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Puppe

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Zucht & Fortpflanzung > Lebensstadien

Definition und Überblick

Die Puppe (lateinisch Pupa) ist ein ruhendes Entwicklungsstadium im Lebenszyklus von Insekten mit vollständiger Verwandlung (Holometabolie). Zwischen dem letzten Larvenstadium und dem geschlechtsreifen Vollinsekt (Imago) durchläuft der Organismus eine tiefgreifende Umstrukturierung, die als Metamorphose bezeichnet wird. Während dieses Stadiums werden larvale Gewebe weitgehend abgebaut und zu den Strukturen des erwachsenen Tieres reorganisiert – ein Vorgang, der je nach Art zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten dauern kann. Die Puppe ist damit eines der vier klassischen Lebensstadien holometaboler Insekten: Ei – Larve – Puppe – Imago.

Das Puppenstadium kommt ausschließlich bei holometabolen Insektenordnungen vor. Dazu zählen unter anderem Schmetterlinge (Lepidoptera), Käfer (Coleoptera), Hautflügler (Hymenoptera), Zweiflügler (Diptera) und Netzflügler (Neuroptera). Insekten mit unvollständiger Verwandlung (Hemimetabolie), etwa Heuschrecken oder Wanzen, durchlaufen kein Puppenstadium, sondern entwickeln sich über Nymphenstadien direkt zum Adulttier.

Biologische Bedeutung der Verpuppung

Die Verpuppung ermöglicht eine radikale Umgestaltung des Körperbaus. Larve und Imago unterscheiden sich bei holometabolen Insekten häufig so stark in Morphologie, Ernährungsweise und Lebensraum, dass sie kaum als dasselbe Tier erkennbar sind – man denke an Raupe und Schmetterling oder Engerling und Maikäfer. Die Puppe stellt die entwicklungsbiologische Brücke zwischen diesen beiden grundverschiedenen Lebensformen dar.

Im Inneren der Puppe laufen komplexe hormonell gesteuerte Prozesse ab. Das larvale Gewebe wird durch Histolyse (Gewebeauflösung) abgebaut, während aus sogenannten Imaginalscheiben – embryonal angelegten Zellgruppen – die adulten Organe, Flügel, Beine, Facettenaugen und Geschlechtsorgane gebildet werden. Gesteuert wird dieser Umbau durch das Zusammenspiel von Ecdyson (Häutungshormon) und Juvenilhormon. Erst das Absinken des Juvenilhormonspiegels im letzten Larvenstadium löst die Verpuppung aus.

Puppentypen

Die Vielfalt der Puppenformen spiegelt die enorme Artenvielfalt holometaboler Insekten wider. In der Entomologie werden drei Grundtypen unterschieden:

  • Pupa libera (freie Puppe): Beine, Fühler und Flügelanlagen liegen frei am Körper und sind einzeln erkennbar, aber nicht beweglich. Dieser Typ ist typisch für Käfer, Hautflügler und Netzflügler.
  • Pupa obtecta (bedeckte Puppe): Die Gliedmaßen und Flügelanlagen sind durch eine gemeinsame Hülle fest an den Körper gepresst und mit ihm verklebt. Schmetterlinge bilden diesen Puppentyp aus. Die Schmetterlingspuppe wird auch als Chrysalis bezeichnet, besonders wenn sie eine goldglänzende Färbung aufweist.
  • Pupa coarctata (Tönnchenpuppe): Die eigentliche Puppe liegt innerhalb der verhärteten letzten Larvenhaut, dem sogenannten Puparium. Dieser Typ kommt bei vielen Zweiflüglern vor, etwa bei Schmeißfliegen und Stubenfliegen.

Schutzmechanismen und Puppengehäuse

Da die Puppe weitgehend unbeweglich ist, stellt sie eine besonders verletzliche Phase im Insektenleben dar. Viele Arten haben daher zusätzliche Schutzstrategien entwickelt. Zahlreiche Schmetterlingsraupen spinnen vor der Verpuppung einen Kokon aus Seide, der die Puppe umhüllt und vor Fressfeinden, Austrocknung und Witterungseinflüssen schützt. Der bekannteste Kokon ist jener des Seidenspinners (Bombyx mori), dessen Fäden zur Seidengewinnung genutzt werden.

Andere Arten verpuppen sich im Erdreich, in morschem Holz, unter Baumrinde oder in selbst angefertigten Gespinsten. Viele Käferlarven graben sich zur Verpuppung in den Boden ein und formen eine Puppenwiege aus verdichtetem Erdreich. Einige Schmetterlinge, etwa der Schwalbenschwanz, befestigen ihre Puppe mit einem Gürtelfaden an Pflanzenstängeln, sodass sie aufrecht hängt – man spricht hier von einer Gürtelpuppe. Im Gegensatz dazu hängen Stürzpuppen, wie die vieler Edelfalter, kopfüber an einem Gespinstpolster.

Dauer des Puppenstadiums und Diapause

Die Dauer der Puppenruhe variiert erheblich. Bei günstigen Temperaturen schlüpfen manche Fliegenarten bereits nach wenigen Tagen, während Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge als Puppe den gesamten Winter überdauern. Diese Überwinterung im Puppenstadium wird als Puppendiapause oder Puppenruhe bezeichnet. Sie wird durch Umweltreize wie abnehmende Tageslänge (Photoperiode) und sinkende Temperaturen ausgelöst und hormonell aufrechterhalten.

Einige Arten können im Puppenstadium sogar mehrere Jahre verharren. Der Kiefernspinner etwa ist dafür bekannt, dass seine Puppen unter ungünstigen Bedingungen eine verlängerte Diapause einlegen. Für die Zucht und Haltung von Insekten ist die Kenntnis der artspezifischen Puppendauer und der Bedingungen für den erfolgreichen Schlupf (Emergenz) von zentraler Bedeutung.

Bedeutung für Zucht und Schädlingsbekämpfung

In der Insektenzucht – sei es für wissenschaftliche Zwecke, als Futtertiere oder in der Seidenraupenzucht (Serikultur) – spielt das Puppenstadium eine Schlüsselrolle. Die Bedingungen während der Verpuppung, insbesondere Temperatur