Pottok
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Steckbrief
- Herkunft: Baskenland (Grenzgebiet Frankreich/Spanien), Pyrenäen
- Rassestandard: Französisches Stutbuch (Haras Nationaux), anerkannt seit 1970; kein FCI-Standard (Pferd, kein Hund)
- Zuchtverband: Association Nationale du Pottok, diverse baskische Zuchtvereinigungen
- Stockmaß: 115–147 cm (Typ I: 115–132 cm, Typ II: bis 147 cm)
- Gewicht: 250–350 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre
- Fell/Farben: Dichtes, wetterfestes Fell mit üppiger Mähne und Schweif; vorwiegend Braune, Schwarzbraune, Rappen, Füchse; Schecken kommen vor, sind im ursprünglichen Typ jedoch selten
Herkunft & Geschichte
Der Pottok – das baskische Wort bedeutet schlicht „kleines Pferd" – zählt zu den ältesten Pferderassen Europas. Seine Abstammung lässt sich anhand archäologischer Funde und Höhlenmalereien in den Pyrenäen mehrere tausend Jahre zurückverfolgen. Genetische Untersuchungen legen nahe, dass der Pottok in direkter Linie von den prähistorischen Wildpferden Südwesteuropas abstammt, die bereits in der Steinzeit die Bergregionen des heutigen Baskenlandes besiedelten.
Über Jahrhunderte lebten Pottoks halbwild in den Bergen der westlichen Pyrenäen, insbesondere in den Provinzen Labourd, Basse-Navarre und Soule auf französischer sowie Navarra und Gipuzkoa auf spanischer Seite. Die baskische Landbevölkerung nutzte die robusten Kleinpferde als Lasttiere, zum Transport von Erz aus den Bergwerken und als genügsame Arbeitspferde in der Landwirtschaft. Im 20. Jahrhundert ging der Bestand dramatisch zurück: Mechanisierung, Habitatverlust und unkontrollierte Kreuzungen mit anderen Rassen bedrohten den ursprünglichen Typ.
Erst ab den 1970er Jahren begannen engagierte Züchter und die Association Nationale du Pottok mit einer systematischen Bestandsaufnahme und Zuchtlenkung. Ein offizielles Stutbuch wurde eingerichtet, das zwischen dem ursprünglichen Bergtyp (Typ I, reinblütig und kleiner) und dem durch Einkreuzung veredelten Typ (Typ II, größer und sportlicher) unterscheidet. Heute leben noch schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Pottoks in halbwilder Haltung in den Pyrenäen, dazu kommen Zuchtbestände in ganz Frankreich und vereinzelt in anderen europäischen Ländern.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Pottok ist ein kompaktes, harmonisch gebautes Kleinpferd mit deutlichem Ponycharakter. Der Kopf ist relativ groß, oft leicht ramsnasig mit breiter Stirn, kleinen, aufmerksamen Ohren und großen, ausdrucksvollen Augen. Der Hals ist kurz bis mittellang und kräftig bemuskelt, der Widerrist wenig ausgeprägt.
Der Rumpf zeigt sich tonnenförmig mit gut gewölbten Rippen, einem kurzen, kräftigen Rücken und einer leicht abfallenden Kruppe. Die Beine sind trocken, hart und überraschend stabil für die geringe Körpergröße. Die Hufe sind klein, extrem hart und widerstandsfähig – eine Anpassung an das felsige Gelände der Pyrenäen. Viele Pottoks können problemlos barhuf gehalten werden.
Das Fell ist dicht und wetterfest, im Winter bildet sich ein ausgeprägtes Winterfell mit dichter Unterwolle. Mähne und Schweif wachsen üppig und lang. Die vorherrschenden Farben sind Dunkelbraun, Schwarzbraun und Rappe; Füchse kommen ebenfalls vor. Scheckungen treten gelegentlich auf, gelten beim Typ I jedoch als unerwünscht.
Charakter & Wesen
Der Pottok ist ein intelligentes, wachsames und eigenständiges Pferd. Seine Jahrhunderte lange Existenz unter halbwilden Bedingungen hat einen Charakter geformt, der von Genügsamkeit, Zähigkeit und einem ausgeprägten Überlebensinstinkt geprägt ist. Gleichzeitig zeigt sich der Pottok bei konsequentem, ruhigem Umgang als ausgesprochen lernwillig und menschenbezogen.
Typisch für die Rasse ist eine gewisse Vorsicht gegenüber Neuem, die manchmal als Sturheit fehlinterpretiert wird. In Wirklichkeit sind Pottoks äußerst klug und schätzen Situationen zunächst eigenständig ein, bevor sie reagieren. Einmal gewonnenes Vertrauen halten sie treu und zuverlässig. Im Umgang mit Kindern zeigen sich gut sozialisierte Pottoks geduldig und verspielt, ohne dabei übermäßig temperamentvoll zu werden.
In der Herde sind Pottoks sozial kompetent und fügen sich in klare Strukturen ein. Sie kommunizieren differenziert untereinander und zeigen ausgeprägtes Herdenverhalten – ein Erbe ihrer halbwilden Lebensweise.
Haltung & Pflege
Die artgerechteste Haltung des Pottok ist die ganzjährige Offenstallhaltung oder Robusthaltung mit ausreichend Weidefläche und einem Unterstand als Witterungsschutz. Als Gebirgspferd braucht der Pottok Bewegung und idealerweise abwechslungsreiches Gelände. Reine Boxenhaltung ist für diese Rasse ungeeignet und führt schnell zu Verhaltensproblemen.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst, genügt. Die harten Hufe sollten regelmäßig vom Hufschmied kontrolliert werden, auch wenn viele Pottoks keinen Beschlag benötigen. Wie bei jedem Pferd sind tägliche Kontrolle der Beine, Augen und Hufe selbstverständlich.
Für die geistige Beschäftigung eignen sich Bodenarbeit, Geschicklichkeitstraining und abwechslungsreiche Ausritte. Der Pottok langweilt sich schnell bei monotonen Aufgaben und zeigt dann seine berüchtigte „Dickköpfigkeit".
Ernährung
Der Pottok ist ein ausgesprochen leichtfuttriger Typ. Sein Stoffwechsel ist