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Riccia

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Definition und Überblick

Riccia, im deutschsprachigen Raum als Teichlebermoos oder Sternlebermoos bekannt, ist eine Gattung thalloser Lebermoose aus der Familie der Ricciaceae. In der Aquaristik hat sich vor allem die Art Riccia fluitans – das Schwimmende Teichlebermoos – als eine der beliebtesten Aquarienpflanzen etabliert. Dieses Moos bildet dichte, hellgrüne Polster an der Wasseroberfläche oder lässt sich unter Wasser auf Steinen und Wurzeln befestigen. Seine Bekanntheit in der modernen Aquaristik verdankt Riccia fluitans vor allem dem japanischen Aquascaper Takashi Amano, der das Moos in seinen naturnahen Unterwasserlandschaften einsetzte und damit weltweit populär machte.

Botanische Einordnung und Merkmale

Riccia gehört zur Abteilung der Marchantiophyta (Lebermoose) und umfasst weltweit über 150 beschriebene Arten. Im Unterschied zu höheren Pflanzen besitzt Riccia weder echte Wurzeln noch Leitbündel. Der Pflanzenkörper besteht aus einem flachen, gabelartig verzweigten Thallus, der bei Riccia fluitans bandförmig und nur etwa einen Millimeter breit ist. Die einzelnen Thalluslappen verzweigen sich dichotom, also immer wieder in zwei gleiche Äste, wodurch die charakteristische sternförmige Struktur entsteht.

Die emerse, also über Wasser wachsende Form von Riccia fluitans unterscheidet sich deutlich von der submersen Variante. Über Wasser bildet das Moos flachere, dem Substrat anliegende Thalli mit Atemöffnungen (Luftporen) auf der Oberseite. Unter Wasser hingegen entwickeln sich längere, schmalere Thalluslappen, die zu dichten, kissenartigen Polstern heranwachsen können.

Vorkommen und natürlicher Lebensraum

Riccia fluitans ist nahezu kosmopolitisch verbreitet und kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. In Mitteleuropa findet man das Schwimmende Teichlebermoos in stehenden und langsam fließenden Gewässern – in Teichen, Gräben, Altarmen und Überschwemmungsflächen. Es wächst dort als Schwimmpflanze an der Wasseroberfläche, wo es dichte, mattenartige Teppiche ausbilden kann. Auch auf feuchtem Schlamm an Uferzonen und periodisch überfluteten Flächen gedeiht es gut. Die Pflanze bevorzugt nährstoffreiche, leicht saure bis neutrale Gewässer mit gemäßigten Temperaturen.

Haltung im Aquarium

Riccia fluitans gilt als relativ anspruchslose Aquarienpflanze, stellt aber einige Bedingungen an die Pflege, wenn sie dauerhaft submers kultiviert werden soll. Die wichtigsten Haltungsparameter im Überblick:

  • Beleuchtung: Mittel bis stark (mindestens 0,5 Watt pro Liter bei herkömmlicher Beleuchtung oder vergleichbare LED-Leistung). Bei zu wenig Licht werden die Polster locker und lösen sich auf.
  • Temperatur: 15–28 °C, optimal zwischen 20 und 25 °C
  • Wasserhärte: Weich bis mittelhart (2–15 °dGH)
  • pH-Wert: 5,5–7,5
  • CO₂-Düngung: Nicht zwingend notwendig, aber für dichte, kompakte Polster und ein kräftig grünes Erscheinungsbild sehr empfehlenswert. Eine CO₂-Zufuhr von 20–30 mg/l fördert das Wachstum erheblich.
  • Nährstoffversorgung: Regelmäßige Düngung mit Makro- und Mikronährstoffen unterstützt gesundes Wachstum. Besonders Eisen und Nitrat sollten in ausreichender Menge vorhanden sein.

An der Wasseroberfläche treibend wächst Riccia fluitans praktisch von selbst und benötigt kaum besondere Pflege. Die submerse Kultur auf Hardscape erfordert hingegen mehr Aufwand.

Befestigung und Gestaltung im Aquascape

Für den Einsatz in der Unterwassergestaltung wird Riccia fluitans typischerweise mit einem Haarnetz, feinem Nylonfaden oder dünnem Edelstahldraht auf Steinen, Lavagestein oder Wurzelholz fixiert. Das Moos wächst durch das Netz hindurch und verdeckt die Befestigung nach einigen Wochen. So entstehen grüne, polsterartige Strukturen, die sich hervorragend für den Mittel- und Vordergrund eines Aquariums eignen.

Eine bekannte Gestaltungstechnik besteht darin, flache Steine gleichmäßig mit Riccia zu bespannen und diese als grüne Inseln im Bodengrundarrangement zu platzieren. In Kombination mit anderen Moosen wie Vesicularia dubyana (Javamoos) oder Taxiphyllum barbieri lassen sich abwechslungsreiche Texturen erzeugen.

Ein grundsätzliches Problem bei der submersen Haltung: Riccia fluitans bildet bei Photosynthese kleine Sauerstoffbläschen (Pearling), die zwar optisch äußerst reizvoll wirken, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass sich Teile der Polster vom Untergrund lösen und zur Oberfläche treiben. Regelmäßiges Zurückschneiden und gegebenenfalls erneutes Befestigen gehören daher zum Pflegealltag.

Vermehrung

Die Vermehrung von Riccia fluitans erfolgt im Aquarium nahezu ausschließlich vegetativ durch Teilung des Thallus. Abgebrochene Stücke wachsen selbstständig weiter und bilden neue Polster. Diese hohe Regenerationsfähigkeit macht die Pflanze einerseits leicht vermehrbar, andererseits kann sie sich bei guten Bedingungen rasch und unkontrolliert ausbreiten. Einzelne Thallusfragmente gelangen in Filter, setzen sich zwischen anderen Pflanzen fest und bilden dort ungewollte Bestände. In der Natur vermehrt sich Riccia zusätzlich über Sporen, die in kugelförmigen Sporangien innerhalb des Thallus gebildet werden. Diese generative Vermehrung spielt in der Aquaristik jedoch keine praktische