T Tierlexikon.net
← Lexikon

Rotala Rotundifolia

R

Aquarien- & Teichpflanzen > Aquarien- & Teichpflanzen

Definition und Überblick

Rotala rotundifolia ist eine submers und emers wachsende Wasserpflanze aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae). Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien, wo sie in Indien, China, Vietnam, Laos und weiteren Ländern der Region in flachen Gewässern, überfluteten Reisfeldern und feuchten Uferböden gedeiht. Im Aquarienhobby gehört Rotala rotundifolia zu den beliebtesten Stängelpflanzen überhaupt. Sie wird seit Jahrzehnten kultiviert und ist in nahezu jedem Aquaristik-Fachhandel erhältlich. Ihre Popularität verdankt sie der relativ unkomplizierten Pflege, dem schnellen Wachstum und der variablen Färbung, die unter guten Bedingungen von sattem Grün bis hin zu kräftigem Orange-Rot reicht.

Taxonomie und Namensverwirrung

Der botanische Artname „rotundifolia" bedeutet „rundblättrig" und bezieht sich auf die emerse Blattform, die oberhalb der Wasseroberfläche tatsächlich rundlich bis spatelförmig ausfällt. Unter Wasser bildet die Pflanze hingegen deutlich schmalere, lanzettliche Blätter aus – ein Umstand, der immer wieder zu Verwechslungen führt. In der Aquaristik kursiert die Art häufig unter dem Handelsnamen Rotala indica, obwohl die echte Rotala indica eine eigenständige, seltener kultivierte Spezies darstellt. Diese Namensverwirrung hat sich über Jahrzehnte etabliert und sorgt bis heute für Missverständnisse beim Kauf. Wer sichergehen möchte, die korrekte Art zu erwerben, sollte auf die submerse Blattform achten: Rotala rotundifolia zeigt unter Wasser schmale, bis zu 2 cm lange Blätter, während die echte Rotala indica auch submers eher breitere Blätter behält.

Erscheinungsbild und Wuchsform

Rotala rotundifolia wächst als aufrechte Stängelpflanze mit gegenständig oder quirlig angeordneten Blättern. Die Triebe erreichen unter Wasser eine Höhe von 20 bis 50 cm, wobei sie bei ausreichender Beleuchtung eher kompakt und dicht verzweigt bleiben. Bei schwächerem Licht strecken sich die Internodien, und die Pflanze wächst merklich lichtärmer und lockerer nach oben.

Die submersen Blätter sind schmal-oval bis lanzettlich und messen etwa 1,5 bis 2,5 cm in der Länge bei einer Breite von 3 bis 5 mm. Ihre Farbe variiert stark je nach Lichtintensität und Nährstoffversorgung:

  • Grün: Bei moderater Beleuchtung und ausreichend Stickstoff dominiert ein helles bis mittleres Grün.
  • Orange bis Rot: Unter starker Beleuchtung, limitiertem Nitrat und guter Eisenversorgung intensiviert sich die Rotfärbung deutlich.
  • Rosa bis Pink: Bestimmte Zuchtformen wie „Rotala rotundifolia H'Ra" oder „Pink" zeigen unter optimalen Bedingungen besonders leuchtende Pink-Töne.

Emers kultiviert bildet die Pflanze kleine, rundliche Blätter an kriechenden bis aufrechten Stielen. In dieser Form kann sie winzige rosafarbene Blüten in ährenartigen Blütenständen entwickeln.

Haltung im Aquarium

Rotala rotundifolia gilt als eine der einsteigerfreundlicheren Rotalas und kommt mit einer vergleichsweise breiten Palette an Wasserwerten zurecht. Dennoch zeigt sie ihr volles Potenzial nur unter gezielter Pflege.

Beleuchtung: Mittlere bis hohe Lichtintensität (0,5–1 Watt pro Liter bei herkömmlicher Beleuchtung, bzw. 30–80 µmol PAR) wird empfohlen. Starkes Licht fördert die Rotfärbung und den kompakten, buschigen Wuchs. Bei schwachem Licht wächst die Pflanze zwar weiter, verliert jedoch ihre rötlichen Farbtöne und wird unansehnlich langgestreckt.

CO₂-Düngung: Ohne zusätzliche Kohlendioxid-Zufuhr ist die Haltung möglich, aber das Wachstum bleibt langsamer und die Färbung weniger intensiv. Eine CO₂-Anlage mit einer Konzentration von 20 bis 30 mg/l beschleunigt das Wachstum erheblich und verbessert die Pflanzengesundheit insgesamt.

Wasserwerte: Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 sowie eine Gesamthärte von 0 bis 14 °dGH sind geeignet. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 28 °C liegen, wobei sich die Pflanze im Bereich von 22 bis 26 °C am wohlsten fühlt.

Düngung: Eine ausgewogene Makro- und Mikronährstoffdüngung ist für gesundes Wachstum entscheidend. Eisen und Kalium spielen eine besondere Rolle für die Farbausbildung. Wer gezielt eine intensive Rotfärbung anstrebt, kann mit einer leichten Limitierung des Nitrats (unter 10 mg/l) experimentieren – dies regt die Anthocyan-Produktion in den Blättern an. Allerdings sollte Stickstoff nie völlig fehlen, da sonst Wachstumsstörungen und Blattverlust auftreten.

Bodengrund: Ein nährstoffreicher Soil-Boden wie ADA Amazonia oder vergleichbare Aquasoils bietet optimale Bedingungen. Rotala rotundifolia bildet feine Wurzeln und nimmt Nährstoffe sowohl über das Wurzelsystem als auch über die Blätter aus der Wassersäule auf. Auch feiner Kies funktioniert in Kombination mit regelmäßiger Flüssigdüngung, wenngleich Soil-Substrate erfahrungsgemäß bessere Ergebnisse liefern.

Vermehrung und Rückschnitt

Die Vermehrung erfolgt durch Kopfstecklinge – eine der einfachsten Methoden in der Aquaristik. Gesunde Triebe werden auf eine Länge von 10 bis 15 cm geschnitten und direkt in den Bodengrund gesteckt. Innerhalb weniger Tage bilden sich neue Wurzeln. Auch der verbleibende untere Stängelteil treibt in der Regel an den Blattachseln neu aus, sodass aus einem Trieb zwei oder mehr neue entstehen.

Regelmäßiger Rückschnitt ist bei dieser schnellwüchsigen Pflanze nahezu unvermeidlich.