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Phalène

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Rassen > Hunderassen – Gesellschafts- & Begleithunde

Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich / Belgien
  • FCI-Gruppe: Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 9: Kontinentaler Zwergspaniel
  • FCI-Standard Nr.: 77
  • Größe: ca. 20–28 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 1,5–5 kg (zwei Gewichtsklassen: unter 2,5 kg und 2,5–5 kg)
  • Lebenserwartung: 13–16 Jahre
  • Fell: Lang, seidig, ohne Unterwolle; leicht gewellt, aber nicht gelockt
  • Farben: Alle Farben auf weißem Grund erlaubt; am häufigsten weiß mit braunen, schwarzen oder rotbraunen Abzeichen

Herkunft & Geschichte

Der Phalène ist die hängeohrige Varietät des Kontinentalen Zwergspaniels und gilt als die ältere der beiden Formen – die stehohrige Variante, der Papillon, entwickelte sich erst später. Der Name „Phalène" leitet sich vom französischen Wort für Nachtfalter ab, da die sanft herabhängenden, reich befederten Ohren an die Flügel eines ruhenden Falters erinnern.

Die Abstammung des Phalène lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Bereits im 13. und 14. Jahrhundert wurden kleine Spaniels mit hängenden Ohren an europäischen Adelshöfen gehalten. Zahlreiche Gemälde der Renaissance – etwa von Tizian, Rubens und Van Dyck – zeigen elegante Zwergspaniels auf den Schößen adeliger Damen. Besonders am französischen und spanischen Hof genossen diese Hunde höchstes Ansehen. Maria Antoinette und Ludwig XIV. sollen begeisterte Halter gewesen sein.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gewann die stehohrige Variante zunehmend an Popularität, sodass der Phalène zeitweise in den Hintergrund geriet. Engagierte Züchter in Frankreich und Belgien bewahrten die hängeohrige Linie jedoch konsequent. Heute werden Papillon und Phalène im FCI-Rassestandard Nr. 77 gemeinsam geführt, gelten aber als zwei eigenständige Varietäten, die auf Ausstellungen getrennt bewertet werden. Der Zuchtverband legt großen Wert darauf, dass beide Ohrformen nicht miteinander verpaart werden, um die jeweilige Typausprägung zu erhalten.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Phalène ist ein harmonisch gebauter, zierlicher Hund mit elegantem Gesamterscheinungsbild. Sein Körperbau ist leicht länger als hoch, mit feinem, aber stabilem Knochenbau. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper proportioniert, mit leicht gerundetem Schädel und deutlichem Stop. Die Schnauze ist merklich kürzer als der Oberkopf und läuft spitz zu.

Das markanteste Rassemerkmal sind die großen, tief angesetzten Hängeohren, die reichlich mit langem, gewelltem Haar befedert sind. Im Gegensatz zum Papillon fallen sie seitlich am Kopf herab und verleihen dem Phalène seinen charakteristischen sanften Ausdruck. Die großen, dunklen, mandelförmigen Augen unterstreichen diesen Eindruck zusätzlich.

Das Fell ist lang, seidig und glänzend, ohne Unterwolle. Es liegt am Körper an und bildet an Brust, Ohren und Rute üppige Fransen. Die Rute wird über dem Rücken getragen und ist reich befedert – sie erinnert an einen fließenden Federbusch. Die Läufe sind fein, gerade und ebenfalls mit hübscher Befederung versehen. Die Pfoten sind schmal und hasenförmig.

Charakter & Wesen

Der Phalène ist ein ausgesprochen lebhafter, intelligenter und aufmerksamer Begleithund. Trotz seiner geringen Größe verfügt er über ein erstaunlich selbstbewusstes und mutiges Wesen. Er ist treu, anhänglich und bildet eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson, ohne dabei übermäßig anhänglich oder nervös zu wirken.

Seine Auffassungsgabe ist bemerkenswert. Der Phalène lernt schnell, reagiert sensibel auf die Stimmungen seines Menschen und lässt sich hervorragend erziehen. In der Fachliteratur wird er regelmäßig unter den intelligentesten Hunderassen gelistet. Er zeigt sich verspielt und unternehmungslustig, kann aber ebenso entspannt auf dem Sofa ruhen.

Fremden gegenüber verhält er sich zunächst etwas reserviert, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Eine gewisse Wachsamkeit ist ihm eigen – er meldet Besucher zuverlässig, neigt bei guter Erziehung aber nicht zu übermäßigem Bellen. Anderen Hunden und Haustieren begegnet er in der Regel freundlich und sozialverträglich.

Haltung & Pflege

Der Phalène eignet sich ausgezeichnet für die Wohnungshaltung, sofern er ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung erhält. Tägliche Spaziergänge von insgesamt 45 bis 60 Minuten sowie spielerische Aktivitäten in der Wohnung genügen, um ihn körperlich und geistig auszulasten. Er begeistert sich für kleine Apportierspiele, Tricktraining und sogar Agility in der Miniklasse.

Die Fellpflege ist weniger aufwendig, als das üppige Haarkleid vermuten lässt. Da der Phalène keine Unterwolle besitzt, neigt sein Fell kaum zum Verfilzen. Zwei- bis dreimaliges gründliches Bürsten pro Woche hält das seidige Haar in gutem Zustand. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Bereiche hinter den Ohren und an den Achseln, wo sich kleine Knoten bilden können. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig gereinigt werden, da Hängeohren grundsätzlich anfälliger für Ohrenentzündungen sind. Baden ist nur selten nötig.

Der Phalène verträgt extreme Kälte aufgrund der fehlenden Unterwolle nicht gut. Im Winter empfiehlt sich ein Hundemantel bei längeren Spaziergängen.

Ernährung

Die Ernährung des Phalène sollte hochwertig, ausgewogen und an seine geringe Körpergröße angepasst sein. Kleine Hunderassen haben einen verhältnismäßig hohen Energiebedarf