Roter Phantomsalmler
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hyphessobrycon sweglesi
- Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
- Familie: Echte Salmler (Characidae)
- Gattung: Hyphessobrycon
- Lebensraum: Langsam fließende Gewässer und Zuflüsse des oberen Orinoco-Einzugsgebiets in Kolumbien und Venezuela
- Größe: 3–4 cm Standardlänge
- Gewicht: ca. 1–2 g
- Lebenserwartung: 3–5 Jahre, in Aquarienhaltung bis zu 6 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Rote Phantomsalmler ist ein kleiner, seitlich abgeflachter Süßwasserfisch mit hochrückiger Körperform. Die Grundfärbung reicht von einem durchscheinenden Rosarot bis zu einem kräftigen, tiefen Rot, wobei die Intensität je nach Stimmung, Geschlecht und Haltungsbedingungen variiert. Charakteristisch ist ein markanter, tiefschwarzer Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel, der bei allen Individuen deutlich sichtbar ist und dem Fisch zusammen mit seiner teils transparenten Körperstruktur den Namen „Phantom" eingetragen hat.
Männchen und Weibchen lassen sich anhand mehrerer Merkmale unterscheiden. Die Männchen zeigen eine intensivere Rotfärbung und besitzen eine auffällig verlängerte, hochgezogene Rückenflosse (Dorsale), die bisweilen sichelartig ausgezogen ist. Die Weibchen sind etwas fülliger gebaut, blasser gefärbt und weisen häufig eine weiße oder helle Spitze an der Rückenflosse auf. Die Schuppen beider Geschlechter sind relativ groß und schimmern je nach Lichteinfall leicht transparent. Die Fettflosse – ein typisches Merkmal der Salmlerartigen – ist klein und rötlich gefärbt. Schwanz-, After- und Bauchflossen sind ebenfalls rötlich, wobei die Afterflosse bei Männchen oft einen schmalen schwarzen Saum aufweist.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Roten Phantomsalmlers beschränkt sich auf das obere Orinoco-Einzugsgebiet in Südamerika, genauer auf Gewässer in den kolumbianischen und venezolanischen Llanos sowie Teile des Meta-Flusssystems. Der Fisch besiedelt dort langsam fließende Bäche, überflutete Waldgebiete und schattige Uferzonen mit dichter Ufervegetation.
Das bevorzugte Habitat zeichnet sich durch weiches, saures Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 aus. Die Wassertemperatur liegt im natürlichen Biotop ganzjährig zwischen 23 und 28 °C. Typisch für diese Gewässer sind Schwarzwasser- oder Klarwasserbedingungen mit geringer Härte, ein Boden aus Laub und feinem Sediment sowie eine gedämpfte Beleuchtung durch die Baumkronen des angrenzenden Regenwaldes. Der Rote Phantomsalmler hält sich bevorzugt in mittleren Wasserschichten auf und meidet offene, stark beleuchtete Bereiche.
Ernährung
In seinem natürlichen Lebensraum ernährt sich der Rote Phantomsalmler omnivor. Seine Nahrung setzt sich überwiegend aus kleinen Wirbellosen wie Mückenlarven, Wasserflöhen (Daphnien), Hüpferlingen (Copepoden) und anderen Kleinkrebsen zusammen. Ergänzend nimmt er pflanzliches Material, Algenaufwuchs und ins Wasser gefallene Insekten auf. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend im Freiwasser und in der Nähe des Bodens, wo organisches Material und Mikroorganismen reichlich vorhanden sind.
In der Aquarienhaltung nimmt die Art handelsübliches Flockenfutter und Granulat an, sollte aber regelmäßig mit Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Cyclops und feinen Mückenlarven ergänzt werden, um eine artgerechte Versorgung sicherzustellen.
Verhalten & Lebensweise
Der Rote Phantomsalmler ist ein tagaktiver Schwarmfisch, der in Gruppen von zehn bis mehreren Dutzend Tieren lebt. Innerhalb des Schwarms besteht eine lose Rangordnung, die vor allem unter den Männchen durch rituelle Auseinandersetzungen aufrechterhalten wird. Dabei spreizen rivalisierende Männchen ihre Flossen maximal ab und stellen sich seitlich zueinander, um dem Kontrahenten die größtmögliche Körperfläche zu zeigen. Diese Imponierdisplays sind weitgehend harmlos und enden selten mit körperlichem Kontakt.
Im Schwarm bewegen sich die Tiere synchron durch die mittleren Wasserbereiche und suchen gemeinsam nach Nahrung. Die Schwarmbildung dient dem Schutz vor Fressfeinden – durch die Vielzahl gleichzeitig sich bewegender Individuen wird es Raubfischen erschwert, ein einzelnes Tier zu fixieren. Gegenüber anderen Fischarten verhält sich der Rote Phantomsalmler friedlich und zurückhaltend. Bei Störungen reagiert der Schwarm mit schnellem Zusammenrücken und abrupten Richtungswechseln.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Rote Phantomsalmler ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Balz wird vom Männchen eingeleitet, das mit aufgestellter Rückenflosse und intensivierter Rotfärbung um das Weibchen wirbt. Durch zitternde Körperbewegungen und enges Umschwimmen versucht es, das laichbereite Weibchen zur Eiabgabe zu stimulieren.
Das Weibchen gibt pro Laichvorgang zwischen 100 und 400 kleine, leicht klebrige Eier ab, die einzeln oder in kleinen Gruppen über feinfiedrigen Pflanzen oder feinem Substrat verstreut werden. Die Befruchtung erfolgt unmittelbar durch das Männchen. Elterntiere zeigen kein Brutpflegeverhalten und fressen die Eier bei Gelegenheit auf, weshalb im natürlichen Habitat die Überlebensrate der Brut stark von der Dichte der Vegetation und dem Vorhandensein geeigneter Verstecke abhängt.
Die Eier entwickeln sich bei 25–27 °C innerhalb von 24 bis 36 Stunden. Die geschlüpften Larven zehren zunächst vom Dottersack und beginnen nach etwa drei