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Reining

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Sport & Training > Reiten & Pferdesport

Definition und Überblick

Reining ist eine Disziplin des Westernreitens, bei der Pferd und Reiter ein vorgegebenes Muster – das sogenannte Pattern – aus verschiedenen Manövern in einer Arena vorführen. Die Disziplin wird häufig als „Dressur des Westernreitens" bezeichnet, da sie höchste Präzision, Harmonie zwischen Reiter und Pferd sowie feinfühlige Hilfengebung verlangt. Seit 2002 ist Reining von der Fédération Équestre Internationale (FEI) als offizielle Pferdesportdisziplin anerkannt und war damit die erste Westernreitdisziplin, die internationalen Turnierstatus erhielt. Bei den Weltreiterspielen 2002 in Jerez de la Frontera feierte Reining seine Premiere auf höchster internationaler Ebene.

Ursprung und Geschichte

Die Wurzeln des Reining liegen in der nordamerikanischen Rancharbeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Cowboys benötigten wendige, gehorsame Pferde, die Rinder treiben, schnell stoppen und auf engem Raum drehen konnten. Aus diesen praktischen Anforderungen entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Wettbewerb, der die Rittigkeit und Athletik der Arbeitspferde unter Beweis stellte. In den 1940er und 1950er Jahren etablierten sich in den USA erste standardisierte Turnierregeln. Die National Reining Horse Association (NRHA), gegründet 1966 in den Vereinigten Staaten, ist bis heute der weltweit wichtigste Zuchtverband und Turnierveranstalter für die Disziplin. Seit den 1980er Jahren verbreitete sich Reining zunehmend in Europa, wobei Deutschland, Italien und Frankreich zu den führenden Nationen auf dem Kontinent zählen.

Die Manöver im Detail

Jedes Reining-Pattern setzt sich aus einer festgelegten Abfolge von Manövern zusammen, die in einer bestimmten Reihenfolge und an bestimmten Stellen der Arena ausgeführt werden müssen. Die grundlegenden Manöver sind:

  • Sliding Stop: Das spektakulärste Manöver im Reining. Das Pferd galoppiert mit hoher Geschwindigkeit und stoppt abrupt, indem es die Hinterhand tief unter den Körper schiebt und auf den Hinterhufen über den Boden gleitet. Spezielle Sliding Plates – glatte Hufeisen an den Hinterhufen – ermöglichen das kontrollierte Rutschen. Stopps von mehreren Metern Länge sind bei gut trainierten Pferden keine Seltenheit.
  • Spins (Drehturn): Das Pferd dreht sich um die eigene Achse, wobei das innere Hinterbein als Pivot-Punkt nahezu stationär bleibt. Verlangt werden Serien von bis zu vier vollständigen 360-Grad-Drehungen in schneller Folge. Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit der Drehungen fließen in die Bewertung ein.
  • Rollbacks: Nach einem Sliding Stop dreht das Pferd sich um 180 Grad über die Hinterhand und galoppiert sofort in die entgegengesetzte Richtung an. Der Rollback prüft die Durchlässigkeit und Reaktionsfähigkeit des Pferdes.
  • Circles (Zirkel): Große schnelle und kleine langsame Galoppzirkel werden in vorgegebener Abfolge geritten. Dabei soll das Pferd deutliche Tempounterschiede zeigen und gleichmäßig auf dem Zirkel bleiben. Der Galoppwechsel – der fliegende Wechsel der Galopplage – verbindet die Zirkel in verschiedenen Richtungen.
  • Lead Changes (Galoppwechsel): Fliegende Galoppwechsel müssen exakt in der Mitte der Arena, an der vorgesehenen Stelle, erfolgen. Bewertet wird, ob der Wechsel gleichzeitig mit Vorder- und Hinterhand stattfindet und fließend wirkt.
  • Backup (Rückwärtsrichten): Das Pferd tritt mindestens drei Meter zügig und gerade rückwärts. Willige Mitarbeit und weiche Zügelakzeptanz sind hier entscheidend.
  • Hesitate (Pause): Kurze, ruhige Unterbrechungen zwischen den Manövern, die die Gelassenheit des Pferdes demonstrieren.

Bewertung und Scoring

Die Bewertung im Reining folgt einem klar definierten Punktesystem. Jeder Ritt beginnt mit einem Ausgangswert von 70 Punkten. Für jedes der einzelnen Manöver vergeben die Richter Noten von –1,5 bis +1,5 in halben Schritten. Ein korrekt ausgeführtes, aber durchschnittliches Manöver erhält die Note 0, herausragende Ausführung bis zu +1,5 und fehlerhafte Ausführung bis zu –1,5. Zusätzlich gibt es Penalties – Strafpunkte – für schwerwiegende Fehler wie falschen Galopp, Überdrehen beim Spin, Abweichung vom Pattern oder sichtbaren Widerstand des Pferdes. Ein Fehler im Muster selbst, etwa ein ausgelassenes oder falsch ausgeführtes Manöver, kann zu einem sogenannten „No Score" führen, also einer Disqualifikation des Ritts. Gewinnerscores bei hochklassigen Turnieren liegen typischerweise zwischen 72 und 76 Punkten.

Pferderassen und Ausbildung

Die dominierende Rasse im Reining ist das American Quarter Horse. Durch gezielte Zucht auf Wendigkeit, Schnelligkeit und eine natürliche Veranlagung zum „Cow Sense" bringt diese Rasse ideale Voraussetzungen für die Disziplin mit. Auch Paint Horses und Appaloosas sind im Reining vertreten, da sie eng mit dem Quarter Horse verwandt sind. Vereinzelt treten Pferde anderer Rassen an, doch auf dem oberen Leistungsniveau dominieren klar die westernspezifischen Zuchtlinien.

Die Ausbildung eines Reining-Pferdes erstreckt sich über mehrere Jahre. Junge Pferde beginnen mit grundlegender Grundausbildung und werden schrittweise an die einzelnen Manöver herangeführt. Der Ausbilder – im Westernreiten als Trainer bezeichnet – arbeitet intensiv an der Verfeinerung der Hilfen, dem Aufbau von Muskulatur und der psychischen Belastbarkeit des Pferdes. Besonders der Sliding Stop erfordert neben der richtigen Technik auch einen geeigneten Untergrund: Speziell präparierte Sandböden mit defin