifisches Wesensmerkmal gezielt in der Zucht erhalten wird. Trotz dieser Lebhaftigkeit bleiben sie im Gelände gelassen und trittsicher. Der Paso Fino ist wachsam gegenüber seiner Umgebung, ohne dabei schreckhaft zu sein, was ihn zu einem äußerst verlässlichen Freizeitpartner macht.

Haltung & Pflege

Der Paso Fino ist ein unkompliziertes Pferd in der Haltung, benötigt jedoch wie jede Rasse artgerechte Bedingungen. Ausreichend Auslauf ist essenziell – idealerweise auf der Weide mit Artgenossen, denn Paso Finos sind gesellige Herdentiere. Ein Offenstall oder ein Paddock-Trail kommt ihrem Bewegungsdrang und ihrer robusten Natur entgegen. In kälteren Klimazonen sollte beachtet werden, dass das dünne, tropisch geprägte Fell weniger Schutz bietet. Eine Eindeckung im Winter kann je nach Region notwendig sein.

Die Fellpflege gestaltet sich dank des kurzen Fells unkompliziert. Regelmäßiges Putzen, Hufpflege im Sechs- bis Acht-Wochen-Rhythmus durch einen erfahrenen Hufschmied sowie die übliche Kontrolle von Zähnen und Augen gehören zur Basisroutine. Die üppige Mähne und der lange Schweif benötigen gelegentliches Entwirren, um Verfilzungen vorzubeugen.

Hinsichtlich der Beschäftigung ist der Paso Fino vielseitig einsetzbar. Geländeritte, Wanderreittouren, Showveranstaltungen und leichte Dressurarbeit fordern ihn körperlich und geistig. Einseit