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Patterdale-terrier

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Steckbrief

  • Herkunft: England (Lake District, Grafschaft Cumbria)
  • FCI-Gruppe/Rassestandard: Nicht von der FCI anerkannt; in Großbritannien durch den UKC (United Kennel Club) seit 1995 registriert; kein einheitlicher Rassestandard im klassischen Sinne
  • Größe: 25–38 cm Schulterhöhe
  • Gewicht: 5–9 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell/Farben: Glattes (smooth), raues (rough) oder gebrochenes (broken) Fell; Schwarz, Schokobraun, Rot, Leberfarben, Bronze, Schwarz-Loh; selten gestromt

Herkunft & Geschichte

Der Patterdale Terrier stammt aus dem rauen Bergland des englischen Lake District, genauer aus der kleinen Ortschaft Patterdale in Cumbria. Dort wurde er über Generationen hinweg als reiner Arbeitsterrier gezüchtet – nicht für Ausstellungsringe, sondern für die praktische Jagd auf Fuchs, Dachs und Ratte. Die Abstammung dieser Rasse geht auf verschiedene nordenglische Terrierschläge zurück, darunter den inzwischen ausgestorbenen Black Fell Terrier sowie Einkreuzungen von Border Terriern und Lakeland Terriern.

Als prägender Züchter gilt Joe Bowman, ein legendärer Huntsman der Ullswater-Meute im frühen 20. Jahrhundert. Später verfeinerten Züchter wie Cyril Breay und Brian Nuttall den Schlag weiter, wobei stets Arbeitsleistung vor Aussehen stand. Diese konsequente Selektion auf Leistungsfähigkeit erklärt, warum der Patterdale Terrier bis heute keinem strikten Rassestandard unterliegt und von der FCI nicht anerkannt ist. Der UKC führt die Rasse seit 1995, doch in der Zuchtpraxis wird nach wie vor Funktion über Form gestellt. In Deutschland ist der Patterdale Terrier selten, hat aber unter jagdlich orientierten Hundeführern und aktiven Sportlern eine wachsende Anhängerschaft.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Patterdale Terrier ist ein kompakter, muskulöser kleiner Hund mit überraschender Kraft für seine Größe. Der Körperbau ist eher quadratisch, die Brust kräftig, aber nicht zu breit – sie muss schmal genug sein, um in enge Erdbauten zu gelangen. Der Kopf ist keilförmig mit kräftigem Kiefer und einer deutlich ausgeprägten Kaumuskulatur. Die Ohren sind V-förmig, hoch angesetzt und fallen nach vorne. Die Augen stehen weit auseinander und blicken aufmerksam.

Das Fell tritt in drei Varianten auf: Das glatte Fell liegt eng am Körper an und bietet dennoch guten Wetterschutz. Das raue Fell ist drahtig und länger, mit deutlichem Bart und Augenbrauen. Die gebrochene Fellvariante liegt zwischen diesen beiden Extremen. Allen gemein ist eine dichte Unterwolle, die den Hund vor Nässe und Kälte im rauen Bergklima schützt. Die Rute wird mittelhoch getragen und darf kupiert sein, wobei dies in Deutschland verboten ist.

Da kein verbindlicher Rassestandard existiert, variiert das Erscheinungsbild stärker als bei FCI-anerkannten Rassen. Zuchtverbände wie der Patterdale Terrier Club of America oder der UKC definieren zwar Richtlinien, doch die Bandbreite bleibt bewusst größer als bei Showrassen.

Charakter & Wesen

Der Patterdale Terrier ist ein Hund mit enormem Arbeitswillen, unerschrockenem Mut und einer Zähigkeit, die man seinem kleinen Körper kaum zutrauen würde. Er ist wachsam, intelligent und besitzt einen stark ausgeprägten Jagdtrieb, der niemals unterschätzt werden sollte. In der Familie zeigt er sich treu, anhänglich und durchaus verspielt, solange er ausreichend gefordert wird.

Gleichzeitig ist dieser Terrier eigenständig und mitunter dickköpfig. Er trifft gerne eigene Entscheidungen – eine Eigenschaft, die in der selbständigen Bauarbeit unverzichtbar, im Alltag aber herausfordernd sein kann. Gegenüber fremden Hunden kann er dominant und rauflustig auftreten, was eine konsequente Sozialisierung ab dem Welpenalter erfordert. Gegenüber Menschen ist er in der Regel freundlich, aber reserviert bei Fremden. Aggressivität gegenüber Menschen ist kein rassetypisches Merkmal und bei seriösen Züchtern ein absolutes Ausschlusskriterium.

Haltung & Pflege

Der Patterdale Terrier ist kein Schoßhund und kein typischer Anfängerhund. Er benötigt täglich intensiven Auslauf und geistige Beschäftigung. Zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind ein Minimum – idealerweise ergänzt durch Nasenarbeit, Mantrailing, Agility oder eine jagdliche Führung. Ein Garten sollte absolut ausbruchsicher eingezäunt sein, da dieser Terrier ein Meister im Graben und Klettern ist.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Glatthaarige Patterdales werden wöchentlich gebürstet, rauhaarige Varianten sollten zwei- bis dreimal jährlich getrimmt werden. Baden ist nur selten nötig. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden, besonders wenn der Hund viel im Gelände unterwegs ist.

Konsequente, aber faire Erziehung ist entscheidend. Harte Methoden sind kontraproduktiv – der Patterdale reagiert am besten auf positive Verstärkung, klare Strukturen und eine souveräne Führungsperson. Frühzeitige Sozialisierung mit anderen Hunden, Kindern und Alltagssituationen ist unerlässlich.

Ernährung

Der Patterdale Terrier ist in der Regel ein unkomplizierter Fresser. Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil, angepasst an Alter, Gewicht und Aktivitätsniveau, bildet die Grundlage. Ob Nassfutter, Trockenfutter oder BARF – alle Fütterungsmethoden sind geeignet, solange die Zusammensetzung stimmt. Aufgrund seines hohen Energieverbrauchs benötigt ein aktiv geführter Patterdale eine proteinreiche Ernährung. Übergewicht ist bei ausreichend Bewegung selten ein Problem, sollte aber dennoch durch regelmäßiges Wiegen kontrolliert werden. Leckerlis für das Training sollten in die Tagesration