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Rohasche

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Rohasche ist ein analytischer Kennwert in der Futtermitteldeklaration und beschreibt den anorganischen Rückstand, der übrig bleibt, wenn eine Futterprobe bei etwa 550 °C im Muffelofen verglüht wird. Bei diesem Verbrennungsprozess werden sämtliche organischen Bestandteile – also Protein, Fett, Rohfaser und Kohlenhydrate – vollständig zerstört. Zurück bleibt ausschließlich der mineralische Anteil: Calcium, Phosphor, Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und weitere Spurenelemente in Form ihrer Oxide und Salze.

Der Begriff „Asche" führt bei vielen Tierhaltern zu Verunsicherung, weil er fälschlicherweise mit Verbrennungsrückständen oder minderwertigen Füllstoffen assoziiert wird. Tatsächlich handelt es sich bei der Rohasche jedoch um eine rein labortechnische Messgröße, die gesetzlich auf jedem Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel angegeben werden muss. Sie ist Teil der sogenannten Weender Futtermittelanalyse, dem seit über 150 Jahren etablierten Standardverfahren zur Bestimmung der Nährstoffzusammensetzung von Futtermitteln.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Rohasche setzt sich aus einer Vielzahl von Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen. Die mengenmäßig bedeutendsten Bestandteile sind:

  • Calcium (Ca): Essenziell für Knochenaufbau, Zahngesundheit und Muskelkontraktion
  • Phosphor (P): Wichtig für den Energiestoffwechsel und die Skelettbildung, eng mit Calcium verknüpft
  • Natrium (Na) und Kalium (K): Zentral für den Elektrolythaushalt und die Nervenfunktion
  • Magnesium (Mg): Beteiligt an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper
  • Spurenelemente: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen und Jod in geringen, aber lebenswichtigen Mengen

Entscheidend ist: Die Rohasche gibt keinen Aufschluss über die genaue Zusammensetzung der enthaltenen Mineralstoffe. Ein Futter mit 7 % Rohasche kann ein völlig anderes Mineralstoffprofil aufweisen als ein zweites Futter mit identischem Rohaschegehalt. Wer die genaue Mineralstoffzusammensetzung kennen möchte, muss auf die Einzeldeklaration der Mineralstoffe achten oder eine laboranalytische Untersuchung veranlassen.

Nicht in der Rohasche enthalten sind Vitamine, da diese als organische Verbindungen bei der Veraschung vollständig verbrennen. Ebenso wenig erfasst werden organisch gebundene Mineralien.

Für welche Tiere geeignet?

Der Rohaschegehalt spielt bei der Beurteilung von Futtermitteln für nahezu alle Haus- und Nutztiere eine Rolle – die Bewertungsmaßstäbe unterscheiden sich jedoch erheblich:

  • Hunde: Bei hochwertigem Hundefutter liegt der Rohaschegehalt in der Regel zwischen 5 und 8 %. Werte deutlich über 10 % können auf einen hohen Knochenanteil oder die Verwendung minderwertiger tierischer Nebenerzeugnisse hindeuten.
  • Katzen: Für Katzen gelten ähnliche Richtwerte. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Rohaschegehalt bei Katzen mit Neigung zu Harnsteinen, da hohe Magnesium- und Phosphorgehalte die Bildung von Struvitsteinen begünstigen können.
  • Pferde: Bei Heu und Weidegras schwankt der Rohaschegehalt je nach Boden- und Standortbedingungen erheblich. Ein auffällig hoher Wert im Heu kann auf Verschmutzung durch Sand oder Erde hinweisen.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: Bei pflanzenfressenden Kleintieren liegt der natürliche Rohaschegehalt der Futterration durch den hohen Rohfaseranteil oft etwas höher.
  • Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel): In der landwirtschaftlichen Tierernährung dient der Rohaschegehalt als wichtiger Parameter zur Bewertung der Futterqualität und Rationsberechnung.

Fütterungsempfehlung

Eine pauschale Empfehlung zur idealen Rohasche lässt sich nicht geben, da der Wert stets im Gesamtkontext der Futterration betrachtet werden muss. Dennoch gelten folgende Orientierungswerte:

Bei Hunde- und Katzennassfutter sind Rohaschegehalte zwischen 1,5 und 3 % üblich, was auf den hohen Feuchtigkeitsgehalt zurückzuführen ist. Umgerechnet auf die Trockensubstanz ergeben sich Werte zwischen 6 und 10 %. Bei Trockenfutter liegen typische Werte zwischen 5 und 8 %.

Die Futtermenge und das Fütterungsintervall werden durch den Rohaschegehalt allein nicht bestimmt. Dennoch gilt: Ein auffällig niedriger Rohaschegehalt kann auf eine unzureichende Mineralstoffversorgung hinweisen und die Zugabe eines Ergänzungsfuttermittels erforderlich machen. Bei selbst zusammengestellten Rationen – etwa im Rahmen von BARF – sollte die Mineralstoffversorgung grundsätzlich rechnerisch überprüft oder durch gezielte Supplementierung sichergestellt werden.

Vorteile & Nachteile

Vorteile der Rohasche als Kennwert:

  • Ermöglicht einen schnellen Vergleich verschiedener Futtermittel hinsichtlich ihres Mineralstoffgehalts
  • Kann Hinweise auf die Qualität der verwendeten Rohstoffe geben
  • Ist gesetzlich vorgeschrieben und damit auf jedem deklarierten Futter verfügbar
  • Hilft bei der Erkennung übermäßig hoher Knochen- oder Füllstoffanteile

Nachteile und Grenzen:

  • Keine Aussage über die Zusammensetzung der einzelnen Mineralstoffe möglich
  • Keine Information über die Bioverf