Portugiesischer-schäferhund
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Steckbrief
- Herkunft: Portugal
- Weitere Bezeichnungen: Cão da Serra de Aires, Serra de Aires-Schäferhund
- FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde), Sektion 1 – Schäferhunde, Nr. 93
- Größe: Rüden 45–55 cm, Hündinnen 42–52 cm
- Gewicht: 17–27 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Lang, glatt bis leicht gewellt, ohne Unterwolle; ziegenartiges Haar
- Farben: Gelb, Braun, Grau, Rehfarben, Schwarz, Wolfsfarben; mit oder ohne lohfarbene Abzeichen
Herkunft & Geschichte
Der Portugiesische Schäferhund, in seiner Heimat als Cão da Serra de Aires bekannt, stammt aus der gleichnamigen Bergregion Serra de Aires im südlichen Alentejo, einer der ländlichsten Gegenden Portugals. Die Abstammung dieser Rasse ist nicht vollständig gesichert. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass der Conde de Castro Guimarães Anfang des 20. Jahrhunderts Briard-Hunde nach Portugal importierte und diese mit einheimischen Hirtenhunden kreuzte. Andere Quellen sehen den Ursprung eher in autochthonen Schäferhundtypen der Iberischen Halbinsel, die sich über Jahrhunderte als reine Arbeitshunde in der Region entwickelten.
Die Rasse wurde primär zum Hüten von Schafen, Ziegen, Rindern und sogar Schweinen eingesetzt. In den weiten Ebenen des Alentejo war ein wendiger, selbstständig arbeitender Hund unverzichtbar. Mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft ging der Bestand des Cão da Serra de Aires ab Mitte des 20. Jahrhunderts drastisch zurück. Engagierte Züchter in Portugal retteten die Rasse vor dem Aussterben. Die offizielle Anerkennung durch die FCI erfolgte 1996. Trotzdem bleibt der Portugiesische Schäferhund außerhalb seiner Heimat selten und wird von Zuchtverbänden in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur in kleiner Zahl gezüchtet.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Portugiesische Schäferhund ist ein mittelgroßer, robust gebauter Hund mit einem auffälligen, langen Fell, das ihm ein rustikales, manchmal etwas struppiges Erscheinungsbild verleiht. Im Volksmund wird er in Portugal liebevoll „Cão Macaco" – Affenhund – genannt, da sein haarumrahmtes Gesicht mit den dunklen, lebhaften Augen an einen Affen erinnert.
Das Haarkleid ist lang, glatt oder leicht gewellt und hat eine charakteristische, ziegenartige Textur. Eine dichte Unterwolle fehlt, was die Pflege erleichtert, den Hund aber bei extremer Kälte empfindlicher macht. Der Kopf ist breit, die Stirn gewölbt, die Augen rund und dunkel. Die Ohren sind hoch angesetzt, dreieckig und hängend. Laut Rassestandard soll der Körperbau etwas länger als hoch sein, mit gerader Rückenlinie und gut bemuskelten Gliedmaßen. Die Rute ist hoch angesetzt, wird in Ruhe sichelförmig getragen und erreicht das Sprunggelenk.
Charakter & Wesen
Wer einen Portugiesischen Schäferhund kennt, vergisst ihn nicht so schnell. Diese Hunde sind ausgesprochen intelligent, treu und wachsam. Sie binden sich eng an ihre Bezugsperson und zeigen dabei eine fast schon besitzergreifende Loyalität. Fremden gegenüber verhalten sie sich zunächst reserviert und abwartend – ohne dabei aggressiv zu werden.
Die Rasse ist verspielt und behält diese Eigenschaft bis ins hohe Alter bei. Im Zusammenspiel mit ihrer hohen Auffassungsgabe macht sie das zu hervorragenden Kandidaten für Hundesport und komplexe Aufgaben. Gleichzeitig bringen sie einen ausgeprägten Arbeitswillen und Eigenständigkeit mit, was typisch für Hütehunde ist. Ein Cão da Serra de Aires trifft eigene Entscheidungen – das kann im Training sowohl Freude als auch Herausforderung bedeuten. Konsequenz und Geduld sind gefragt, harte Methoden kontraproduktiv. Diese Hunde reagieren sensibel auf die Stimmung ihres Menschen und lassen sich mit positiver Verstärkung ausgezeichnet motivieren.
Haltung & Pflege
Der Portugiesische Schäferhund ist kein Hund für ein bequemes Leben auf der Couch. Er braucht körperliche und geistige Beschäftigung in erheblichem Umfang. Täglicher Auslauf von mindestens eineinhalb bis zwei Stunden ist Pflicht. Noch besser ist eine Kombination aus Spaziergängen, freiem Lauf und gezielter Kopfarbeit. Agility, Obedience, Fährtenarbeit oder natürlich Hütearbeit sind ideale Auslastungsmöglichkeiten.
Ein Haus mit Garten ist empfehlenswert, eine Wohnungshaltung nur bei äußerst aktiven Haltern denkbar. Der Cão da Serra de Aires bellt gern und zuverlässig, was bei der Wohnungshaltung schnell zum Problem werden kann. Sein Wachtrieb ist ausgeprägt, ohne dass er dabei unkontrollierbar wird – er meldet, verteidigt aber nicht aggressiv.
Die Fellpflege ist weniger aufwendig, als das lange Haar vermuten lässt. Da die Unterwolle fehlt, neigt das Fell kaum zum Verfilzen. Regelmäßiges Bürsten – zwei- bis dreimal pro Woche – reicht in der Regel aus. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten sinnvoll. Die Augen sollten regelmäßig kontrolliert werden, da das lange Stirnhaar zu Reizungen führen kann.
Ernährung
Der Portugiesische Schäferhund stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an die Fütterung. Eine hochwertige, proteinreiche Ernährung – ob Nass-, Trockenfutter oder BARF – ist die Basis. Entscheidend ist, dass die Futtermenge an das Aktivitätsniveau angepasst wird. Ein arbeitender