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Steckbrief

  • Herkunft: USA (Iowa)
  • Rassestandard: Pony of the Americas Club (POA Club), gegründet 1954
  • Stockmaß: 117 cm bis 142 cm (46 bis 56 Zoll)
  • Gewicht: ca. 250 bis 400 kg
  • Lebenserwartung: 25 bis 30 Jahre
  • Fell/Farben: Appaloosa-Zeichnung zwingend erforderlich – Tigerscheckung, Schabrackzeichnung, Schneeflockenmuster, Frostmuster oder Marmorierung. Grundfarbe variabel, häufig sind Braune, Füchse und Rappen mit deutlich sichtbarem Appaloosa-Muster.

Herkunft & Geschichte

Die Rasse Pony of the Americas – kurz POA – entstand in den 1950er-Jahren im US-Bundesstaat Iowa. Als Gründertier gilt der Hengst Black Hand #1, eine zufällige Kreuzung aus einer Shetlandpony-Stute und einem Appaloosa-Hengst. Der Züchter Les Boomhower erkannte das Potenzial dieses kompakten, bunt gezeichneten Fohlens und gründete 1954 den Pony of the Americas Club mit dem Ziel, ein vielseitiges Reitpony speziell für Kinder und Jugendliche zu züchten.

In der Abstammung der POAs finden sich neben Appaloosa und Shetlandpony auch Einflüsse von Quarter Horses, Arabern und Welsh Ponys. Durch gezielte Einkreuzung dieser Rassen wurde der ursprünglich eher gedrungene Typ zunehmend veredelt. Der Zuchtverband legte von Beginn an großen Wert auf sportliche Eignung, korrektes Fundament und das rassetypische Appaloosa-Farbmuster. Heute ist der POA Club einer der größten Ponyzuchtverbände in Nordamerika mit über 50.000 registrierten Tieren. Außerhalb der USA ist die Rasse weniger verbreitet, findet aber auch in Europa zunehmend Beachtung.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Pony of the Americas verbindet die Kompaktheit eines Ponys mit der Eleganz eines Reitpferdes im Kleinformat. Der Kopf ist trocken und ausdrucksvoll mit großen, wachen Augen, die häufig eine sichtbare weiße Sklera aufweisen – ein typisches Merkmal der Appaloosa-Genetik. Die Ohren sind mittelgroß und aufmerksam aufgerichtet.

Der Hals ist gut aufgesetzt, mittellang und muskulös. Die Schulter zeigt eine gute Schräglage, was dem POA seinen raumgreifenden, elastischen Gang verleiht. Der Rumpf ist kompakt, mit kräftiger Rückenpartie und gut bemuskelter Hinterhand. Die Beine sind korrekt gestellt, trocken und mit harten Hufen versehen. Auffällig ist die häufig gestreifte Hufhornstruktur, die als gestreifte Hufe ein weiteres Appaloosa-Merkmal darstellt.

Das Fell ist oft kurz und fein, Mähne und Schweif können spärlicher ausfallen als bei anderen Ponyrassen – auch das ein Erbe der Appaloosa-Genetik. Die gefleckte Haut, besonders gut sichtbar an Maul, Augenpartie und Genitalbereich, ist ein weiteres Erkennungsmerkmal. Der Rassestandard verlangt zwingend ein sichtbares Appaloosa-Muster, wobei verschiedene Zeichnungsvarianten anerkannt sind.

Charakter & Wesen

Das POA gilt als ausgesprochen menschenbezogen, freundlich und kooperativ. Die Rasse wurde von Beginn an als Kinder- und Jugendpony konzipiert, und diese Selektion zeigt sich im Wesen: Die Ponys sind gutmütig, geduldig und besitzen eine hohe Frustrationstoleranz. Gleichzeitig sind sie intelligent und lernwillig, was sie zu hervorragenden Partnern in der Ausbildung junger Reiter macht.

Trotz ihrer Gelassenheit sind POAs keinesfalls phlegmatisch. Sie zeigen sich verspielt, neugierig und arbeitswillig. Im Umgang sind sie in der Regel unkompliziert und bauen eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf. Nervosität oder übermäßige Schreckhaftigkeit sind bei gut sozialisierten Exemplaren selten. Ihre Verlässlichkeit und Trittsicherheit machen sie auch im Gelände zu sicheren Begleitern.

Haltung & Pflege

Wie alle Ponyrassen profitiert das Pony of the Americas von einer artgerechten Haltung mit ausreichend Bewegung und Sozialkontakten. Offenstallhaltung oder Laufställe mit Weidegang sind ideal. Die Ponys sind robust und wetterunempfindlich, sollten aber stets Zugang zu einem geschützten Unterstand haben.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Putzen mit Striegel und Kardätsche genügt im Normalfall. Da Mähne und Schweif bei manchen Exemplaren dünner ausfallen, sollten sie schonend behandelt und nicht zu häufig gewaschen werden. Besonderes Augenmerk verdient die Hufpflege: Alle sechs bis acht Wochen sollte ein Hufschmied das Pony versorgen.

POAs brauchen Beschäftigung. Sie eignen sich hervorragend für vielfältige Disziplinen wie Westernreiten, Dressur, Springen, Trail, Distanzreiten und sogar Voltigieren. Langeweile führt bei diesen intelligenten Ponys schnell zu Unarten, deshalb ist ein abwechslungsreiches Training empfehlenswert.

Ernährung

Das Pony of the Americas ist ein typischer Leichtfutterer. Die Grundlage der Fütterung bildet qualitativ hochwertiges Heu – als Richtwert gelten etwa 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht täglich. Weidegras ergänzt die Raufutterversorgung saisonal, wobei die Weidezeiten bei üppigem Grasaufwuchs kontrolliert werden sollten.

Kraftfutter ist nur bei erhöhtem Arbeitseinsatz nötig und sollte stets bedarfsgerecht dosiert werden. Minerallecksteine und gegebenenfalls ein Mineralfutter sichern die Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen.