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Peruanischer-paso

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Steckbrief

  • Herkunft: Peru
  • Rassestandard: Asociación Nacional de Criadores y Propietarios de Caballos Peruanos de Paso (ANCPCPP); international anerkannt durch verschiedene Zuchtverbände weltweit
  • Stockmaß: 142–155 cm
  • Gewicht: 400–520 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Alle Grundfarben vertreten – Braune, Füchse, Rappen, Schimmel, Falben und Schecken; kurzes, feines Fell mit oft üppiger Mähne und Schweif

Herkunft & Geschichte

Der Peruanische Paso, in seiner Heimat schlicht als Caballo Peruano de Paso bezeichnet, zählt zu den ältesten Gangpferderassen der Welt. Seine Abstammung geht auf die spanischen Pferde zurück, die ab dem 16. Jahrhundert mit den Konquistadoren nach Südamerika gelangten. Unter diesen befanden sich Berber, Andalusier und Jennets – Gangpferde der iberischen Halbinsel, die bereits über natürliche Veranlagung zu weichen Viertaktgängen verfügten.

In den fruchtbaren Küstenebenen Perus wurden diese Pferde über Jahrhunderte gezielt selektiert. Die großen Haciendas benötigten ein ausdauerndes, trittsicheres Reitpferd, das lange Strecken komfortabel zurücklegen konnte. Da Peru geographisch durch die Anden, die Atacama-Wüste und den Regenwald isoliert war, blieb die Zucht weitgehend frei von Einkreuzungen. Diese konsequente Reinzucht über mehr als 400 Jahre machte den Peruanischen Paso zu einer der reinsten Pferderassen überhaupt.

1992 erklärte Peru den Caballo Peruano de Paso zum nationalen Kulturerbe. Der Zuchtverband ANCPCPP führt das offizielle Zuchtbuch und organisiert jährlich den renommierten Concurso Nacional in Pachacámac bei Lima – die wichtigste Zuchtschau der Rasse weltweit. Heute existieren Zuchtverbände in Nordamerika, Europa und Australien, die den peruanischen Rassestandard anerkennen und fördern.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Peruanische Paso ist ein mittelgroßes, kompakt gebautes Pferd mit harmonischen Proportionen. Der Kopf ist edel und trocken mit geradem oder leicht konvexem Profil, großen ausdrucksvollen Augen und kleinen, beweglichen Ohren. Der Hals ist gut aufgesetzt, mittellang und kräftig, was dem Pferd eine natürliche Aufrichtung verleiht.

Die Schulter ist lang und schräg gelagert – ein entscheidendes Merkmal für den raumgreifenden Gang. Der Rücken ist kurz und kräftig, die Kruppe gut bemuskelt und leicht abfallend. Die Beine sind trocken mit stabilen Gelenken und harten Hufen, die eine Anpassung an die trockenen Böden Perus widerspiegeln.

Das herausragendste Rassemerkmal ist der Término – eine einzigartige, seitlich ausgreifende Bewegung der Vorderbeine, die an das Schwingen eines Pendels erinnert. Diese Bewegung ist genetisch fixiert und nicht antrainiert. In Kombination mit dem Paso Llano, einem gleichmäßigen Viertaktgang, entsteht ein außergewöhnlich sanftes Reitgefühl nahezu ohne vertikale Bewegung im Sattel. Daneben beherrscht der Peruanische Paso den Sobreandando, einen etwas schnelleren lateralen Gang. Beide Gänge sind von Geburt an vorhanden und werden nicht durch mechanische Hilfsmittel oder spezielles Training erzeugt.

Charakter & Wesen

Der Peruanische Paso ist bekannt für sein ausgeglichenes, sanftes Temperament. In Peru spricht man vom Brio – einer Mischung aus Lebhaftigkeit, Arbeitswilligkeit und innerer Ruhe, die diese Rasse so besonders macht. Diese Pferde sind aufmerksam und wachsam, ohne nervös oder schreckhaft zu sein. Sie zeigen eine bemerkenswerte Gelassenheit in ungewohnten Situationen.

Im Umgang mit dem Menschen erweist sich der Peruanische Paso als treu, kooperativ und menschenbezogen. Er baut schnell eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf und zeigt sich willig in der Zusammenarbeit. Trotz seines lebhaften Temperaments ist er gut beherrschbar und reagiert feinfühlig auf leichte Hilfen. Diese Kombination aus Sensibilität und Nervenstärke macht ihn zu einem ausgesprochen verlässlichen Reitpferd.

Haltung & Pflege

Der Peruanische Paso stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an die Haltung. Wie alle Pferde benötigt er ausreichend Auslauf, idealerweise in einer Gruppe mit Artgenossen. Offenstallhaltung oder großzügige Paddock-Lösungen mit Weidezugang entsprechen seinem Bewegungsbedürfnis am besten. Reine Boxenhaltung ist für diese bewegungsfreudige Rasse nicht empfehlenswert.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das kurze, feine Fell erfordert regelmäßiges Putzen, die oft üppige Mähne und der lange Schweif profitieren von sorgfältiger Pflege, um Verfilzungen zu vermeiden. Regelmäßige Hufpflege durch einen erfahrenen Hufschmied ist wichtig – viele Peruanische Pasos werden barhuf geritten, da ihre Hufe von Natur aus widerstandsfähig sind.

Als Beschäftigung eignen sich ausgedehnte Geländeritte besonders gut. Der Peruanische Paso ist ein geborenes Distanzpferd und entfaltet sein volles Potenzial auf langen Strecken. Auch Showveranstaltungen im peruanischen Stil bieten eine artgerechte Beschäftigung.

Ernährung

Der Peruanische Paso ist ein leichtfuttriger Typ, der zur Gewichtszunahme neigt, wenn das Futterangebot nicht angepasst wird. Die Grundlage der Ernährung bilden hochwertiges Heu und Gras. Kraftfutter sollte dem tatsächlichen Arbeitspensum entsprechend dosiert werden – bei leichter Arbeit reichen oft Heu, eine Mineralfuttergabe und gegebenenfalls etwas Hafer aus.

Frisches Wasser muss selbstverständlich jederzeit zur