Pinguinsalmler
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Thayeria boehlkei
- Ordnung: Characiformes (Salmlerartige)
- Familie: Characidae (Echte Salmler)
- Gattung: Thayeria
- Lebensraum: Süßgewässer des tropischen Südamerika, insbesondere im Einzugsgebiet des Amazonas und des Rio Araguaia
- Größe: 5–6 cm
- Gewicht: ca. 2–3 g
- Lebenserwartung: 3–5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Pinguinsalmler verdankt seinen deutschen Trivialnamen der auffälligen schwarzen Längsbinde, die sich vom Kiemendeckel bis in den unteren Lappen der Schwanzflosse zieht. Diese markante Zeichnung erinnert bei schräger Körperhaltung entfernt an die Bauchzeichnung eines Pinguins. Der restliche Körper ist silbrig bis gelblich-transparent gefärbt. Je nach Lichtverhältnissen und Stimmung des Tieres kann ein leichter goldener oder grünlicher Schimmer über den Flanken liegen.
Der Körperbau ist seitlich abgeflacht (komprimiert) und langgestreckt, typisch für viele Vertreter der Familie Characidae. Die Schuppen sind klein, dünn und durchscheinend. Die Flossen sind weitgehend farblos bis leicht gelblich. Wie bei allen Salmlern ist eine kleine Fettflosse (Adipose) zwischen Rücken- und Schwanzflosse vorhanden – ein charakteristisches Merkmal der Ordnung Characiformes. Das Maul ist endständig und relativ klein, angepasst an die Aufnahme feiner Nahrungspartikel.
Ein naher Verwandter ist Thayeria obliqua, der Schrägschwimmer, der dem Pinguinsalmler stark ähnelt. Beide Arten werden gelegentlich verwechselt. Der sicherste Unterschied liegt in der Ausdehnung des schwarzen Längsstreifens: Bei T. boehlkei beginnt er erst hinter dem Kiemendeckel, während er bei T. obliqua bereits am Kopf ansetzt.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pinguinsalmlers liegt im tropischen Südamerika. Die Art kommt vorwiegend im Einzugsgebiet des Amazonas vor, mit Schwerpunkt im brasilianischen Bundesstaat Pará sowie im Flusssystem des Rio Araguaia und des Rio Tocantins. Sein Habitat umfasst langsam fließende Gewässerabschnitte, Altarme, überflutete Waldzonen (Igapó und Várzea) sowie stehende oder schwach strömende Uferbereiche.
Die bevorzugten Biotope zeichnen sich durch weiches, leicht saures Wasser mit Temperaturen zwischen 23 und 28 °C aus. Der pH-Wert liegt in der Regel zwischen 5,5 und 7,5. Der Bodengrund besteht häufig aus Falllaub, Totholz und feinem Sediment. Dichte Ufervegetation und schwimmende Pflanzen bieten Deckung und regulieren den Lichteinfall.
Ernährung
Der Pinguinsalmler ist ein Allesfresser (Omnivore) mit einer Tendenz zu tierischer Kleinstnahrung. In seinem natürlichen Lebensraum ernährt er sich von Insektenlarven, Kleinkrebsen, Würmern und Zooplankton, ergänzt durch pflanzliche Bestandteile wie Algenaufwuchs und feine Pflanzenpartikel. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der mittleren und oberen Wasserschicht, wo er nach herabfallenden Insekten und an der Oberfläche treibenden Nahrungspartikeln schnappt.
In der Aquarienhaltung nimmt die Art handelsübliches Trockenfutter ebenso an wie Lebend- und Frostfutter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Artemia-Nauplien, Daphnien und feinem Granulat fördert die Farbintensität und das Wohlbefinden der Tiere.
Verhalten & Lebensweise
Pinguinsalmler sind ausgesprochen gesellige Schwarmfische. In der Natur leben sie in Gruppen von mehreren Dutzend bis zu mehreren hundert Individuen. Die Schwarmbildung dient in erster Linie dem Schutz vor Prädatoren, da die synchronen Bewegungen einer großen Gruppe einzelne Tiere für Fressfeinde schwerer greifbar machen.
Ein besonders charakteristisches Verhalten ist die namensgebende Schräghaltung des Körpers. Im Ruhezustand nehmen Pinguinsalmler eine nach schräg oben gerichtete Position ein, wobei der Kopf höher steht als die Schwanzpartie. Diese Haltung wird durch leichte, ständige Flossenbewegungen stabilisiert und ist ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal der Gattung Thayeria. Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und zeigen bei Dämmerung eine ruhigere Phase, in der sie sich in dichte Vegetation oder unter Wurzelwerk zurückziehen.
Gegenüber Artgenossen und anderen Fischarten verhält sich der Pinguinsalmler friedlich. Gelegentlich kommt es innerhalb des Schwarms zu kurzen Rangeleien zwischen Männchen, die jedoch ohne Verletzungen ablaufen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist nicht bekannt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Pinguinsalmler gehört zu den Freilaichern. Während der Laichzeit, die in der Natur mit der Regenzeit und dem damit einhergehenden Anstieg des Wasserspiegels zusammenfällt, geben Weibchen und Männchen Eier und Spermien frei ins Wasser ab. Die befruchteten Eier sinken zu Boden oder haften an feinfiedrigen Pflanzen und Wurzeln.
Ein Weibchen kann pro Laichvorgang mehrere hundert kleine, leicht klebrige Eier absetzen. Nach etwa 20 bis 24 Stunden schlüpfen die Larven bei Wassertemperaturen um 26 °C. Die Dotterreserve wird innerhalb von zwei bis drei Tagen aufgebraucht, danach beginnen die Jungfische mit der aktiven Nahrungssuche. Brutpflege findet nicht statt – weder Elterntiere noch andere Schwarmitglieder kümmern sich um die Brut. Im Gegenteil: Eier und Jungfische werden bei Gelegenheit von den adulten Tieren gefressen (Laichräuberei).
Die Geschlechts