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Rohfett

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Rohfett ist ein analytischer Sammelbegriff aus der Futtermittelanalyse nach der Weender Methode. Er bezeichnet sämtliche Bestandteile eines Futtermittels, die sich mit Hilfe organischer Lösungsmittel – in der Regel Petrolether oder Diethylether – extrahieren lassen. Der Begriff „roh" weist darauf hin, dass es sich nicht um reines Fett handelt, sondern um eine Fraktion, die neben eigentlichen Fetten (Triglyceriden) auch weitere fettlösliche Substanzen umfasst. Auf jeder Deklaration eines Alleinfuttermittels oder Ergänzungsfuttermittels ist der Rohfettgehalt verpflichtend angegeben und dient Tierhaltern als wichtige Orientierungsgröße bei der Zusammenstellung der Futterration.

Fett ist mit einem physiologischen Brennwert von rund 39 kJ (9,3 kcal) pro Gramm der energiereichste Makronährstoff – mehr als doppelt so energiedicht wie Protein oder Kohlenhydrate. Der Rohfettgehalt eines Futters beeinflusst daher maßgeblich dessen Gesamtenergiegehalt und damit die optimale Futtermenge, die ein Tier pro Mahlzeit beziehungsweise pro Tag erhalten sollte.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die als Rohfett deklarierte Fraktion ist chemisch heterogen. Sie setzt sich aus folgenden Substanzgruppen zusammen:

  • Triglyceride – die eigentlichen Speicherfette, bestehend aus Glycerin und drei Fettsäuren. Sie machen den Hauptanteil aus und liefern den Großteil der Energie.
  • Freie Fettsäuren – sowohl gesättigte als auch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3), die als essentielle Fettsäuren eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielen.
  • Phospholipide – wichtige Bausteine der Zellmembranen, beispielsweise Lecithin.
  • Fettlösliche Vitamine – die Vitamine A, D, E und K werden bei der Extraktion miterfasst, da sie lipophil sind.
  • Wachse, Steroide und Carotinoide – pflanzliche Schutzsubstanzen und Pigmente, die in geringen Mengen enthalten sein können.

Die genaue Zusammensetzung innerhalb der Rohfettfraktion hängt stark von den verwendeten Rohstoffen ab. Tierische Fette enthalten tendenziell mehr gesättigte Fettsäuren, während pflanzliche Öle – etwa Leinöl oder Sonnenblumenöl – reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Für die Beurteilung der Futterqualität ist daher nicht nur die Höhe des Rohfettgehalts entscheidend, sondern auch die Herkunft und das Fettsäureprofil.

Für welche Tiere geeignet?

Rohfett als Nährstoffkomponente ist für praktisch alle Tierarten relevant, wobei sich der optimale Gehalt in der Futterration erheblich unterscheidet:

  • Hunde: Adulte Hunde benötigen je nach Aktivitätsniveau einen Rohfettgehalt von etwa 5–16 % in der Trockensubstanz. Arbeitshunde und hochaktive Rassen profitieren von fettreicheren Rationen, während übergewichtige Tiere auf einen moderaten Fettgehalt angewiesen sind.
  • Katzen: Als obligate Karnivoren verwerten Katzen Fett besonders effizient. Ein Rohfettgehalt von 9–20 % ist üblich. Essentielle Fettsäuren wie Arachidonsäure müssen über tierische Fettquellen zugeführt werden.
  • Pferde: Pferde nehmen natürlicherweise wenig Fett auf (Rohfettgehalt im Raufutter liegt bei 1,5–3,5 %). Ergänzungen durch pflanzliche Öle können bei Sportpferden sinnvoll sein, sollten jedoch 100 ml pro 100 kg Körpergewicht pro Tag nicht überschreiten.
  • Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen): Herbivore Kleintiere benötigen nur geringe Fettmengen von etwa 2–4 % in der Futterration. Zu fettreiches Futter führt schnell zu Adipositas und Leberverfettung.
  • Ziervögel: Der Bedarf variiert stark zwischen Körnerfressern und Weichfressern. Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne haben einen Rohfettgehalt von über 40 % und sollten nur in begrenzter Menge angeboten werden.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Rohfettzufuhr richtet sich nach Tierart, Alter, Gesundheitsstatus, Reproduktionsstadium und Aktivitätslevel. Generell gilt: Die Futtermenge muss immer im Verhältnis zum Energiegehalt betrachtet werden. Ein Futter mit hohem Rohfettgehalt liefert mehr Energie pro Gramm – entsprechend muss die tägliche Futtermenge reduziert werden, um eine Überversorgung zu vermeiden.

Bei der Zusammenstellung der Futterration empfiehlt es sich, den Rohfettgehalt nicht isoliert zu betrachten, sondern stets im Zusammenspiel mit Protein, Rohfaser, Mineralstoffen und Vitaminen. Ein ausgewogenes Alleinfuttermittel deckt den Fettbedarf in der Regel vollständig ab. Werden Ergänzungsfuttermittel wie Öle zugefügt, muss die Gesamtration entsprechend angepasst werden.

Das Fütterungsintervall wird durch den Fettgehalt indirekt beeinflusst: Fettreiche Mahlzeiten verweilen länger im Magen und fördern ein anhaltendes Sättigungsgefühl, können aber bei empfindlichen Tieren auch zu Verdauungsbeschwerden führen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile eines adäquaten Rohfettgehalts:

  • Hochkonzentrierte Energiequelle, besonders wichtig für aktive, laktierende oder rekonvaleszente Tiere
  • Lieferant essentieller Fettsäuren, die der Organismus nicht selbst synthetisieren kann
  • Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, die ohne ausreichend Fett nicht resorbiert werden können
  • Unterstützung von Haut- und Fellgesundheit durch Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
  • Verbes