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Rosenstar

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Tierart – Vögel > Singvögel – Stare, Pieper, Stelzen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pastor roseus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Stare (Sturnidae)
  • Gattung: Pastor
  • Lebensraum: Offene Steppen, Halbwüsten, Agrarflächen in Zentralasien und Südosteuropa
  • Größe: 19–22 cm
  • Gewicht: 60–90 g
  • Lebenserwartung: Etwa 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Rosenstar gehört zu den auffälligsten Vertretern der Familie der Stare. Adulte Männchen zeigen im Prachtkleid einen markanten Kontrast zwischen dem glänzend schwarzen Kopf, der Brust, den Flügeln und dem Schwanz einerseits und dem kräftig rosafarbenen Rücken, Bauch und den Flanken andererseits. Der Kopf trägt eine verlängerte, zerzaust wirkende Haube aus schwarzen Federn, die dem Vogel ein unverwechselbares Profil verleiht. Der Schnabel ist kräftig, leicht gebogen und im Brutkleid orangerosa gefärbt, außerhalb der Brutzeit eher dunkel. Die Beine sind fleischfarben bis bräunlich.

Weibchen ähneln den Männchen in der Grundfärbung, wirken jedoch insgesamt blasser. Das Rosa ist weniger intensiv, die schwarzen Gefiederpartien zeigen einen bräunlichen Einschlag, und die Kopfhaube ist deutlich kürzer. Jungvögel sind unscheinbar sandbraun bis graubraun gefärbt und können leicht mit jungen Staren (Sturnus vulgaris) verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist der helle, gelbliche Schnabel der Jungvögel sowie die insgesamt wärmere, leicht rötliche Tönung des Gefieders.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rosenstars erstreckt sich von Südosteuropa über Kleinasien und den Kaukasus bis nach Zentralasien, mit den Hauptbrutgebieten in den Steppen und Halbwüsten von Kasachstan, Usbekistan und der Mongolei. In Europa brütet die Art unregelmäßig in Bulgarien, Rumänien, der Türkei und gelegentlich in Ungarn. Die Brutvorkommen schwanken von Jahr zu Jahr erheblich und hängen eng mit dem Auftreten von Heuschrecken zusammen.

Als Langstreckenzieher verbringt der Rosenstar den Winter auf dem indischen Subkontinent, vor allem in Indien und Sri Lanka. Die Zugbewegungen erfolgen in großen Schwärmen, die mehrere Tausend Individuen umfassen können. Auf dem Zug und während der Überwinterung werden offene Agrarlandschaften, Obstplantagen und lichte Wälder als Habitat genutzt.

In Mitteleuropa tritt der Rosenstar als seltener Irrgast auf. Sichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufen sich in Jahren, in denen die Art besonders weit westlich brütet – sogenannte Invasionsjahre. In den letzten Jahrzehnten wurden solche Einflüge häufiger registriert, was möglicherweise mit klimatischen Veränderungen zusammenhängt.

Ernährung

Die Ernährung des Rosenstars ist ausgesprochen opportunistisch und saisonabhängig. Während der Brutzeit bilden Insekten – insbesondere Heuschrecken und Grillen – die Hauptnahrung. Die Art gilt in ihren Brutgebieten als bedeutender natürlicher Schädlingsbekämpfer. Ein einzelner Rosenstar kann pro Tag bis zu 200 Heuschrecken vertilgen, was in Agrarregionen Zentralasiens wirtschaftlich durchaus relevant ist.

Außerhalb der Brutzeit erweitert sich das Nahrungsspektrum um Früchte, Beeren und Samen. In den Winterquartieren in Indien werden Maulbeeren, Feigen und die Früchte des Neembaums aufgenommen. In Weinbaugebieten entlang der Zugrouten kann der Rosenstar gelegentlich Schäden an reifenden Trauben verursachen.

Verhalten & Lebensweise

Rosenstare sind ausgesprochen gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in Schwärmen von mehreren Hundert bis Tausend Tieren leben. Auch die Brutkolonien umfassen regelmäßig Hunderte von Paaren. Die Art zeigt eine starke Neigung zur Synchronisation: Ankunft im Brutgebiet, Nestbau, Eiablage und Aufzucht verlaufen innerhalb einer Kolonie weitgehend gleichzeitig.

Die Aktivität ist tagaktiv mit Schwerpunkten in den Morgen- und Abendstunden. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, wobei die Vögel in dichten Gruppen durch Grasland und niedrige Vegetation wandern und Insekten aufscheuchen. Abends versammeln sich die Schwärme an gemeinsamen Schlafplätzen, oft in Schilfbeständen oder dichten Baumgruppen.

Der Gesang des Rosenstars besteht aus einem schnellen, schwatzenden Gemisch aus pfeifenden, krächzenden und klickenden Lauten, das dem des Gemeinen Stars ähnelt, aber etwas rauer und weniger melodisch wirkt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Der Rosenstar brütet in Kolonien, die er bevorzugt in Felsspalten, Geröllhalden, Steinmauern oder Ruinen anlegt. Die Nester werden aus trockenem Gras, Halmen und Federn in Hohlräumen errichtet. Die Koloniestandorte werden nicht zwangsläufig in aufeinanderfolgenden Jahren besetzt – die Wahl des Brutplatzes richtet sich stark nach dem lokalen Nahrungsangebot.

Das Gelege umfasst in der Regel 4–6 blassblau bis weißliche Eier. Die Bebrütung dauert etwa 11–14 Tage und wird von beiden Elternteilen übernommen. Die Nestlinge werden vorwiegend mit Insekten gefüttert und verlassen das Nest nach 14–19 Tagen. Die gesamte Brutperiode ist vergleichsweise kurz, was als Anpassung an die oft nur zeitlich begrenzten Heuschreckenausbrüche in den Steppengebieten gedeutet wird. Nach dem Ausfliegen der Jungvögel lösen sich die Kolonien rasch auf, und die Vögel beginnen mit dem Zug in die